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Fernseh- und Videonormen, Filmformate und Soundsysteme (FAQ) |
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Kapitel eingeteilt werden. Diese können dann am Gerät oder auf der Fernbedienung direkt angewählt werden. * Stoppstellen Auf Laserdiscs im CAV-Format können Stoppstellen gesetzt werden, an denen der Player in den Standbildmodus geht. Dieses Features kombiniert mit dem Kapiteln ergibt die interaktiven Möglichkeiten der Laserdisc. So können Lehrlaserdiscs so gestaltet sein, daß zunächst ein Filmbeitrag abläuft (Wiedergabemodus), dann eine Stoppstelle kommt (Standbildmodus), wobei auf dem Standbild eine Frage gestellt wird, die der Zuschauer nach dem »Multi Choice«- Prinzip beantworten muß, indem er auf der Fernbedienung die entsprechende Nummer eingibt. Die Nummer ist dann nichts anderes, als das Kapitel mit der entsprechenden Fortsetzung. Viele werden auch noch den 1983 erschienenen Spielautomaten »Dragon's Lair« kennen, bei dem der Spieler einen Zeichentrickfilm interaktiv steuern konnte - dieses Spiel basierte schlicht auf einer CAV-Laserdisc und einem Joystick als Fernbedienungsersatz. * Untertitel Untertitel sind für Laserdiscs das kleinste Problem. Auf NTSC-Scheiben sind sie üblicherweise im Close-Caption-Format (CC), das auch auf NTSC-VHS-Kassetten Verwendung findet. Mit diesem Format können zwei Sätze Untertitel angeboten werden. (Das CC-Verfahren soll jetzt auch auf PAL-LDs eingesetzt werden.) Auf PAL-Laserdiscs können fast beliebig viele Untertitel nach dem Teletext-Verfahren (oder besser bekannt als »Videotext«) untergebracht werden. Theoretisch könnten PAL-LDs sogar ein komplettes Teletext-Programm halten - aber mir ist keine entsprechende Laserdisc bekannt. Beide Verfahren erfordern aber den passenden Decoder im Fernsehgerät oder anderweitig extern - die Decoder sind also nicht in den Playern eingebaut. * Multi-Audio Insbesondere auf NTSC-Laserdisc ist es wegen der reichlich vorhandenen Tonspuren üblich, speziell sogenannte »Special Editions« mit verschiedenen Audiotracks auszustatten. So bieten viele Filme den Stereo-Ton auf den beiden digitalen Spuren, während der Regisseur oder der Produzent die gerade laufenden Szenen auf einem der Analogspuren kommentiert. Im Bereich von »Making-Ofs« findet man dann auch mal Interviews, Vorversionen der Filmmusik oder Filmausschnitte ohne Sprache, ohne Musik oder ohne Effekte. Natürlich sich auch mehrere Sprachen denkbar, aber solche LDs sind wirklich selten (ich kenne nur eine LD von »Das Boot« mit dt. Dialogen auf den beiden Digitalspuren und englischer Synchronisation auf den analogen Kanälen, sowie eine PAL-LD von »Stand By Me« mit englischem Original und deutscher Synchronisation, natürlich beides nur in Mono, was aber nicht weiter stört, da der Film sowieso nur in Mono gedreht wurde). 6.1.5. Ausstattungsmerkmale moderner Laserdisc-Player ------------------ Nicht nur im Bereich der Laserdiscs selbst hat sich viel getan (die Qualität heutiger Scheiben hat keine Ähnlichkeit mehr zu den dürftigen Masterings von 1980), auch die Player sind moderner geworden. So verfügen die besseren Player heute alle über einen mehrsprachigen On-Screen-Dialog, Umschaltung zwischen analogem und digitalem Ton (bei NTSC-LDs), Umschaltung zwischen linkem und rechtem Kanal bzw. Stereo usw. Schon frühzeitig wurde eine Wendemechanik erfunden, damit Laserdiscs nicht umgedreht werden müssen, um die zweite Seite zu sehen. Statt dessen fährt die Lasereinheit um die LD herum. In neuen Playern dauert dieser Seitenwechsel weniger als 15 Sekunden. (Falls jetzt jemand fragt, warum man nicht zwei Lasereinheiten, eine für unten und eine für oben, einbaut, dem sei kurz erklärt, daß nicht das Herumfahren der Lasereinheit so lange dauert, sondern die Tatsache, daß die LD selbst gebremst und in die andere Richtung beschleunigt werden muß - bis zum Erreichen der nötigen 1800 UpM dauert es eben seine Zeit, denn eine LD ist nicht so ein Leichtgewicht, wie z. B. eine CD-ROM.) Zur weiteren Verbesserung der Bildqualität haben heute praktisch alle LD-Player einen TBC (Time Base Corrector) eingebaut, der jegliche Gleichlaufschrankungen ausgleicht. Die High-End-Modelle der meisten Hersteller bieten heute ein sogenanntes »Digital Field Memory«. Dabei handelt es sich um einen digitalen Zwischenspeicher, mit dessen Hilfe auch auf CLV-Scheiben (siehe 6.1.2.) ein Standbild und störungsfreie Suchläufe in verschiedenen Geschwindigkeiten möglich sind. Manche billigen PAL- oder PAL&NTSC-Player können keine PAL-LDs mit analogem Ton wiedergeben - man sieht nur einen Stummfilm, wenn man eine entsprechende (alte) LD einlegt. 6.1.6. Sonstiges ------------------------------------------------------- * Der Transfer von Film auf ein NTSC-Medium findet mit dem »3:2-Pulldown«-Verfahren statt (siehe 2.2.). Bei einer NTSC-Laserdisc ist das nicht anders. Ist die LD im Format CAV (mit Standbild), könnte es nun zu dem Problem kommen, daß ein Standbild aus zwei Halbbildern besteht, die verschiedenen Filmbildern entstammen. Um das mögliche Flimmern zu verhindern, sind diese Spuren (= Einzelbilder) der CAV-LD gekennzeichnet und werden weder als Standbild angezeigt, noch im Frame-Zähler des Players mitgezählt. 6.2. Digital Versatile Disc (DVD) -------------------------------------- Von Kai Rode6.2.1. Einführung ------------------------------------------------------ DVD ist ein neues, Anfang 1997 eingeführtes Speichermedium für Bild- und Tondaten, das langfristig die Nachfolge sowohl der altbekannten AudioCD, als auch der Laserdisc antreten soll. Im wesentlichen ist die DVD - Digital Versatile Disc oder auch Digital Video Disc - eine verbesserte Variante der CD mit höherer Kapazität, und wie die CD besteht die DVD aus einer 12 cm durchmessenden, 1,2 mm dicken Polycarbonatscheibe mit aufgedampften Reflexionsschichten, mit dem Unterschied, daß diese Scheibe aus zwei je 0,6 mm dicken Teilen besteht. Im Gegensatz zur CD kann die DVD sowohl doppelseitig sein, als auch auf jeder Seite zwei Datenschichten haben, so daß die Kapazität zwischen 4,7 (dezimalen) Gigabyte (= 4,38 binäre GByte) für eine einseitige, einlagige, und 17 Gigabyte (15,9 GByte binär) für eine zweiseitige, zweilagige DVD variiert. Das entspricht einer Laufzeit von über 2 bis zu 8 Stunden, wobei der Hersteller die Wahl hat, zugunsten einer besseren Qualität die Laufzeit zu verkürzen und umgekehrt. Automatische Wendemechanismen wie bei der Laserdisc sind noch nicht üblich, aber auch nicht unbedingt notwendig, da sämtliche Filme problemlos auf eine Seite passen. Zweiseitige DVDs werden vorwiegend dazu benutzt, einen Film zweimal in verschiedenen Formaten (Pan & Scan, Letterbox) aufzuzeichnen. Eine Mischung aus DVD und CD, bei der eine Seite im DVD-Format und die andere Seite im CD-Format ist, ist ebenfalls möglich. Zum Vergleich: Die Kapazität einer CD beträgt nur etwa 0,65 GByte. Die DVD wurde primär zur qualitativ hochwertigen Aufzeichnung von Videodaten geschaffen, nachdem der Versuch, die VideoCD als Consumermedium zu etablieren, in Europa und den USA an Qualitätsmängeln gescheitert war: Die Qualität war nicht wesentlich besser als die von VHS-Video, dafür fehlte die Aufzeichnungsmöglichkeit. Aufzeichnen kann auch die DVD (noch, siehe 6.2.3) nicht, dafür übersteigt die theoretisch mögliche Qualität die der Laserdisc und selbst des PALplus-Systems (siehe 1.2.3) um einiges, und auch die Tonqualität kann um einiges besser sein, als die von TV-Übertragungen. 6.2.2. DVD-ROM --------------------------------------------------------- Die DVD-ROM ist die primär für den Personalcomputereinsatz gedachte Variante der DVD, die mit einem Filesystem aufwarten kann und pro Seite knapp 8 GB Daten speichern kann, genug selbst für aufwendige Multimedia-Applikationen, die zur Zeit noch auf mehreren CDs verteilt werden müssen. Die technischen Parameter sind identisch und DVD-ROM-Laufwerke können die DVD lesen. Für die Echtzeitwiedergabe von DVD-Filmen sind jedoch die meisten heutigen (März 1998) Personalcomputer noch zu langsam: nur HighEnd-Rechner mit Pentium-II-Prozessoren können DVD-Filme softwaremäßig in voller Qualität und mit voller Bildanzahl abspielen. Daher werden DVD-ROM-Laufwerke häufig mit Decoderkarten gebündelt ausgeliefert; eine solche Kombination kostet ca. DM 600. DVD-ROM-Laufweke können auch CD-ROMs lesen, jedoch können nur neuere Laufwerke CD-Rs (einmal beschreibbare CDs) lesen, da das rote Laserlicht, mit dem das Laufwerk die Datenträger abtastet, von den auf das Infrarotlicht der CD-ROM-Laufwerke ausgelegten Farbstoffen der CD-Rs absorbiert wird. Die Laufwerke benötigen daher einen zusätzlichen infraroten Laser mit derselben Wellenlänge wie CD-Laser. 6.2.3. DVD-R, DVD-RAM -------------------------------------------------- DVD-R ist die einmal, DVD-RAM die mehrfach beschreibbare Variante der DVD. Beide Standards sind verabschiedet und es gibt erste Produkte auf dem Markt, jedoch versuchen einige Hersteller wie Sony, ein anderes, inkompatibles DVD-RAM-Format durchzusetzen. Die Kapazität liegt hier nur zwischen 2,6 und 4 GB und die Preise sind noch unattraktiv für den Massenmarkt. Beide Formate sollen von normalen DVD-Laufwerken gelesen werden können, dies scheitert aber momentan noch daran, daß die DVD-RAMs ein Gehäuse besitzen, das nicht in derzeitige DVD-ROM-Player hinein paßt. Für den Einsatz als Video-Aufzeichnungsmedium zu Hause wird keines der Formate vorerst geeignet sein: Die Echtzeitkompression von Videodaten auf die mit DVD möglichen Datenraten erfordert noch Hardware im Wert von einigen hunderttausend DM. Ersatzweise bietet sich ein DVC (Digital Video Cassette)-Recorder an, der mit einem Magnetband arbeitet und so die höhere Geschwindigkeit für einfachere Kompressionsalgorithmen, die mit billiger Hardware möglich sind, erreicht. Komfort und Datensicherheit lassen dort aber zu wünschen übrig. 6.2.4. Datenformate der DVD -------------------------------------------- Eine DVD enthält neben den Bilddaten und qualitativ hochwertigem Digitalton in maximal 8 Kanälen und 8 Sprachen bis zu 32 verschiedene Untertitelungsmöglichkeiten, Titel für die Disc und einzelne Kapitel (siehe Laserdisc) sowie die Möglichkeit, verschiedene Fassungen eines Films auf einer einzigen DVD unterzubringen: Ist der Player auf »FSK16« geschaltet, so können gewalttätige Szenen automatisch übersprungen oder durch entschärfte ersetzt werden, ebenso kann interaktiv zwischen verschiedenen Kameraperspektiven und/oder Handlungssträngen gewählt werden. Ob diese Möglichkeiten auch von den Herstellern genutzt werden, bleibt abzuwarten. Weithin üblich bei Video-DVDs ist ein komfortables, individuell gestaltetes Bildschirmmenü zur Auswahl der Ton-, Untertitel- und Bild-Optionen, zum Abruf von Informationen zu Film, Regisseur und Schauspielern und zur Kapitelwahl. Letzteres kann sogar animiert sein, d.h. es wird auf einer Bildschirmseite gleichzeitig der Anfang mehrerer Kapitel angespielt. Auf dem US-Markt ebenfalls Standard sind drei Sprachen (Englisch, Spanisch [Mexiko], Französisch [Kanada]) sowohl als Tonspur als auch als Untertitel; in Europa wird dies wahrscheinlich nicht der Fall sein, da die Rechte für die unterschiedlichen Sprachfassungen häufig bei unterschiedlichen Tochterfirmen des Filmproduzenten liegen und diese - so widersinnig dies klingt - sich gegenseitig als Konkurrenten ansehen. 6.2.4.1. Videoformate -------------------------------------------------- Die Videodaten sind im MPEG2-Format und können in verschiedenen Auflösungen gespeichert sein: Auflösung horiz. 720 720 720 Auflösung vert. 480 576 576 od. 480 Bildfrequenz 29,97 25 24 Bildaufbau interlaced interlaced progressive Bildquelle NTSC PAL Kinofilm Sofern die Daten im »Kinofilm«-Format abgespeichert sind, werden sie vom PAL-Player etwa 4% schneller abgespielt um auf die normgerechten 25 Bilder/Sekunde zu kommen. NTSC-Player verwenden das sog. »3-2-Pulldown« (siehe 2.2) um auf 30 Bilder/Sekunde zu gelangen. Die Videodaten können entweder im 4:3-Format von PAL und NTSC (siehe 1.2.1 und 1.2.2) vorliegen oder im z.B. von PALplus verwendeten 16:9-Format (siehe 1.2.3). Der Player sorgt nach Einstellung auf den verwendeten Fernsehertyp automatisch dafür, daß die Bilder in einem geeigneten Format (siehe 5) ausgegeben werden: 4:3-Film 16:9-Film 4:3-Fernseher normal letterboxed oder Pan & Scan (wählbar) 16:9-Fernseher, 4:3-Fernseher mit Umschaltmöglichkeit normal anamorph Dabei kann der Hersteller der DVD unglücklicherweise Ausgabeformate einzeln sperren, so daß es auch bei DVDs spezielle »Widescreen-Editions« geben kann. Viele erhältliche US-Filme haben jedoch eine 4:3-optimierte Fassung auf der einen und eine 16:9-Fassung auf der anderen Seite, was sogar noch nützlicher als die Pan-&-Scan-Umrechung ist. Die Datenrate als wesentlicher Qualitätsmaßstab kann bis zu 9,8 Mbit/s betragen, kann aber im Verlauf eines Filmes variieren, so daß bei unkritischen Sequenzen Platz gespart wird, der dann zur Verfügung steht, wenn's »zur Sache geht«. Die typischen Artefakte digital komprimierter Videos können so größtenteils vermieden werden. Zum Vergleich: Die VideoCD benutzt feste 1,856 Mbit/s, der private, digitale Fernsehsender df1 zwischen 3 Mbit/s (schwarzweiße Oldies) und 6,8 Mbit/s (Sportübertragungen auf DSF plus). 6.2.4.2. Audioformate -------------------------------------------------- Es sind im wesentlichen drei Audioformate (siehe 7) vorgesehen, von denen eines oder mehrere in mehreren Spachen vorhanden sein können: * LPCM (Linear Pulse Code Modulation, das Format der AudioCD) mit 48 kHz (DAT-Qualität) oder 96 kHz und 16, 20 oder 24 bit. Der Player muß alle Formate lesen können, darf die Ausgabe aber auf 48/16 beschränken. * Dolby Digital, auch bekannt als »AC3«. Dieses Audioformat oder LPCM muß auf allen NTSC-DVDs vorhanden sein. Siehe auch http://www.atsc.org/document.html * MPEG-2, dieses Format oder LPCM oder Dolby Digital muß auf allen PAL-DVDs vorhanden sein. Optional sind: * DTS (Digital Theater Sound, Produkte angekündigt) * SDDS (Sony Dynamic Digital Sound, derzeit keine Produktpläne Sonys) Dabei sind verschiedene Möglichkeiten für die Kanalanzahl vorgesehen: LPCM Dolby Digital MPEG-2 Mono ja ja ja Stereo ja ja ja Zweikanal (Dual Mono) * ja ja ja 3-Stereo (Links, Mitte, Rechts) * nein ja nein Phantom (Links, Rechts, Surround) * nein ja nein »Dolby Surround« (Links, Mitte, Rechts, Surround) nein ja nein 2/2 (Links, Rechts, Surround Links, Surround Rechts) * nein ja nein 3/2 (Links, Mitte, Rechts, Surround Links, Surround Rechts) ja ja ja 5/2 (Links, Halblinks, Mitte, Halbrechts, Rechts, Surround links, Surround Rechts) * ja ja ja Karaoke (Links, Rechts, Melodie, Vocal 1+2) * ja ja ja * Diese Formate sind unüblich. Dabei bieten Dolby Digital und MPEG-2 die Möglichkeit eines zusätzlichen Subwoofer-Kanals. Üblich sind bei NTSC-DVDs für die »Hauptsprache« 5.1-Kanal-Ton (3/2) sowie der verbesserten Kompatibilität mit analogen Surround-Decodern wegen 2.0-Kanal-Ton mit aufcodiertem Dolby Surround. Jeder DVD-Player hat zumindest einen Stereo-Ausgang, über den der Ton im bekannten Dolby-Surround-Format ausgegeben wird, dazu werden gegebenenfalls einige der Kanäle auf der DVD zusammengemischt. Bessere Player haben zusätzlich einen digitalen Decoderausgang oder direkt einen integrierten mehrkanaligen AC3- oder MPEG-Decoder. Es ist wahrscheinlich, daß auch fast alle PAL-DVDs AC3-Ton haben werden, da dieses Format die größte Unterstützung der Filmindustrie genießt und Philips als stärkster Vertreter des MPEG-Formates noch nicht in ausreichenden Stückzahlen Hardware zur MPEG-Encodierung liefern kann. Das Format für spezielle Nur-Audio-DVDs, die langfristig die Audio-CD ablösen sollen, ist momentan noch in Diskussion; wahrscheinlich ist, daß LPCM mit maximal 24/96k das Pflichtformat wird und zusätzlich Dolby Digital, DTS, MPEG sowie das neue Sony DSD-Format optional zugelassen sein werden. Audio-DVDs sollen auch (in CD-Qualität) in CD-Playern abspielbar sein, jedoch nicht in derzeitigen Video-DVD-Playern. 6.2.5. Schutzmechanismen ----------------------------------------------- 6.2.5.1. Kopierschutz Digitale Kopien werden bei der DVD mit einem System ähnlich dem SCMS (Serial Copy Management System) im Audio-Bereich eingeschränkt. Der Produzent der DVD kann bestimmen, ob die DVD keinmal, einmal oder unbegrenzt oft digital kopierbar sein soll. Dieses System findet auch bei Analogüberspielungen auf Digitalrecorder (DVC) Anwendung! Analogkopien werden mit einer Variante des von VHS-Leih- und Kaufvideos bekannten Macrovision komplett verhindert - sofern die DVD den in jedem Player eingebauten Macrovision-Generator aktiviert, wofür der Hersteller Lizenzgebühren zahlen muß. Dabei gibt es verschiedene Stufen, wobei die komplizierteren auch teurer für den Hersteller werden. Die einfachste Stufe ist die bereits von VHS bekannte: die AGC (Automatic Gain Control) des Videorecorders wird durch Helligkeitsschwankungen der Referenzmeßstelle in der Austastlücke durcheinandergebracht. Ergebnis sind starke Helligkeitsschwankungen in der Kopie. Gegen diesen Kopierschutz helfen übliche Kopierschutzkiller. Die zweite Stufe schaltet noch das »Colorstriping« hinzu. Hierbei wird das Farbburstsignal schnell moduliert, was bei der Kopie starke Farbfehler hervorruft - leider auch bei vielen 100 Hz-Fernsehern. Aus technischen Gründen ist dieser Kopierschutz auf den Komponentenausgängen besserer Player nicht vorhanden. Zusätzlich können die gesamten Daten der DVD verschlüsselt sein, um ein Auslesen mit DVD-ROM-Laufwerken zu verhindern. Dazu tauschen das Laufwerk und die Decoderkarte/Decodersoftware Schlüssel miteinander aus, so daß nur zertifizierte Hardware oder Software Zugriff auf die Daten hat, nicht jedoch irgendwelche Kopierprogramme. 6.2.5.2. Länderkennung ------------------------------------------------- Um zu verhindern, daß beispielsweise US-DVDs nach Europa importiert werden, bevor der Film in Europa in den Kinos lief, kann der Hersteller jeder DVD einen Ländercode mitgeben, so daß die DVD nur auf Playern, die in den entsprechenden Ländern gekauft wurden, abgespielt werden können. Wer also US-Filme importieren will, der muß theoretisch auch seinen DVD-Player aus den USA importieren. Für viele Player und auch für PC-Decoderkarten sind jedoch Umbauten oder Softwaremodifikationen erhältlich, mit denen auf Knopfdruck der Ländercode gewechselt werden kann. Die Länderzonen sind: 1. Nordamerika 2. Japan, Europa, Mittlerer Osten, Südafrika 3. Südostasien, Hongkong 4. Australien, Neuseeland, Mittel- und Südamerika 5. Nordwestasien, Nordafrika 6. China Ältere Filme, die bereits weltweit aufgeführt wurden, sollten nach ursprünglichen Planungen eine Ländercodefreigabe für alle Zonen erhalten. Wegen der Konkurrenz der unterschiedlichen Vertriebstochterfirmen geschieht dies jedoch in der Praxis nur selten. 6.2.5.3. DiVX ---------------------------------------------------------- DiVX war ein Pay-per-View-Verfahren für DVDs, das im Frühjahr 1998 in den USA den Probebetrieb aufgenommen hat und am 16. Juni 1999 wieder eingestellt wurde, weil das Verfahren (zum Glück) zu wenig Kunden fand. In den folgenden beiden Absätzen ist das jetzt tote System kurz beschrieben. Durch eine geänderte Verschlüsselung (Triple-DES) kann eine DiVX-DVD nicht von einem normalen Player (»Open DVD«-Player) abgespielt werden, wohl aber können (US$ 100-200 teurere) DiVX-Player Open DVDs abspielen. Jede einzelne Disc ist mit einer individuellen Seriennummer versehen. Nach dem Kauf einer (billigeren) DiVX-DVD kann man diese vom Zeitpunkt des ersten Einlegens an 48 Stunden lang abspielen, danach muß jeder 48-Stunden-Zeitraum nochmals bezahlt werden. Der Player ist hierzu ans Telefonnetz angeschlossen und tauscht in regelmäßigen Abständen die Abrechnungsinformationen über eine gebührenfreie Nummer mit der Zentrale aus. Will man sich die pay-per-View-Zahlungen ersparen, kann man für einen höheren Betrag die DVD nur für einen Player unbegrenzt freischalten - falls der Hersteller dies für den jeweiligen Titel erlaubt. Am 16. Juni 1999 hat DiVX offiziell die Einstellung des Geschäftsbetriebs verkündet. Neue Kunden werden nicht mehr angenommen, alte DiVX-Scheiben können, im Rahmen einer zweijährigen Auslaufphase, noch bis zum 30. Juni 2001 genutzt werden. Käufer, die vor dem 16. Juni 1999 einen DiVX-Player gekauft haben, bekommen auf Antrag den Aufpreis für die DiVX-Funktionalität des Players, immerhin 100 US$, zurückerstattet. Als Grund fuer die Einstellung wurde mangelnde Unterstützung durch die Filmindustrie genannt, das Interesse der Kunden sei ungebrochen groß gewesen. Die Einstellung von DiVX bedeutet für die Betreiber einen Verlust von über 100 Mio. US$. 6.2.6. Qualitätsvergleich zwischen DVD und anderen Medien -------------- Nachdem die DVD jetzt bereits ein Jahr auf dem Markt ist und das (NTSC)-Softwareangebot auf weit über tausend Titel angestiegen ist, bezweifelt kaum jemand mehr, daß die Qualität einer professionell gemasterten DVD selbst der besten Laserdisc und erst recht einer VHS-Cassette merklich überlegen sein kann. Helligkeits- und Farbrauschen sind nicht existent und die Schärfe ist minimal besser als bei der Laserdisc. Artefakte wie man sie von MPEG-1-Videos (Video-CD) oder AVIs kennt, sind so gering, daß sie bei korrekt eingestelltem Fernseher (Schärfe, Kontrast) nicht sichtbar sind. Daher ist die DVD zur Zeit das Medium der Wahl für Videophile, wie u.a. auch die stark rückläufigen Verkaufszahlen von Laserdiscs zeigen. Es gibt jedoch Ausnahmen: viele der für den Europastart der DVD hastig hergestellten PAL-DVDs und Veröffentlichungen alter Filme, bei denen das Ausgangsmaterial nicht korrekt vorbearbeitet wurde (Entfernen von Kratzern etc.) oder bei denen die Encodierung nicht handoptimiert wurde (Weichzeichnung stark verrauschter Passagen, Bitratenoptimierung) weisen sichtbare Artefakte auf, die das Bild schlechter aussehen lassen können, als ein gutes Analogbild. 6.2.7. Sonstiges ------------------------------------------------------- Weitere Informationen findet man im englischsprachigen DVD-FAQ, erhältlich unter der URL http://www.videodiscovery.com/vdyweb/dvd/dvdfaq.html 7. Soundsysteme -------------------------------------------------------- Seit der Einführung des Tonfilms haben die Soundsysteme einen weiten Weg zurückgelegt. Zuerst kommt eine kleine Evolutionsgeschichte, dann folgen ein paar Worte zu den ausgestorbenen Soundsystem und dann wird klargestellt, was es sich mit »THX« auf sich hat. 7.1. Analoge Soundsysteme ---------------------------------------------- 7.1.1. Mono Ein analoger Tonkanal. 7.1.2. Stereo ---------------------------------------------------------- Zwei analoge Kanäle für links und rechts. 7.1.3. Dolby Stereo / Dolby Surround ----------------------------------- Ein Verfahren der Firma Dolby. Was im Kino »Dolby Stereo« heißt, wird im Heimbereich »Dolby Surround« genannt. Das Verfahren wird im Kino auch oft als »Dolby A« bezeichnet, weil es ursprünglich direkt in die Rauschunterdrückungsanlage von Dolby eingebaut war - und die arbeitete eben nach dem Verfahren »Dolby A«. Heute nennt Dolby dieses analoge Verfahren schlicht »Dolby«, um alle möglichen Verwirrungen zu komplettieren. Erster Film: »A Star Is Born« (1976) Vier Kanäle für links, Mitte, rechts und hinten; die vier Kanäle werden mit einem Matrix-Verfahren auf zwei Kanäle reduziert; Lichtton auf Film. Verbreitung im Heimbereich auf Laserdisc, Video, Fernsehen usw. Um im Heimbereich auch den Mittenkanal decodieren zu können, benötigt man einen »Dolby Surround Pro Logic«-Decoder. Wie funktioniert Dolby Surround? Wie werden in zwei physikalisch vorhandenen Tonkanälen (Stereo) vier untergebracht? Im Prinzip (hier leicht vereinfacht dargestellt) ist das nicht schwierig. Schauen wir uns zunächst ein normales Stereo-Signal an: Wird ein Ton nur auf den linken Kanal gegeben, hören wir ihn von links. Ist er nur auf dem rechten Kanal, hören wir ihn nur von rechts. Teilt man den Ton auf beide Kanäle auf, hören wir ihn von einer virtuellen Quelle irgendwo zwischen den beiden Lautsprechern. Ist die Aufteilung 50/50 erscheint es, als würde der Ton genau aus der Mitte kommen - unter zwei Voraussetzungen: 1. müssen wir in der Mitte zwischen beiden Lautsprechern sitzen und 2. die Lautsprecher müssen richtig angeschlossen sein, d.h. beide Plus-Pole des Verstärkers mit den Plus-Polen der beiden Lautsprecher und entsprechend beide Minus-Pole des Verstärkers mit den beiden Minus-Polen der Lautsprecher. Interessant ist nun, was passiert, wenn man einen der beiden Lautsprecher falsch polarisiert ... der Ton, der bei der 50/50-Aufteilung eigentlich aus der Mitte zu hören sein sollte, nimmt plötzlich eine relativ undefinierbare, diffuse Art an und ist eigentlich nicht mehr richtig zu lokalisieren - bestenfalls könnte man glauben, man höre ihn vom linken und vom rechten Lautsprecher gleichzeitig. Was ist passiert? Sind beide Lautsprecher gleich polarisiert, schwingen die Membrane synchron, also gleichzeitig nach vorne bzw. hinten. Dreht man den Anschluß eines Lautsprechers bewegen sich die Membrane entgegengesetzt, d.h. wenn (bei gleichem Ton auf beiden Kanälen) sich eine Membran nach vorne bewegt, geht die andere gleichzeitig nach hinten. Deshalb hört man den Ton nicht mehr aus der Mitte, sondern von beiden Lautsprechern. Um diesen Effekt zu erreichen, muß man nicht unbedingt einen Lautsprecher umpolen, man kann natürlich auch den gleichen Ton um 180 Grad phasenverschoben auf einen der beiden Stereo-Kanäle bringen. Nimmt man als Beispiel einen reinen Sinus-Ton, läßt man, während sich der Sinus für den linken Kanal aufwärts bewegt, den rechten Sinus abfallen. Der rechts Kanal ist sozusagen das Spiegelbild des linken Kanals. Das wars. Wir haben vier verschiedene Zustände definiert. So funktioniert Dolby Surround. Unzufrieden? :-) Naja, dann mache ich es fertig ... stellen wir uns vor, wir sind Sounddesigner bei einer Filmproduktion und sollen verschiedene Töne auf die verschiedenen Boxen eines Surround-Systems verteilen. Links fährt ein Auto; der Ton dazu kommt auf den linken Kanal. Rechts läuft ein Radio; der Ton dazu kommt auf den rechten Kanal. In der Mitte des Bilds sprechen Leute; die Dialoge kommen PHASENGLEICH auf beide Kanäle. Im Hintergrund hört man ein paar Vögel singen; der Ton dazu kommt 180 Grad PHASENVERSCHOBEN auf beide Kanäle. Somit sind die vier Kanäle auf zwei reduziert. Der Dolby-Surround-Decoder geht nun her und vergleicht den linken mit dem rechten Kanal. Findet er Tonanteile, die links und rechts gleich sind, werden diese extrahiert und auf den Mittenkanal (Center) gelegt. Findet er Tonanteile, bei denen rechts das Spiegelbild von links ist, werden diese extrahiert und auf den hintern Kanal (Surround) gelegt. Der neue linke und rechte Kanal ist, was nach dem Extrahieren des Center- und Surround-Kanals noch übrig bleibt. 7.1.4. Dolby Stereo 70mm 6-Track --------------------------------------- Erster Film: »Apocalypse Now« (1979) Kanäle für links, halblinks, Mitte, halbrechts, rechts und hinten bzw. später auch links, Mitte, rechts, hinten links, hinten rechts und Subwoofer; Magnetton mit sechs Spuren auf 70-mm-Film. Keine Verbreitung im Heimbereich. 7.1.5. Dolby Stereo Spectral Recording (SR) ----------------------------- Erster Film: »Die Reise Ins Ich« (1988) Wie Dolby Stereo, aber mit besserer Rauschunterdrückung und mehr Dynamik. »SR«, wie der Kinobetreiber sagt, ist heute der Standard für den Analogton von Filmen. »Dolby SR« ist somit eine Weiterentwicklung von »Dolby A« (siehe 7.1.3.); Hauptunterschied ist die stark verbessere Rauschunterdrückung, die entsprechend auch eine Nachrüstung der Kinos erforderte. Als Abfallprodukt aus dieser Weiterentwicklung entstand für den Heim-Audio-Bereich die analoge Rauschunterdrückung »Dolby S«, mit der alle modernen Tape-Decks ausgestattet sind. Im Heimbereich gibt es keinen Unterschied zwischen »Dolby A« und »Dolby SR«, weil Rauschen auf den gängigen Medien (VHS Hifi-Stereo, Laserdisc und DVD) kein Problem ist. Alle neueren Filme sind aber mit einem besseren, digitalen Ton ausgestattet, siehe dazu 7.2. 7.1.6. Sonstige analoge Soundsysteme ----------------------------------- Sie heißen »Ultra Stereo«, »dts Stereo« usw. Alles sind Matrix- Soundsysteme, die kompatibel zu Dolby Stereo sind. Teilweise bieten sie bessere Qualität als Dolby Stereo. 7.2. Digitale Soundsysteme --------------------------------------------- 7.2.1. Dolby Digital (DD) Erster Film: »Batmans Rückkehr« (1992) Sechs Kanäle für links, Mitte, rechts, hinten links, hinten rechts und Subwoofer; digital datenreduziert mit AC-3, auf Film auf einer Seite zwischen den Perforationslöchern; zum Digitalton existiert auf dem Film weiterhin ein analoger »SR«-Ton (siehe 7.1.5.), auf den im Falle des Ausfalls des digitalen Tons sofort zurückgeschaltet wird. Solch einen Filmstreifen nennt der Kinobetreiber deshalb »SR-D«. Verbreitung im Heimbereich auf NTSC-Laserdisc inzwischen Standard, auf NTSC-DVD Pflicht, auf PAL-DVD optional. Alle Kanäle können eine Auflösung von 16 bis (theoretisch) 24 Bit haben; in der Regel werden 16-Bit-Master verwendet. Die fünf Hauptkanäle bieten einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz, der Subwoofer-Kanal 20 bis 120 Hz. Die Dynamik liegt bei über 90 dB (bei 16 Bit). Aufgrund dieser Unterscheidung spricht man von 5.1 Kanälen. Ein Tonsignal im Format Dolby Digital muß nicht unbedingt 5.1 Kanäle umfassen; ein Dolby-Digital-Datenstrom kann auch weniger Kanäle enthalten. Typische Möglichkeiten sind 1.0 Kanäle (Mono), 2.0 Kanäle (Stereo), 2.0 Kanäle (Dolby Surround) und 5.0 Kanäle (ohne Subwoofer). Im Fall von 2.0 Kanälen kann tatsächlich durch ein Flag im Datenstrom entschieden werden, ob der Dolby-Digital-Decoder Stereo ausgeben soll oder seine Dolby-Surround-Schaltkreise aktiviert und damit aus den beiden Kanälen links, Mitte, rechts und hinten macht. (Viele DD-Decoder werten dieses Flag nicht richtig aus und überlassen dem Benutzer die richtige Einstellung.) 7.2.2. Dolby EX -------------------------------------------------------- Erster Film: »Star Wars: Episode I - The Phantom Menace« (1999) Passend zur ersten Episode von »Star Wars« bringt Dolby ein neues Soundsystem - naja, so neu ist es nicht. Es bietet sieben Kanäle für links, Mitte, rechts, hinten links, hinten mittig, hinten rechts und Subwoofer. Neu ist also nur der Mittenkanal hinten. Überhaupt nicht neu ist die Aufzeichnung auf Film (oder Heimkino-Medien): Es handelt sich ganz normal um Dolby Digital (AC-3-kodiert, siehe 7.2.1.) mit 5.1 Kanälen. Der neue Kanal wird im Prinzip über einen Dolby-Surround-Pro-Logic-Decoder (siehe 7.1.3.) gewonnen, der auf die beiden hinteren Kanäle des 5.1-Signals angesetzt wird. Damit wird aus hinten links und hinten rechts ein Hinten-Mitte-Kanal erzeugt. Teilweise findet man Dolby EX auch unter der Bezeichnung »Dolby Digital 6.1«. 7.2.3. Digital Theater Sound (dts) ------------------------------------- dts steht für »Digital Theater Sound«. Mit »dts« ist grundsätzlich »dts Digital« gemeint und nicht das analoge »dts Stereo« (siehe
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