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zweitere. Beide können mit einer Allgemeinerkrankung einhergehen, so
dass ein TA-Besuch angezeigt ist, bevor sich Schlimmeres entwickeln
kann.
Seltener ist die Ursache eine Allergie (siehe 4.7.3), Tumoren oder
Fremdkörper im Nasen-Rachenraum (sehr beliebt: Grashalme).
Liegt eine Infektion vor, sollte die Katze in jedem Fall warm gehalten
werden. In Absprache mit dem TA kommen bei einer verstopften Nase auch
Inhalationen (Vorsicht bei ätherischen Ölen, siehe 4.9.2; am besten
geeignet erscheint Kamillentee), Nasentropfen für Säuglinge (nicht
länger als sieben Tage!) oder Schleimlöser als unterstützende Maßnahme
in Frage. Katzen sind, was das Futter angeht, stark auf ihren
Geruchssinn angewiesen; deshalb muss auf regelmäßige Futteraufnahme
geachtet werden (siehe auch 4.4.9).
Besondere Vorsicht ist bei jungen Katzen geboten aufgrund des
Katzenschnupfenkomplexes (siehe 4.2.2). Dieser stellt eine schwere
Erkrankung dar, die zwingend tierärztlich behandelt werden muss!
4.4.13 Husten
Hat eine Katze häufig Husten mit oder ohne Auswurf, sollte die Ursache
möglichst rasch abgeklärt werden. Dabei sollte man darauf achten, in
welchen Situationen dieses Symptom bevorzugt auftritt.
Meist liegen Infektionen im Bereich des Kehlkopfes bzw. der Luftröhre
oder Lunge vor. Recht häufig spielen aber auch Allergien (siehe 4.7.3)
oder Fremdkörper im Bereich der Atemwege oder der Speiseröhre eine
Rolle. Darüber hinaus kann Husten ein erstes Anzeichen einer
Herzerkrankung sein, die schnellstmöglich entsprechend behandelt werden
sollte.
4.4.14 Verklebte Augen
Ein- oder beidseitig verklebte Augen enstehen durch eine i. d. R.
übermäßige Absonderung von veränderter Tränenflüssigkeit. Meist geht
damit ein Anschwellen und eine Rötung der Bindehäute einher. Werden die
Augen zusammengekniffen, deutet das auf Schmerzen hin. Die häufigsten
Ursachen sind Infektionen, wobei meist beidseitiger Ausfluss mit
Bindehautentzündung und Schmerzen auftritt. Ferner kommen vor allem bei
einseitigem Ausfluss Fremdkörper (Getreidegrannen u.ä.) in Frage.
In jedem Fall sollte schnell der TA aufgesucht werden, da sowohl
Fremdkörper als auch Infektionen zu einer Schädigung der Hornhaut führen
können. Mitunter kann sich eine Infektion auch tiefer in das Auge
fortpflanzen, so dass die Sehfähigkeit beeinträchtigt werden kann.
Bei Veränderungen im Inneren des Auges, insbesondere Trübung, Gerinnseln
oder Flocken in der vorderen Augenkammer, aber auch bei dauerhafter
Weit- oder Engstellung der Pupille sollte schnellstmöglich ein TA
aufgesucht werden!
Bitte unterlasst jede selbsttätige Verabreichung von Augensalben oder
-tropfen! Sie können je nach Erkrankung des Auges kontraindiziert sein
und die Sache eher noch verschlimmern. Bitte auch keine Salben oder
Tropfen anwenden, die noch von einer eventuellen früheren Behandlung im
Schrank liegen: Medikamente, die ins Auge eingebracht werden, dürfen
längstens sechs Wochen nach Anbruch verwendet werden
(Verkeimungsgefahr!). Auch Kamillentee hat nichts im Auge zu suchen,
obwohl es als "altes Hausmittel" gilt. Die darin enthaltenen
Schwebeteilchen können die Augenbindehäute zusätzlich reizen; ferner
steht Kamillentee im Verdacht, am Auge allergische Reaktionen
hervorzurufen.
Einzig zu empfehlen als Erste-Hilfe-Maßnahme bei stark verklebten Augen
ist das Entfernen der Krusten mit einem in lauwarmem Wasser oder einer
speziell dafür gedachten Lösung (z. B. Camillosan aus der Apotheke)
getränkten weichen, nicht fusselnden Läppchen. Das ersetzt allerdings
nicht den Gang zum TA!
4.4.15 Häufiges, heftiges Kratzen
Juckreiz bei Katzen führt zu vermehrtem Kratzen, aber auch Beißen und
hastigem Lecken an den betroffenen Körperstellen bis hin zur Verletzung
der Haut (erkennbar an Krusten) und Ausriss oder -fall der Haare. In
einigen Fällen fühlen sich die Katzen durch den Juckreiz so belästigt,
dass das Allgemeinbefinden leidet und sie schlecht fressen.
Die häufigsten Ursachen sind Parasiten, insbesondere Flöhe (siehe
4.5.1), aber auch Grasmilben (sitzen meist an den Pfoten und im
Kopfbereich), Ohr- und andere in der Haut lebende Milben (siehe
refmilbe); hin und wieder sind auch Haarlinge oder Läuse zu beobachten.
Hier sind nach Konsultation eines TA entsprechende Insektizide bzw.
Akarizide anzuwenden. Bitte keine Mittel aus dem freien Handel
ausprobieren, die ätherische Öle enthalten (siehe 4.5.2)!
Vor allem bei langhaarigen Katzen tritt nicht selten ein Pilzbefall der
Haut auf, der zu umschriebenem Haarausfall mit und ohne Juckreiz und
Krustenbildung führt und unter allen Umständen behandelt werden muss.
Zum einen übertragen sich die entsprechenden Pilze (meist
Microsporum-Arten, seltener Trichophyton) auch auf den Menschen und
andere im Haus lebende Tiere, zum anderen kann sich der Pilz in inneren
Organen einnisten! Die Behandlung ist i. d. R. recht langwierig, und man
sollte in dieser Zeit vermehrt auf Hygiene achten (z. B. die Hände nach
Streicheln der Katze hin und wieder mit Sagrotan oder ähnlichen
desinfizierenden Mitteln behandeln). Vorsicht ist v. a. bei Kindern,
älteren Menschen und Immungeschwächten geboten.
Auch Allergien jeglicher Art können zu Juckreiz führen, siehe dazu 4.7.
4.4.16 Belag in den Ohren
Gerade bei jungen, aber auch bei älteren Katzen findet man häufig Beläge
in den Ohren, i. d. R. im Zusammenhang mit einem mehr oder weniger
intensiven Kratzen.
Ursache sind v. a. Ohrmilben (siehe 4.5.3). Bei Befall mit selbigen
findet sich typischerweise ein krümelig-schwarzes Ohrsekret, das meist
in großen Mengen die Gehörgänge ausfüllt. Ferner kommen hin und wieder
Pilzinfektionen vor, wobei sich das Sekret eher zu braun und schmierig
verändert. Mitunter kann dann auch ein unangenehmer, hefeartiger Geruch
auffallen. Eher selten sind bakterielle Infektionen mit eitrigem, also
gelblich-stinkendem Ausfluss.
Bei allen Veränderungen des Ohrsekretes ist dringend angeraten, einen TA
aufzusuchen; zum einen können Entzündungen durch Milben u. a. durch das
Trommelfell zum Mittelohr, im schlimmsten Fall zum Innenohr hin
durchbrechen. Zum anderen ist der Juckreiz sehr unangenehm für die
Katze; durch anhaltendes Kratzen am Ohr kann sie sich außerdem
erhebliche Verletzungen zuführen.
Der TA wird eine Untersuchung und Reinigung des Ohres vornehmen und eine
Salbe oder Tropfen mitgeben, die regelmäßig gegeben werden müssen.
Ohrmilben sind sehr hartnäckig, und man muss mit einer mindestens
14-tägigen Behandlung rechnen. Seit einiger Zeit gibt es auch ein
wirksames Spot-on gegen diese Parasiten, das vier Wochen vorhält. Eine
eingehende Säuberung zu Behandlungsbeginn ist dennoch notwendig.
Achtung, wenn noch andere Tiere im Haushalt leben: Die Milben sind von
Katze zu Katze sowie von Katze zu Hund und umgekehrt übertragbar.
Deshalb: Auch bei den übrigen tierischen Mitbewohnern auf entsprechende
Anzeichen achten.
Vielfach wird versucht, die Ohren selbst zu reinigen. Dies ist durchaus
erlaubt, solange es sich um den sichtbaren Teil der Ohrmuscheln handelt.
Aber bitte nicht mit Q-Tips o. ä. im Gehörgang herumstochern. Die
Gefahr, das Trommelfell zu verletzen, ist nicht groß, solange man nicht
am Ohr zieht und damit den abgewinkelten Gehörgang "begradigt". Aber man
kann das Ohrsekret dadurch weiter in den Gehörgang hineinschieben. Die
daraus resultierende Verstopfung stellt eine willkommene Brutstätte für
Bakterien dar.
4.4.17 Humpeln, Hinken, Schmerzen beim Bewegen
Hinkt eine Katze, können viele Ursachen dahinter stecken. Sehr häufig
sind speziell bei Freigängern Abszesse in den Gliedmaßen (aber auch an
anderen Körperstellen) aufgrund von Biss- und Kratzwunden durch andere
Katzen, seltener aufgrund eingedrungener Fremdkörper. Dabei werden
krankheitserregende Keime in die Wunde getragen, die zuerst zu einer
massiven Verdickung des umliegenden Gewebes und nach Ausreifung zu einem
eitergefüllten Raum (Abszess) führen. Das Problem: Im Laufe der
Abszessreifung kommt es häufig zu einer Allgemeininfektion mit Fieber
(Symptome können Appetitlosigkeit und Mattigkeit sein). Die Bakterien
können sich schlimmstenfalls in wichtige Organe wie Niere, Herz oder
Leber absiedeln und dort Erkrankungen mit nachfolgenden
Funktionsminderungen verursachen. Deshalb bitte gerade bei solchen
eitrigen Entzündungen nie zu lange mit der Konsultation eines TA warten!
Ebenfalls recht häufig sind Knochenbrüche, die nicht nur bei
Freigängern, sondern auch bei Wohnungskatzen auftreten können, sowie
Reizungen der Nerven im Bereich der Wirbelsäule meist durch
"Verrenkungen" bei Sprüngen usw., die sich in Bewegungsunlust mit
"komischem Gang", Vermeiden von Springen, hin und wieder auch
Appetitlosigkeit aufgrund der Schmerzen äußert. Die Schmerzen entstehen
hierbei durch den Druck auf die Nerven, die aus dem Rückenmarkskanal in
den Körper abgehen.
Verschleißerscheinungen der Gelenke (Arthrosen), auch im Bereich der
Wirbelsäule (Spondylosen) treten bei Katzen seltener auf; es können aber
durchaus ältere Katzen betroffen sein bzw solche, die in jüngeren Jahren
Gelenksentzündungen oder Brüche hatten. Hierbei ist es sinnvoll, den TA
auf eine Begleittherapie mit Wirkstoffen, die den Stoffwechsel der
Gelenkflüssigkeit unterstützen, anzusprechen (als Handelsname und
Beispiel sei hier Felistro Locomotion mit Muschelextrakten genannt).
Andere, eher seltene Ursachen sind z. B. Gelenksentzündungen und
Knochenentzündungen.
Bei Lahmheiten, die beide Hintergliedmaßen betreffen, kann ein durch
eine Herzerkrankung verursachter Thrombus verantwortlich sein, der den
hinteren Teil der Aorta oder die zu den Gliedmaßen abgehenden Arterien
verstopft. Dadurch erfolgt eine Mangelversorgung mit sauerstoffreichem
Blut, die Hinterbeine werden kalt und schlaff. In einem solchen Fall
muss sofort (!) der TA konsultiert werden, da es sich um eine
lebensbedrohliche Erkrankung handelt, die nur schwer behandelbar ist.
Bei Humpeln oder Hinken ist also immer Abklärung durch den TA notwendig.
4.4.18 Knoten
Knoten sind nicht automatisch Tumoren, also Geschwulste. Weit häufiger
sind Entzündungen in Form von Abszessen (entstehen meist binnen weniger
Stunden bis Tage) oder Verstopfungen der Talgdrüsen (= Grützbeutel). Bei
älteren Katzen können auch Warzen vorkommen.
Bei Knoten, die schon länger vorhanden sind, ist eine Abklärung zu
empfehlen, zumal wenn sie plötzlich größer werden. Im Zweifelsfalle
sollte der Knoten entfernt und histo-pathologisch (auf die Art des
Gewebes) untersucht werden, da bei Katzen einige bösartige Tumorformen
verbreitet sind (u. a. das Fibrosarkom, das besonders im Zusammenhang
mit der Leukose- und der Tollwutimpfung, siehe 4.3, auftreten kann).
Schnelles Handeln erfordern auf jeden Fall Knoten im Gesäuge und an den
Ohrrändern, da es sich hier oft um bösartige Tumoren handelt, die recht
schnell in die Lunge oder andere Organe metastasieren können.
Als eher harmlos einzustufen sind Blutergüsse, die sich unter der Haut
als weiche bis festelastische Knoten abzeichnen können, oder "Beulen",
die noch bis zu zwei Wochen nach einer erfolgten Injektion bestehen
bleiben können.
4.4.19 Plötzliche starke Gewichtsabnahme
Verliert eine Katze in sehr kurzer Zeit merklich an Gewicht, steckt i.
d. R. eine schwere Erkrankung dahinter, die dringend abgeklärt werden
muss (bei gleichzeitigem Erbrechen, Durchfall oder Appetitlosigkeit
siehe 4.4.1, 4.4.2 bzw. 4.4.9)! Neben starkem Wurmbefall (siehe 4.5.4)
sind Diabetes mellitus (siehe 4.2.8) Nieren-(siehe 4.2.7),
Bauchspeicheldrüsen- oder Lebererkrankungen die häufigsten Ursachen;
aber auch Herzerkrankungen, Schilddrüsenüberfunktionen, FIP (siehe
4.2.5; insbesondere die trockene Form) oder FIV (s. 4.2.6) können für
den Gewichtsverlust verantwortlich sein.
Also: Katze gut auf andere Krankheitsanzeichen beobachten, um dann
schnell beim TA vorstellig zu werden.
4.4.20 Plötzliche starke Gewichtszunahme
Hinter einer plötzlichen starken Gewichtszunahme verbirgt sich in der
Regel eine ernsthafte Erkrankung, weshalb man zu deren Abklärung
unbedingt einen TA aufsuchen sollte. So können bspw. eine
Gebärmutterentzündung, ein Flüssigkeitserguß in Körperhöhlen (aufgrund
von FIP, siehe 4.2.5, oder einer Herzerkrankung) oder ein schnell
wachsender Tumor hierfür verantwortlich zeichnen. Auch eine mögliche
Schwangerschaft bei unkastrierten Freigängerinnen sollte erwogen werden.
4.4.21 Krämpfe
Krämpfe können vielfältiger Natur sein und bedürfen immer einer
Überprüfung durch den TA. Sie können bspw. auf eine akute Vergiftung,
eine Unterzuckerung bei einem Diabetes (siehe 4.2.8), eine
Niereninsuffizienz im Endstadium, eine Herzerkrankung, eine
Lebererkrankung, Kalziummangel oder einen epileptischen Anfall (siehe
http://www.katzenepilepsie.de/Start2.htm" für Einzelheiten)
zurükzuführen sein.
Der TA braucht genaue Angaben für die Diagnose. Wenn irgend möglich,
sollte man also auf die Uhr schauen, um festzustellen, wie lange die
Krämpfe dauern, und auf die genauen Begleitumstände (Erbrechen,
Speicheln, Einnässen, erweiterte Pupillen, Lichtscheu,
Lärmempfindlichkeit, Orientierungslosigkeit usw.) achten.
4.5 Was tun gegen Parasiten?
Es gibt zwei Gruppen von Parasiten: die Ekto- (ekto = außen) und die
Endoparasiten (endo = innen). Zu den Ektoparasiten zählen Flöhe, Milben,
Zecken und andere auf der Katze sitzende "Mitesser", zu den
Endoparasiten vor allem die Familie der Helminthen, also der parasitär
lebenden Würmer. Diese wiederum unterteilen sich in Rund- (Nematoden)
und Plattwürmer. Zu den Rundwürmern gehören Spul-, Haken- und
Peitschenwurm. Die Plattwürmer werden durch die Bandwurmarten vertreten.
Im Folgenden wird beschrieben, wie man gegen die unerwünschten "Gäste"
vorgehen kann.
4.5.1 Flöhe
Flöhe sind in zweierlei Hinsicht lästig. Zum einem saugen sie bei der
Katze Blut und verursachen durch ihren Speichel, der einen
Gerinnungshemmer enthält, Juckreiz; im schlimmsten Fall bekommt die
Katze eine Flohspeichelallergie. Zum anderen können sie Bandwürmer
übertragen. Diese gelangen in die Katze, wenn sie einen Floh aus ihrem
Fell holt und zerbeißt. Daher sollten bei Flohbefall nicht nur die Flöhe
selbst bekämpft, sondern auch Kotproben genommen und auf Wurmeier
untersucht werden (siehe 4.5.4). Je nach Befund ist dann eine Wurmkur
fällig.
Flöhe können Krankheiten übertragen (auch auf den Menschen). Deshalb
sollte man die Flohbekämpfung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Der
geringste Teil der Flohpopulation sitzt übrigens auf der Katze. Wenn
man also auf ihr Flöhe oder, häufiger, Flohkot (kleine schwarze
Krümelchen, die auf ein Stück Papier gelegt und angefeuchtet einen
rötlichen Hof bilden) gefunden hat, liegen in der näheren Umgebung
bereits Unmengen von Eiern und Puppen. Ein einzelner weiblicher Floh
legt nach seiner ersten Blutmahlzeit im Laufe seines ca. dreiwöchigen
Lebens etwa 2.500 Eier. Diese rieseln aus dem Fell der Katze in alle
möglichen und unmöglichen Ecken, Ritzen, Teppiche usw. Die Larven
ernähren sich vom Kot (enthält Blutreste) der erwachsenen Flöhe, bis sie
sich verpuppen. Die Puppen können unbeschadet ein Jahr und länger auf
einen geeigneten Wirt warten. Das erklärt, warum auch reine
Wohnungskatzen ohne Hundebesuch Flöhe bekommen können. Wenn man nämlich
in eine Wohnung zieht, in der vor einem halben Jahr ein Tierhalter mit
einem Flohproblem lebte, hat man die Bescherung: Die Jungflöhe sprengen
die Puppenhülle und attackieren den sehnlichst erwarteten neuen Wirt.
Das bedeutet: Bei Flohbefall muss immer auch eine Umgebungsbehandlung
durchgeführt werden. Wirksame (!) Mittel gegen Flöhe gibt es nur in der
TA-Praxis oder in der Apotheke. Die im Zoohandel angebotenen Sprays,
Puder und Halsbänder haben nur eine gesicherte Wirkung: Sie füllen die
Kassen der Hersteller und des Handels. Die Flöhe hingegen fühlen sich
durch sie wenig bis gar nicht in ihrer Arbeit gestört. Auch von der
natürlichen AlternativeTeebaumöl sollte man die Finger lassen: Es
enthält Terpene und Phenole, die für die Katze hochgiftig sind!
Wer mag und sehr sorgfältig arbeitet, kann den Plagegeistern auch mit
Flohkamm und heißem Wasser, in das man die Flöhe entsorgt, zu Leibe
rücken. Dazu muss man aber bei Freigängern täglich penibelste Kontrollen
durchführen. In Gegenden mit vielen Igeln haben Katzen besonders häufig
Flöhe. Igelnester sind immer flohverseucht, und wenn die Katze
hindurchläuft, zieht sie die lieben Tierchen geradezu magisch an.
Die in der TA-Praxis angebotenen Mittel sind meist so genannte Spot-ons.
Sie werden der Katze in den Nacken geträufelt, der Wirkstoff wird über
die Haut aufgenommen und verteilt sich über das Blut auf den gesamten
Organismus. Mittel der neueren Generation sind bei weitem nicht mehr so
gefährlich, wie sie es noch vor ein paar Jahren waren, und werden in den
allermeisten Fällen von der Katze gut vertragen.
Bei noch nicht zu starkem Befall können ein saugkräftiger Staubsauger
(Tipp: Flohhalsband nicht der Katze umlegen, sondern in den
Staubsaugerbeutel stecken!) sowie ein Dampfreiniger gute Dienste
leisten. Dann heißt es fleißig saugen, saugen, saugen :-).
Darüber hinaus gibt es ein Präparat, das man der Katze vorsorglich
einmal monatlich ins Futter geben kann, sozusagen die "Pille für den
Floh". Der Vorteil ist, dass dieses Mittel für Säugetiere völlig
unschädlich ist, da es nur auf die Chitinbildung von Insekten Einfluss
hat: Es tötet ausgewachsene Flöhe nicht, verhindert aber die Vermehrung,
indem es den Zyklus Ei ->Larve ->Puppe ->erwachsener Floh unterbricht.
Der Larven können sich nicht verpuppen, infolge dessen sterben sie ab.
Für Katzen, die bei Medikamenten im Futter den "Braten riechen" und
streiken, gibt es das Mittel als Sechs-Monats -Spritze. Auf Dauer ist
dies bei Freigängern die beste Möglichkeit der Vorbeugung.
4.5.2 Zecken
Zecken sind leider weit verbreitet. Wenn die Katze nur manchmal eine
oder zwei Zecken mitbringt, reicht die mechanische Entfernung mittels
Zeckenzange oder -haken. Bitte niemals mit bloßen Fingern (An-
steckungsgefahr mit Borrelien!) arbeiten oder zu Hausmitteln wie
Spiritus, Öl und Ähnlichem greifen. Diese Mittel wirken zwar, aber zu
langsam. In ihrem Todeskampf gibt die Zecke vermehrt Speichel und damit
auch darin enthaltene Krankheitserreger in die Bisswunde ab. Nach
heutigem Kenntnisstand können Katzen zwar keine FSME (Gehirnentzündung)
oder Borreliose bekommen, aber Zecken übertragen auch andere
Krankheitskeime. Entgegen landläufiger Meinung hat der Stechapparat der
Zecken kein Gewinde ;-). Man muss sie also nicht aus der Haut
herausdrehen, sondern kann sie mit einem beherzten Ruck einfach
herausziehen. Sollte einmal der Zeckenkopf in der Haut steckenbleiben -
keine Panik: Er wird ähnlich wie ein Holzsplitter herauseitern. Evtl.
Wundsalbe beim TA besorgen.
Von "natürlichen" oder "biologischen" Alternativmitteln sollte man die
Finger lassen. Teebaumöl und andere ätherische Öle (insbesondere
terpenhaltige) sind entweder für die Katze giftig, oder sie vertreiben
die Zecke von der Katze in die Wohnung, wo sie zu einer erhöhten Gefahr
für den Menschen wird. Denn wenn ihr der Wirt Katze zu sehr stinkt,
weicht sie gern auf den Wirt Mensch aus, sowie sich die Gelegenheit
bietet.
Bringt die Katze ständig mehrere Zecken mit, dann sollte man sich in der
TA-Praxis ein Ungeziefer-Spot-on besorgen, das nicht nur gegen Flöhe,
sondern auch gegen Zecken hilft.
4.5.3 Milben
Wenn die Katze schwarze Verkrustungen oder schmierige Beläge in den
Ohren hat, sich häufig in den Ohren kratzt und/oder den Kopf schüttelt,
weist dies mit großer Wahrscheinlichkeit auf einen Ohrmilbenbefall hin.
Unter den Fleischfressern sind diese Milben stark verbreitet, und die
Ansteckung erfolgt von Tier zu Tier. Auch Hunde können diese Milbenart
auf Katzen übertragen und umgekehrt. Befallen sind meist die Ohrmuschel
und der äußere Ohrenrand, selten auch die Augen- und Stirngegend.
Da Ohrmilben starken Juckreiz auslösen und die befallenen Tiere sich
kratzen, kommt es zu vermehrter Absonderung von Ohrenschmalz und
Wundsekret. Hierdurch können sich dicke schwarze Beläge bilden. Durch
das ständige Kopfschütteln und Kratzen kann es zu einer Entzündung des
Gehörganges kommen, in schweren Fällen sogar zum Durchbruch des
Trommelfelles, zu Mittelohrentzündung und Taubheit. Ein Befall mit
Milben gehört auf jeden Fall tierärztlich behandelt. Der TA wird i. d.
R. das Ohr reinigen und mit einer Salbe/Lotion behandeln, die die Milben
abtötet, den Juckreiz lindert und heilungsfördernd wirkt. Die
Behandlung muss vom Tierhalter mehrere Tage fortgeführt werden und
sollte nicht ohne Rücksprache mit dem TA abgebrochen werden.
Zum Thema Herbstgrasmilben siehe
http://www.tierarztinfo.com/Ubersicht/Lexikon/Katze/Herbstgrasmilben_Katze/herbstgrasmilben_katze.html
4.5.4 Darmparasiten (Würmer)
Würmer leben im Magen und im Darm der Katze und "stehlen" ihr dort Teile
der Nahrung. Bei starkem Befall kann es daher zur Unterversorgung mit
Vitaminen, Mineralien und Eiweiß kommen. Für Katzenwelpen können Würmer
lebensbedrohlich werden.
Es gibt verschiedene parasitär lebende "Wurmfamilien" (Oberbegriff:
Helminthen). Katzen werden von Plattwürmern (Bandwürmer) und
Rundwürmern, auch Nematoden genannt (Spul-, Haken-, Peitschenwürmer),
befallen. Zu sehen bekommt man sie so gut wie nie. Lediglich Bandwürmer
fallen dem Tierhalter gelegentlich als Reiskörner auf, wenn einzelne
Wurmglieder am After kleben (erstklassig zu sehen auf den Fotos unter
http://www.boerde.de/~matthias/parasit/). Spulwürmer können erbrochen
werden - das allerdings nur bei länger andauerndem und sehr starkem
Befall.
Für den Menschen gefährlich werden können vor allem drei Arten:
1. Der Spulwurm, insbesondere für Kinder. Zu den möglichen Folgen
gehören Fieber, Muskel-und Gelenkschmerzen, Lungenentzündung,
Sehstörungen, nervöse Störungen, Hirnhautentzündungen bis hin zu
epileptischen Anfällen.
2. Der Fuchsbandwurm, ein besonders "heimtückischer" Parasit.
Fuchsbandwurmfinnen nisten sich in Leber und Lunge ein und schädigen
diese Organe massiv. Eine Heilung ist kaum möglich, die Übertragung
findet jedoch eher über ungewaschene, mit Fuchskot verseuchte
Waldbeeren als über die Katze statt. Der bei Katzen viel häufigere,
weil durch den Floh übertragene Gurkenkernbandwurm ist für den
Menschen relativ harmlos. Bei der Katze hat er bei starkem Befall ein
struppiges Fell, Futterverweigerung und schleimigen Durchfall zur
Folge.
3. Der Hakenwurm. Seine Larven werden durch Auflecken oder über die Haut
aufgenommen. Sie bohren sich durch die Haut hindurch, gelangen so in
die Blutbahn und über das Herz in die Lunge. Hakenwürmer gefährden
vor allem Freigänger. Ein Befall kann erst nach etwa vier Wochen
nachgewiesen werden. Bei starkem Befall kann es zu Abmagerung,
Apathie, blutigem Durchfall, Darmentzündung, Blutarmut und
Immunschwäche bis hin zum Tod kommen. Der Hakenwurm kommt weltweit
vor, vor allem aber in den Tropen und Subtropen.
Der einzige für den Menschen ungefährliche Katzen-Darmparasit ist der
Peitschenwurm. Bei der Katze löst er bei starkem Befall Blutarmut,
blutige Darmentzündungen, Abmagerung und Kräfteverfall aus. Bei
Katzenwelpen kann es zu Entwicklungsstörungen kommen.
Während Band-, Haken- und Peitschenwurm meist nur bei Freigängern
und/oder Flohbefall auftreten, können Spulwurmeier auch von uns Menschen
eingeschleppt werden (Schuhsohlen). Deshalb macht es Sinn, auch reine
Wohnungskatzen regelmäßig auf Wurmeier untersuchen zu lassen. Hierzu
sollte man ein- bis zweimal im Jahr eine Stuhlprobe (Kot von drei Tagen,
da Wurmeier nicht ständig ausgeschieden werden!) zum TA bringen.
Wichtig: Die Katze vorher wiegen. Wurmkuren werden nach Körpergewicht
verabreicht, bei Unterdosierung nützt die Kur nichts. Die zuverlässigste
Wirkung haben Wurmkuren auf adulte (erwachsene) Würmer. Neuerdings gibt
es jedoch Wurmkuren, die versprechen auch Eier und Larven erfolgreich
abzutöten. Zur Sicherheit sollte man aber bei stärkerem Wurmbefall nach
etwa drei Wochen nochmals eine Kotprobe untersuchen lassen, um
anhaltenden Befall ausschliessen oder gegebenenfalls nachbehandeln zu
können. Es empfiehlt sich, das Wurmkurmittel häufig zu wechseln, um
Resistenzen vorzubeugen.
Bei Freigängern ist immer eine kombinierte Spul- und Bandwurmkur
angesagt, bei Wohnungskatzen kann dies nach einem Flohbefall ebenfalls
nötig sein. Deshalb: Freigänger alle drei Monate entwurmen (evtl.
vorher Kotproben untersuchen lassen). Wohnungskatzen brauchen nur ein
bis zweimal jährlich untersucht zu werden - es sei denn, es gab einen
Flohbefall (siehe 4.5.1).
4.6 Meine Katze wird alt. Was bedeutet das eigentlich?
Ab wann gilt eine Katze als "alt"? Während Katzen noch vor wenigen
Jahrzehnten selten älter als zehn Jahre wurden, liegt das
Durchschnittsalter heute bei zwölf Jahren, und selbst Tiere mit 15 oder
gar 20 Jahren sind keine Seltenheit mehr. Manchmal findet man sogar
Katzensenioren, die noch mit 25 oder 30 Jahren ein durchaus katzenwertes
Leben führen. Nicht zuletzt, wie bei uns Menschen auch, auf Grund des
medizinischen Fortschritts. Außerdem spielt es natürlich eine Rolle,
dass heutzutage viele Katzen nur in der Wohnung gehalten werden, wo die
größten "Feinde" wie z. B. Autos oder durch Revierstreitigkeiten
erworbene Infektionskrankheiten wegfallen. Im Allgemeinen spricht man
bei Katzen ab ca. acht Jahren von einem älteren Tier.
Ob sich eine Katze auch in hohem Alter noch fit fühlt, hängt von
verschiedenen Faktoren ab. Neben der genetischen Veranlagung spielen
überwundene Krankheiten, Umwelteinflüsse, aber vor allem auch die Für-
sorge des Besitzers eine große Rolle. Gut gepflegte Katzen sind weniger
gebrechlich, wenn sie älter werden. Werden aber Krankheiten oder
Verletzungen nicht beachtet, beschleunigt sich auch der
Alterungsprozess.
4.6.1 Was sind typische Altersbeschwerden?
Ältere Katzen haben ein höheres Schlaf- und Wärmebedürfnis, Freigänger
gehen seltener auf Tour. Weniger Bewegung führt schnell zu
Gewichtszunahme, daher sollte gegebenenfalls die Futtermenge reduziert
werden, um Übergewicht zu vermeiden. Der Stoffwechsel verändert sich,
viele Nährstoffe werden nicht mehr so gut aufgenommen. Wichtig sind
daher hochwertige Futter, die den Stoffwechsel entlasten. Das Gebiss
wird schlechter, es kommt verstärkt zu Zahnstein und
Zahnfleischentzündungen (siehe 4.4.11), und mit zunehmendem Alter müssen
auch Zahnverluste hingenommen werden, die die Katze in der Regel aber
nicht bei der Futteraufnahme behindern. Nicht selten tritt auch
Verstopfung (siehe 4.4.3) auf. Ballaststoffreiches Futter und Animation
zum Spiel können hier Abhilfe schaffen.
Gelenke, Muskeln, Sehnen und Knochen werden müder, Nässe und Kälte
werden schlechter vertragen. Infolge dessen kann es zu Arthrose kommen.
Viele Katzensenioren haben Probleme, sich zu putzen, weil die
Beweglichkeit nachlässt. Hier kann Mensch mit Kamm und/oder Bürste
unterstützend eingreifen. Vielleicht schafft es die Katze auch nicht
mehr, ihren höher gelegenen Lieblingsplatz zu erreichen. Mit einer
selbstgebauten "Treppe" kann man ihr das dennoch ermöglichen.
Immer häufiger hört man von Katzen mit Niereninsuffizienz (siehe 4.2.7).
Wichtige erste Anzeichen sind verstärkter Durst und Gewichtsabnahme.
Leber und Bauchspeicheldrüse werden weniger leistungsfähig, dadurch kann
es zu Verdauungsproblemen kommen. Auch Herzprobleme,
Harnwegsinfektionen, Diabetes mellitus (siehe 4.2.8), chronische
Atemwegserkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion und Tumorerkrankungen
sind weitere Krankheiten, die im Alter verstärkt auftreten.
Mit höherem Alter lassen die Sinnesleistungen nach, wobei
Einschränkungen in Sehkraft oder Gehör von Katzen erstaunlich gut
weggesteckt werden. Die Widerstandskraft gegenüber Krankheiten und
Parasiten verringert sich, weil das Immunsystem schwächer wird.
Um Altersbeschwerden rechtzeitig zu bemerken, sollte man die ältere
Katze genau beobachten. Noch wichtiger als bisher ist natürlich der
regelmässige Besuch beim TA. Viele TÄ bieten Altersuntersuchungen, so
genannte Geriatrie-Checks an. Hier wird die Katze auf "Herz und Nieren"
untersucht, es werden wichtige Bluttests gemacht, die Aufschluss über
die Leistung innerer Organe geben.
4.6.2 Was ist mit dem Narkoserisiko?
Heutzutage gibt es sehr gute Narkosemittel, darunter auch solche, deren
Wirkung mittels "Weckmittel" aufgehoben wird. Daher ist es in vielen
Fällen durchaus vertretbar, auch alte Katzen noch zu operieren. Ein
guter TA wird in so einem Fall über alle Chancen und Risiken aufklären.
Zusätzliche Informationen zum Thema "Ältere Katze findet man u.a. hier:
http://www.laboklin.de/rat_tat/rt_geria.htm. Außerdem ist der Ratgeber:
"Meine Katze wird älter" von Saskia Brixner wärmstens zu empfehlen,
erschienen 1996 im Naturbuch-Verlag (ISBN 3-89440-218-0). Der Titel ist
leider nicht mehr lieferbar, aber vermutlich in vielen Bibliotheken
auszuleihen.
4.7 Meine Katze ist allergisch
Auch Katzen haben Allergien und leiden, ebenso wie Menschen, unter
ihnen. Die Symptome sind unterschiedlich und reichen von juckenden
Ekzemen bis hin zu Haarverlust und Atembeschwerden. Bei Allergien
reagiert der Organismus übermäßig auf eigentlich harmlose Substanzen in
der Umgebung wie Blütenpollen, Hausstaub, Hausstaubmilben oder
Futterbestandteile. Die erhöhte Bereitschaft zu solchen Reaktionen gilt
als erblich, doch hängt es von weiteren Faktoren ab, ob es zu
Krankheitserscheinungen kommt oder nicht.
Juckreiz ist eine häufige Reaktion, ist aber leider nicht immer als
solcher zu erkennen. Einige Katzen lecken sich stark (was als
verstärktes Putzverhalten gedeutet werden könnte), bei anderen Katzen
fällt nur unterschiedlich stark ausgeprägter Haarausfall auf. Am
häufigsten betroffen sind alle Stellen, an denen leicht geleckt werden
kann, also Bauch, Beine, bei einigen Tieren auch der Rücken. Da keine
Veränderungen der Haut selbst auftreten und sich die meisten Katzen
selten bis niemals in Anwesenheit oder Sichtweite ihrer Besitzer lecken,
werden zunächst häufig Verhaltensprobleme oder Hormonstörungen vermutet.
Je nach Allergieauslöser können heute auch bei Katzen recht erfolgreich
Hyposensibilisierungen durchgeführt werden.
4.7.1 Futtermittelallergien
Nur rund zehn bis 15 % der Katzenallergien sind auf die Futtermittel
selbst zurückzuführen. Häufiger ist eine allergische Reaktion auf
Futtermilben bzw. deren Ausscheidungen (im Trockenfutter). Gerade bei
der Futtermittelallergie kann es zu Magen-Darm-Problemen kommen, es
tritt aber auch häufig Juckreiz im Gesichtsbereich zwischen Auge und Ohr
auf (nicht verwechseln mit Ohrmilben!) oder sogar am ganzen Körper.
Um herauszufinden, ob und, wenn ja, auf welche Futter-Inhaltsstoffe die
Katze allergisch reagiert, muss eine Eliminationsdiät gefüttert werden.
Eine solche Diät darf nichts enthalten, was die Katze bereits einmal
gefressen hat, denn allergisch reagieren kann man nur auf Stoffe, die
das Immunsystem bereits kennt. Wer sich also die Mühe machen möchte,
selbst zu kochen, sollte dies berücksichtigen (Kartoffeln und
unbehandelter, gekochter Reis sind hier bewährt; als Eiweißquelle: Wild,
Ente, Kaninchen, Ziege). Es gibt auf dem Markt eine nahezu allergenfreie
Fertigdiät, diese ist sehr teuer, aber auch sehr effizient. Ferner gibt
es die Möglichkeit, sich gegen Gebühr (ca. 68 EUR) an der
Tiermedizinischen Hochschule in München Diätpläne erstellen zu lassen.
(Ansprechpartner: Dr. Britta Dobenecker, Fach-TÄ für Tierernährung und
Diätetik, Tel. 0 89/15 29 00, Sprechzeiten: werktags 10:00-12:00 Uhr, in
der übrigen Zeit läuft der Anrufbeantworter; Fax 0 89/1 57 49 39).
Eine Ausschlussdiät dauert mindestens sechs bis zwölf Wochen, erst
danach werden einzelne Bestandteile auf ihre allergene Wirkung bei der
Katze getestet und zwar immer ein Futtermittelbestandteil zur Zeit über
ein paar Tage gefüttert. Die Reaktion auf den Stoff erfolgt meist nicht
unmittelbar, sondern erst nach zwei bis drei Tagen.
Eine kurze Anmerkung zu Futtermilben: Vielfach wird empfohlen, das
Katzenfutter einzufrieren, um die Futtermilben abzutöten. Das tötet zwar
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