allanswers.org - <2004-04-28> de.rec.tiere.katzen FAQ - Haeufig gestellte Fragen (2/3)

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<2004-04-28> de.rec.tiere.katzen FAQ - Haeufig gestellte Fragen (2/3)

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die Milben, aber für eine allergische Reaktion sind selbst einzelne
Teile bzw. tote Milben ausreichend. Es bliebe also nur, das Futter zu
entsorgen und das nächste Mal evtl. kleinere Trockenfutterpackungen zu
kaufen oder bei einem Allergiker gänzlich auf Trockenfutter zu
verzichten.


4.7.2      Kontaktallergien

Die häufigste Kontaktallergie bei Katzen ist die Flohspeicheldermatitis.
Ihr kann man recht einfach beikommen, indem man den Allergieauslöser,
nämlich Flohspeichel, ausschaltet. Eine regelmäßige Behandlung mit
Antiflohmitteln (vor allem bei Freigängern) ist hier angezeigt, damit
die Flöhe die Katze nicht beißen und somit auch ihren Speichel nicht in
die Haut bringen können.

Katzen können, ähnlich wie wir, auch auf verschiedene Lacke, Metalle,
Pflanzen, ätherische Öle und Flüssigkeiten allergisch reagieren. Nur ist
der Nachweis einer solchen Allergie ungleich schwerer. Zum Glück sind
sie eher selten. Sollte eine solche Allergie vorliegen, bleibt einem
nichts weiter übrig, als zu versuchen den Auslöser zu finden.  Wurde ein
neues Möbelstück gekauft? Gibt es Pflanzen in der Wohnung, die dafür
bekannt sind, ein hohes allergisierendes Potential zu haben? Wird ein
neues Putz- oder Spülmittel verwendet? Wurden die Gartenstühle im Keller
neu lackiert? Manchmal bleibt leider nur der Ausweg, regelmäßig ein
Antihistaminikum zu spritzen oder oral zu verabreichen. In schweren
Fällen können Kortisonpräparate die letzte Chance sein. Sie dämpfen das
Immunsystem und damit die Überreaktion.


4.7.3      Atemwegsallergien

Eine ererbte Neigung zu Überempfindlichkeitsreaktionen (Atopie) gelten
als zweithäufigste allergische Erkrankung der Katze. Auslöser kann z. B.
Blütenstaub sein. Die Allergene gelangen auf zwei Arten in den Körper:
durch die Atmung oder über die Haut. Das erste Anzeichen für eine Atopie
ist Juckreiz. Da dies aber für andere Allergien genauso gilt, muss beim
TA abgeklärt werden (durch Blutprobenentnahme und Laboruntersuchung), ob
es sich um eine Atopie handelt. Bei Nichterkennen verschlimmert sich die
Allergie meist mit steigendem Alter.

Auch hier können kortisonhaltige Medikamente Linderung verschaffen. Eine
weitere Möglichkeit besteht in der Hyposensibilisierung. Sie kann die
Antigentoleranz des Körpers erhöhen, die allergische Reaktion wird
dadurch verzögert oder vermindert. Die Erfolgsquote liegt bei 50 bis
80%.


4.8       Meine Katze braucht Medikamente. Wie verabreichen?

Da die Medikamentengabe oftmals erst bei älteren Katzen nötig ist, "übt"
man sie leider nicht bereits am jungen Kätzchen. Wer aber ein noch
junges Kätzchen zu Hause hat, der kann es mal mit Trofu versuchen:
Schnabel auf, Futterbrocken rein, Schnabel zu und warten, das Ganze
täglich üben. Das wäre nämlich das Beste, um die Katze auf spätere evtl.
nötige Dauermedikation vorzubereiten. Da das aber kaum ein Katzenhalter
tut, stehen die meisten von uns irgendwann einmal vor der Frage: Woher
zur Hölle kommen die anderen acht Pfoten bei meiner Katze?

Medikamentengabe (vor allem Pillen) bei Katzen stellt den Halter immer
wieder vor neue Herausforderungen. Was eben noch klappte (Pille in
Thunfisch, Wurst, Käse usw. verstecken), hat Mieze längst durchschaut.
Die Brachialmethode aus der TA-Praxis sieht zwar schlimm aus, ist aber
am effektivsten und am schonendsten für alle Beteiligten: Also Katze
gepackt, Maul auf, Pille in den Schlund geschoben, Maul zuhalten, Kehle
reiben und hoffen, dass Katz das Ding drinnen behält! Wer sich das
zutraut, sollte es genau so handhaben. Wer etwas zarter besaitet ist,
muss sich etwas anderes einfallen lassen.

Bei Tabletten hat es sich bewährt, diese im Mörser zu zermahlen und das
Pulver unter Nassfutter zu mischen oder mit etwas Wasser vermischt und
einer Spritze (ohne Kanüle!) ins Maul zu flößen. Auch die Methode, eine
Pille in einer Kugel aus z. B. Thunfisch einzufrieren und diese dann,
leicht angetaut, der Katze zu präsentieren, funktioniert in einigen
Fällen gut. Ganz wichtig bei all diesen Aktionen: Niemals die Katze die
Pille sehen lassen, nicht mal an das Teil denken! Katzen scheinen in
solchen Fällen nämlich Gedanken lesen zu können ;-).

Etwas leichter gestaltet sich die Gabe von Flüssigkeiten, man kann sie
entweder mit einer Spritze (ohne Kanüle) oder mit dem mitgelieferten
Applikator ins Katzenmaul geben, was meist einfacher als Tablettengabe
ist. Wurmkuren (zumindest gegen Bandwürmer) gibt es mittlerweile als
Spot-on, und gegen Spul- und Bandwürmer gibt es Pasten, seit neuestem
sogar eine, die lecker sein soll.

Wer es sich zutraut, kann seinen TA auch fragen, ob es das Medikament
zum Injizieren gibt, und zu Hause selber spritzen. Für die ganz
schlimmen Fälle, siehe
http://www.katzennothilfe.de/felidae/gedichte/humoriges/anleitung.htm
;-)


4.9      Kann ich meine Katze gefahrlos selbst behandeln?

Wie immer im Leben: Es kommt ganz drauf an. Ein harmloser grippaler
Infekt, eine leichte Magenverstimmung, eine kleine Kratzwunde - dafür
braucht man seine Katze nicht unbedingt dem Stress eines TA-Besuches
auszusetzen (siehe auch die einzelnen Symptome unter 4.4). Voraussetzung
ist jedoch immer, dass eine ernstere Erkrankung oder Verletzung
ausgeschlossen ist.

Grundsätzlich gilt: Jede Selbstbehandlung und/oder die tierärztliche
Behandlung begleitende und unterstützende Maßnahme sollte mit dem
behandelnden TA abgesprochen werden. Er wird nur dann etwas dagegen
haben, wenn er der Meinung ist, dass dem Tier damit Schaden zugefügt
wird.


4.9.1    Medikamente der Humanmedizin

Alles, was Mensch für sich selbst im Arzneischränkchen stehen hat, ist
zunächst einmal tabu - und zwar auch dann, wenn es sich nicht um
verschreibungspflichtige Medikamente handelt. Katzen können z. B. durch
eine falsche Dosierung mit Aspirin (ASS, Acetylsalicylsäure) vergiftet
werden, da sie den Inhaltsstoff - im Gegensatz zum Menschen - nicht
schnell genug abbauen können. Deshalb darf Aspirin nur unter
tierärztlicher Anleitung verabreicht werden! Natürlich sind einige
Medikamente der Humanmedizin auch für Katzen geeignet, aber welche das
sind und wie sie dosiert werden müssen, das kann nur der TA im
Einzelfall entscheiden. Der Gang zum TA oder wenigstens der Griff zum
Telefon ist eh angesagt, wenn man der Meinung ist, eine Erkrankung
medikamentös behandeln zu müssen.


4.9.2    Alternative Medizin

Logischerweise gibt es alternative, "natürliche" Heilmethoden nicht nur
für Menschen, sondern auch für Katzen. Und ebenso logischerweise gilt
hier das Gleiche wie bei den chemisch synthetisierten Medikamenten der
Humanmedizin: Was für Menschen gut ist, kann u. U. eine Katze schwer
schädigen oder gar umbringen.

Pflanzliche Heilmittel (Phytotherapeutika): Sie wirken auf den
Organismus der Katze nicht automatisch genauso wie auf den menschlichen
Organismus. Als Beispiel sei hier das ätherische Öl der Nadelbäume
genannt: Was unseren Atemwegen gut tut, kann für die Katze tödliche
Folgen haben, denn die darin enthaltenen Terpene sind für sie
hochgiftig. Noch stärker gilt das für das beliebte und sogar zur Floh-
und Zeckenbekämpfung angebotene Teebaumöl: Finger weg, es ist Gift für
Katzen (Näheres dazu ist unter
http://people.freenet.de/sindern/teebaum.html zu finden)! Pflanzliche
Heilmittel sind auch nicht per se harmlos und unschädlich. In den
meisten Fällen handelt es sich um hochwirksame Medikamente. Uner-
wünschte Nebenwirkungen sind also möglich, und bei falscher Anwendung
oder Dosierung können sie heftig schaden.

Homöopathika: Die klassische Homöopathie ist nicht zur Selbstbehandlung
geeignet. Der Homöopath sieht sich den Patienten sehr genau an und wählt
anhand einer sehr umfassenden Untersuchung und Betrachtung das nur für
diesen Patienten richtige Homöopathikum aus. Wenn lediglich aufgrund
eines einzelnen Symptoms ein Homöopathikum empfohlen wird: Finger davon!
Ein Symptom wie Husten z. B. kann enorm viele verschiedene Ursachen
haben, von harmlos bis lebensbedrohlich. Kein echter Homöopath wird
aufgrund einer so nichtssagenden Angabe wie Husten ein Homöopathikum
empfehlen.

Allerdings ist nicht alles, was sich Homöopathie nennt, auch wirklich
Homöopathie. Viele pflanzliche Medikamente werden homöopathisch
hergestellt, aber phytotherapeutisch verwendet. Das betrifft vor allem
Urtinkturen und Potenzen im unteren D-Bereich. Hier gilt wieder dasselbe
wie bei den pflanzlichen Heilmitteln: Sie sind wirksam, teils
hochwirksam, können unerwünschte Nebenwirkungen haben und bei falscher
Dosierung oder Anwendung schaden.

Bachblüten: Bachblüten sind kein Medikament. Sie sind grundsätzlich
nicht zur Behandlung von Krankheiten gedacht und geeignet. Wer sie zur
Bekämpfung übergroßer Ängstlichkeit, Unruhe, Aggression, Ein-
gewöhnungsschwierigkeiten oder Pinkelproblemen geben will, sollte sich
einschlägige Literatur besorgen und in der Apotheke stets um die
alkoholfreie Variante bitten. Bachblüten sind unschädlich - solange
durch ihren Einsatz eine notwendige tierärztliche Behandlung nicht
hinausgezögert wird. Bei vermeintlich psychischen Problemen sollte daher
immer auch an eine mögliche körperliche Ursache gedacht und diese
abgeklärt werden.


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