allanswers.org - TeX, LaTeX, DANTE e.V.: FAQ - Fragen und Antworten (Part 6 of 11)

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TeX, LaTeX, DANTE e.V.: FAQ - Fragen und Antworten (Part 6 of 11)

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\footnote in einem `moving argument' mit \protect geschützt werden, also
beispielsweise

  \section{Titel des Abschnitts\protect\footnote{Fasse dich kurz!}}

Bei Fußnoten ist dies jedoch nicht sinnvoll, da diese dann auch im
Inhaltsverzeichnis und im lebenden Kolumnentitel auftauchen würde. Hier
ist es besser, das optionale Argument der Überschriftsanweisungen zu
verwenden:

  \section[Titel des Abschnitts]%
          {Titel des Abschnitts\footnote{Fasse dich kurz!}}


6.4 Grafiken, Bilder, Farbe und andere Effekte (*)


6.4.1 Wie kann ich Grafiken in mein (La)TeX-Dokument einfügen? (*)

Die LaTeX-Pakete `graphics' bzw. `graphicx' definieren die Anweisung
\includegraphics, welche einen einfachen Weg darstellt, die Einbindung
von Grafiken in ein LaTeX-Dokument in einer weitgehend
systemunabhängigen Syntax vorzunehmen. Die früher für denselben Zweck
verwendeten Anweisungen \psfig, \epsfig, \epsfbox usw. (enthalten in den
Paketen `psfig', `epsf' und `epsfig') sollten nicht mehr verwendet
werden, da sie teilweise fehlerhaft sind, nur für ausgewählte Treiber
funktionieren und auch nicht weiterentwickelt werden.
Neben \includegraphics werden weitere nützliche Befehle zum Skalieren
und Rotieren definiert. Die Größe der Grafik, die von LaTeX benötigt
wird, um entsprechend Platz für die Grafik zu lassen, wird bei
Encapsulated-PostScript-(EPS-)Dateien direkt aus dem
`BoundingBox'-Kommentar in der EPS-Datei gelesen. Bei anderen,
insbesondere bei binär vorliegenden Grafikformaten wie `gif' oder `pcx'
kann die Größe in einer begleitenden Textdatei bzw. im optionalen
Argument der Anweisung \includegraphics angegeben werden. Mit dem
Paketparameter `draft' des Paketes `graphics' kann man LaTeX
veranlassen, in die dvi-Datei nur einen Rahmen in der Größe der Grafik
statt des Verweises auf die Grafikdatei einzufügen, was das Betrachten
beschleunigt und zum Korrekturlesen manchmal hilfreich ist.
Die Grafikinformation kann bei EPS-Dateien sowohl als Vektoren als auch
in Form von Angaben zur Position der einzelnen Grapkikpunkte
(Pixelgrafik) enthalten sein. Wenn möglich, sollte man immer
Vektorgrafiken bevorzugen, da sie ohne Qualitätsverluste skaliert werden
können. Ist man, wie bei gescannten Bildern, auf Pixelgrafiken
angewiesen, so sollte man zur Vermeidung von Qualitätsverlusten darauf
achten, daß die Auflösung der Grafik derjenigen des Druckers entspricht.
Man bedenke auch, daß Grautöne nur mit besser auflösenden Ausgabegeräten
(mind. 600dpi, besser mehr) gut wiedergegeben werden.
Um vorhandene Pixelgrafiken nach EPS zu wandeln, kann man die
Exportfunktion etlicher Grafikprogramme nutzen. Es gibt darüberhinaus
die beiden Programme `jpeg2ps' und `tiff2ps', die sehr kompakte
EPS-Dateien erzeugen. Sie erfordern Ausgabegeräte, die `PostScript
Level 2' beherrschen, wie beispielsweise alle modernen PS-Drucker und
neue Ghostscript-Versionen. Alternativ kann man zur Konvertierung von
JPEG nach EPS auch `imgtops2' verwenden, das in der EPS-Ausgabe
DCT-Kompression nutzt und so sehr kompakte EPS-Dateien erzeugt. Zur
Konvertierung von Pixelgrafiken, die im Format PNG, aber auch TIFF, JPEG
und Netpbm vorliegen, in EPS für Geräte mit PostScript Level 1, 2
oder 3, gibt es das Programm `bmeps', für TIFF auch `tif2eps', das
Ghostscript voraussetzt. Ein weiteres Programm, welches eine Vielzahl
von Grafikformaten konvertieren kann, ist `convert', das Bestandteil der
Programmsammlung `ImageMagick' ist. Es steht ebenfalls für viele
Betriebssysteme zur Verfügung. Da die meisten dvi-Preview-Programme
enthaltene EPS-Grafiken nicht darstellen können, empfiehlt es sich, die
dvi-Datei nach PostScript zu wandeln und dann ein
PostScript-Preview-Programm (`gv', `gsview', `ghostview', `Ghostscript'
etc.) zu verwenden.
Sehr ausführliche und gut verständliche Hinweise zu diesem Thema enthält
Keith Reckdahls Artikel `Using Imported Graphics in LaTeX2e' (epslatex)
und das Buch `The LaTeX Graphics Companion' von Michel Goossens u.a.
sowie `TeX/LaTeX und Graphik, ein Überblick über die Verfahren' von
Friedhelm Sowa (siehe Abschnitte 2.4.1 und 2.4.2).

graphics/graphicx:  CTAN: macros/latex/required/graphics/
graphicx            CTAN: macros/plain/graphics/
(Plain-TeX): 
epslatex (Keith     CTAN: info/epslatex.ps
Reckdahl): 
                    CTAN: info/epslatex.pdf
Graphics and Colour
with LaTeX (Patrick http://www.linmpi.mpg.de/~daly/latex/grf.htm
W. Daly): 
LaTeX2e und Grafik
(Sebastian          http://www.loh-fi.de/howto/latex.htm
Lohmeier): 
jpeg2ps:            http://www.pdflib.com/jpeg2ps/
                    CTAN: nonfree/support/jpeg2ps/
imgtops2:           http://www.cs.washington.edu/homes/dougz/postscript/imgtops2/
tiff2ps:            CTAN: graphics/tiff/
tif2eps:            CTAN: support/pstools/tif2eps/
bmeps:              CTAN: support/bmeps/
gif2eps:            http://www.zib.de/Visual/software/
ImageMagick:        http://www.imagemagick.org/
 


6.4.2 Wie kann ich erreichen, daß anstelle der Grafiken nur leerer Platz
in der Größe der Grafiken im LaTeX-Dokument erscheint?

Mit der Option `draft' der Pakete `graphics' bzw. `graphicx'

  \usepackage[draft]{graphicx}

erreicht man, daß statt der Grafiken nur ein Rahmen in Größe der Grafik
gezeichnet wird. Zusätzlich wird der Name der einzufügenden Datei in
diesen Rahmen geschrieben.
Tip: Verwendet man die Option `draft' in der Klassendeklaration, so gilt
diese auch für das Paket `graphicx'. Diese globale Option kann jedoch
mit der Paketoption `final' wieder überschrieben werden.
Will man weder Rahmen noch Dateinamen erhalten, so kann man das Paket
`crop' in der folgenden Weise nutzen:

  \usepackage[nographics]{crop}[2001/10/07]

Den gegenteiligen Effekt erreicht man mit der Paketoption `notext'.

crop:  CTAN: macros/latex/contrib/crop/
 


6.4.3 Wie kann ich mit TeX farbigen Text setzen?

Das LaTeX-Bundle `graphics' enthält das Paket `color', das Befehle zur
Verfügung stellt, mit denen man Textteile einfärben, eine Box oder den
Hintergrund einer Seite farbig hinterlegen kann. Dies funktioniert
natürlich nur, wenn das Ausgabegerät (Drucker, Bildschirm) dazu in der
Lage ist und der dvi-Treiber die dazu notwendige Funktionalität hat,
entsprechende \special-Anweisungen mit den Farbbefehlen auszuwerten.
Um das Paket `color' an verschiedene Ausgabegeräte und dvi-Treiber
anzupassen, muß eine entsprechende Definitionsdatei für den jeweiligen
Treiber vorhanden sein bzw. noch erstellt werden. Auf jedem System
sollte in der Datei ``color.cfg'' eine dvi-Treiber-Definition als
Default angegeben sein. Das Paket `color' läßt sich dann wie folgt
verwenden:

  \usepackage{color}

Will man in einem Dokument einen vom Standard abweichenden dvi-Treiber
verwenden, so kann man den Namen der dvi-Treiber-Definition als
Paket-Option angeben:


  \usepackage[dvips]{color}

erzeugt eine dvi-Datei mit Farb-\special-Anweisungen für den
dvi-PostScript-Treiber `dvips'. Danach kann man die entstehende
dvi-Datei auch mit anderen dvi-Treibern übersetzen bzw. ausdrucken,
jedoch werden in den meisten Fällen die Farb-\special-Anweisungen nicht
erkannt und mit einer Warnung ignoriert.
Eine genauere Beschreibung der einzelnen Anweisungen und der vorhandenen
Definitionsdateien findet man in der Anleitung `grfguide' im Paket
`graphics'.

graphics/color:  CTAN: macros/latex/required/graphics/
 


6.4.4 Bei mit `XFig' erstellten und exportierten Zeichnungen erhalte ich
bei der Einbindung in LaTeX den Fehler, daß \SetFigFont nicht definiert
ist. Was ist falsch?

Das Programm `fig2dev', das XFig zum Wandeln und Exportieren von
Fig-Bildern aufruft, hat in den Versionen vor Version 3.1pl1 einen
Fehler, der dazu führt, daß das Makro \SetFigFont nicht immer definiert
ist. Nach einem Update des Paketes `Transfig', welches `fig2dev'
enthält, verschwindet der Fehler. Kann man auf den Update nicht warten,
bietet sich auch als Einfachstlösung die Definition
\newcommand{\SetFigFont}[3]{} in der Dokumentpräambel an.

transfig/fig2dev:  CTAN: graphics/transfig/
 


6.4.5 Bei Verwendung von PiCTeX erhalte ich die Meldung `No room for a
new \dimen'. Wie kann ich das vermeiden?

PiCTeX verwendet sehr viele von TeXs Zähler- und Längenregistern und
wenn noch weitere Pakete hinzugeladen werden, die ebenso Register
benötigen, gehen die jeweils 256 vorhandenen, von denen LaTeX bereits
nicht wenige benötigt, aus. Die erste Lösung besteht in der Verwendung
des ConTeXt-Moduls `m-pictex' von Hans Hagen, das beim Laden von PiCTeX
dafür sorgt, daß statt Längen- an einigen Stellen Glue-Register
verwendet werden. Eine alternative Lösung besteht in der Verwendung des
Paketes `pictexwd', eines von Andreas Schrell veränderten PiCTeX, das
weniger Längenregister benutzt.
Eine weitere Lösungsmöglichkeit besteht darin, die größere Anzahl an
Registern zu nutzen, die e-TeX zur Verfügung stellt. Verwendet man LaTeX
(Aufruf: elatex), muß das Paket `etex' vor PiCTeX geladen werden, um von
e-TeX zu profitieren.

m-pictex.tex, m-pictex.sty:  CTAN: macros/context/cont-tmf.zip
pictexwd:                    CTAN: graphics/pictex/addon/
etex.sty ist momentan nur in teTeX und fpTeX enthalten.
 


6.4.6 Was kann ich tun, wenn eine Grafik im EPS-Format beim Einfügen in
ein LaTeX-Dokument Probleme bereitet?

Nicht selten erzeugen Grafikprogramme beim Speichern der Ergebnisse im
PostScript-Code keine oder eine fehlerhafte Boundingbox-Kommentarzeile.
Diese Angabe ist jedoch beim Einfügen der Grafik in ein LaTeX-Dokument
unbedingt erforderlich, da sonst der benötigte Platz nicht korrekt
berechnet werden kann. Der im folgenden testweise eingefügte Rahmen
zeigt die Größe der Boundingbox in Relation zur Grafik:

  \usepackage{graphicx}
  % ...
  \begin{figure}
    \setlength{\fboxsep}{-\fboxrule}\fbox{\includegraphics{dateiname}}
  \end{figure}

Ist die Boundingbox-Zeile fehlerhaft, kann folgendermaßen vorgegangen
werden:

  Manuelle Korrektur:

      Man lade die EPS-Datei in einen PostScript-Viewer und notiere sich
      die Koordinaten der linken unteren (ll,lr) und der rechten oberen
      (ul,ur) Ecke des interessierenden Teils der Grafik, wobei die
      Maßeinheit bp (big points) verwendet werden muß. Diese Werte füge
      man mit Hilfe eines ASCII-Editors im Anschluß an die Zeile
      ``%!PS-Adobe ...'' am Anfang der EPS-Datei hinzu bzw. korrigiere
      die vorhandene Angabe entsprechend:

        %%BoundingBox: ll lr ul ur

      Statt des Eintrags in die EPS-Datei können die Werte auch als
      optionale Parameter der `\includegraphics'-Anweisung angegeben
      werden:

        \includegraphics[bb= ll lr ul ur]{dateiname}


  Automatische Korrektur:

      Man verwende das Programm `epstool' in der folgenden Weise:

        epstool -b -c -oausgabedatei.eps eingabedatei.eps

      In der Datei ``eingabedatei.eps'' befinde sich die fehlerhafte
      Grafik, danach enthält ``ausgabedatei.eps'' die korrigierte
      Grafik. `epstool' erfordert die vorherige Installation des
      PostScript-Interpreters `Ghostscript'.
      Alternativ dazu kann versucht werden, das Problem unter Verwendung
      des Programms `epstopdf' zu lösen:

        epstopdf --nogs --outfile=ausgabedatei.eps eingabedatei.eps

      Liegt die Grafik in Form einer einseitigen PostScript-Datei vor,
      kann man mit Hilfe des Programms `ps2eps' versuchen, diese in eine
      EPS-Datei mit korrekter BoundingBox-Angabe umzuwandeln:

        ps2eps eingabedatei.ps

      `ps2eps' erfordert ebenfalls das Programm `Ghostscript' sowie
      `perl'.

Sollte trotz korrekter Angabe der BoundingBox ein ungünstiges Ergebnis
entstehen, kann es daran liegen, daß die EPS-Datei fälschlicherweise
PostScript-Anweisungen enthält, die auch den Bereich außerhalb der
BoundingBox verändern. Mit der Option [clip] der Anweisung
`\includegraphics' wird die Ausgabe auf den Bereich der BoundingBox
beschränkt.

epstool/gsview:      ftp://support/ghostscript/ghostgum/
epstopdf:            http://www.tug.org/applications/pdftex/
ps2eps:              CTAN: support/ps2eps/
Ghostscript (GPL):   CTAN: support/ghostscript/gnu/
Ghostscript (AFPL):  CTAN: nonfree/support/ghostscript/aladdin/
 


6.4.7 Warum werden Pixelgrafiken in pdf-Dateien, die ich mit pdfTeX
erzeugt habe, verzerrt oder mit falschen Farben dargestellt?

Vermutlich ist die Ursache die veraltete fehlerhafte
pdfTeX-Version 0.13d. Abhilfe schafft die Verwendung einer aktuellen
Version (z.B. 0.14f oder neuer). Bei dieser Gelegenheit empfiehlt es
sich, die im Zusammenhang mit dem LaTeX-Paket `graphicx' wichtige Datei
``pdftex.def'' und das LaTeX-Paket `hyperref' ebenfalls zu erneuern.

pdftex.def:  http://www.tug.org/applications/pdftex/
~:           CTAN: macros/latex/required/graphics
hyperref:    CTAN: macros/latex/contrib/hyperref/
~:           http://www.tug.org/applications/hyperref/
 


6.4.8 Wie kann ich unter Windows Bilder, Grafiken etc. mit LaTeX
verwenden?

Um Bilder u.ä. aus Windows-Programmen in LaTeX einzubinden, sollte man
diese im EPS-Format in eine Datei drucken. Da es mit den EPS-Dateien,
die die Standard-EPS-Druckertreiber unter Windows erzeugen, immer wieder
zu Problemen kommt, sollte man stattdessen die PostScript-Druckertreiber
von Adobe installieren (siehe Frage 11.3.6).
Damit die EPS-Datei nun problemlos und korrekt unter LaTeX mit der
Anweisung \includegraphics eingebunden werden kann, ist die
Bounding-Box-Angabe in der Datei zu bestimmen und eventuell zu
korrigieren (siehe Frage 6.4.6).

6.4.9 Woher kann ich eine Dokumentation zum (La)TeX-Paket `pictex'
bekommen?

Leider ist die Originaldokumentation nur käuflich von der Firma
``Personal TeX, Inc.'' zu erhalten. Ersatzweise kann man die frei
verfügbare Dokumentation zu dem Programm `mathspic' verwenden.
`mathspic' ist ein unter DOS/Windows verwendbares Filterprogramm zum
vereinfachten Erstellen von PiCTeX-Grafiken.

Personal TeX, Inc.:  http://www.pctex.com
mathspic:            CTAN: graphics/pictex/mathspic/mpicm21.pdf
 


--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 6 ---

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