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<2004-04-28> de.rec.tiere.katzen FAQ - Haeufig gestellte Fragen (3/3) |
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Archive-name: de/katzen-faq/part3 Subject: <2004-04-28> de.rec.tiere.katzen FAQ - Haeufig gestellte Fragen (3/3) Maintainer: drtk-FAQ-TeamURL: http://www.drtk-faq.de/ Last-posted: 2004-04-06 Last-modified: 2004-04-28 Posting-Frequency: monthly 4.10 Wie finde ich einen guten Tierarzt/eine geeignete Tierklinik? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, da jeder andere Maßstäbe für die Auswahl des TA ansetzt. Sinnvoll ist es sicher, im Freundes- und Bekanntenkreis nachzufragen, ob jemand positive oder negative Erfahrungen mit einem TA gemacht hat. Wenn auch auf diesem Wege keine Erfahrungen zu sammeln sind, dann hilft meistens nur ein Blick in die Gelben Seiten. Sinnvoll ist es, bei dem ausgewählten Arzt einen Termin auszumachen. Wenn man in die allgemeine Sprechstunde ohne Voranmeldung kommt, dann kann es durchaus sein, da sich der Arzt nicht so viel Zeit nehmen kann, wie man es für ein erstes Kennenlernen wünscht. 4.11 Was kostet eine Behandlung? Die Kosten für den TA werden durch die Tierärztegebührenordnung (GOT) festgelegt. Für eine Behandlung unter normalen Umständen muss mindestens der einfache, maximal der dreifache Satz der GOT bezahlt werden. Besondere Umstände, wie z. B. ein Nachteinsatz, werden mit höheren Gebühren abgegolten. Aber auch hier nennt die GOT den Rahmen, in dem sich die Preise bewegen müssen. Die derzeit gültige Version stammt vom 1. August 1999 und ist unter http://www.vetdomain.de/Sites/gebuehrenordnung1999.htm nachzulesen. 4.12 Wie finde ich einen guten Tierheilpraktiker? Das ist alles andere als einfach, weil sich auf diesem Gebiet eine Menge Scharlatane und Betrüger tummeln, die nur auf das Geld gutgläubiger und verzweifelter Tierhalter aus sind. Zunächst einmal ist die Bezeichnung Tierheilpraktiker kein geschützter Begriff. Wer immer will, darf sich so nennen und Tiere "behandeln". Medizinische Kenntnisse sind nicht nötig. Die Wirksamkeit der meisten Behandlungsmethoden, die von Tierheilpraktikern praktiziert werden, ist nicht nachgewiesen. Das soll nicht heißen, dass sie in jedem Fall nutzlos sind. Es gibt aber bisher keine Beweise für ihren Nutzen. Für die Wahl des richtigenTierheilpraktikers können hier nur Anhaltspunkte gegeben werden. Er sollte: · mehr als nur oberflächliche (tier-) medizinische Kenntnisse haben; · mehrere Jahre Erfahrung in einer Fremdpraxis gesammelt haben, bevor er seine eigene Praxis eröffnet; · bereit sein, mit einem TA zusammenzuarbeiten; · von vornherein auf die Grenzen seiner Möglichkeiten hinweisen - ein seriöser Tierheilpraktiker behauptet niemals, z.B. FIP, feline Leukämie oder eine chronische Niereninsuffizienz heilen zu können; · umgehend an einen TA verweisen, wenn eine Krankheit vorliegt, gegen die er nichts ausrichten kann; · sich den Patienten auf jeden Fall selbst ansehen und gründlich untersuchen - Fernbehandlung ist immer und in jedem Fall Scharlatanerie und außerdem nach dem Heilmittelwerbegesetz (HWG § 9) verboten; · nicht gleich auf jeden neuen Zug aufspringen. Wenn er jede in der aktuellsten Illustrierten als sensationelle Neuentdeckung angepriesene Methode noch am selben Tag aufgreift und als Nonplusultra verkauft, weiß er mit Sicherheit nicht, was er tut. Ideal wäre ein guter TA mit naturheilkundlicher Zusatzausbildung. 4.13 Wenn gar nichts mehr hilft. . . Manchmal kommt der Augenblick, an dem man am Ende aller Heilkunst angelangt ist. Hier steht der Mensch vor der sehr schweren Entscheidung, ob er seine Katze einschläfern lassen soll. Bei einer Krankheit ist häufig der Rat eines zweiten TA sinnvoll, um eine endgültige Entscheidung mit größerer Sicherheit treffen zu können. Letztlich sollte immer das Wohl des Tieres, nicht das des Menschen im Vordergrund stehen. Es ist nicht leicht, sich von einem langjährigen Lebensbegleiter zu trennen, aber dies wird durch die ersparten Leiden der Katze aufgewogen. 4.13.1 Der Tod eines Tieres Leider gehört der Tod zum Leben. Und uns ist immer nur eine kurze Zeit mit den Tigern vergönnt. Wenn es so weit ist, müssen wir sie gehen lassen, auch wenn es schwer fällt. Wenn ihr noch andere Tiere habt, gebt ihnen bitte die Gelegenheit, sich ebenfalls zu verabschieden. Lasst sie den leblosen Körper beschnuppern und auf ihre Art Lebewohl sagen. Nach einer gewissen Zeit denkt ihr bestimmt auch an eine andere Katze. Es ist kein Ersatz, und es ist keine Treulosigkeit, wenn ihr einer anderen Katze ein Zuhause gebt. Im Gegenteil, viele Katzen warten sehnsüchtig auf eine neue Heimat. Und euer Herz ist groß genug. 4.13.2 Meine Katze muß eingeschläfert werden. Wie geht das vor sich? Um das Leben einer Katze zu beenden, benutzt der TA gewöhnlich eine von drei Methoden. Die einfachste Variante ist die Überdosierung eines normalen Narkosemittels. Nach der Injektion schläft das Tier langsam ein, bis alle Lebensfunktionen erlöschen. Die zweite Variante besteht aus der Gabe von zwei Spritzen: Die erste enthält ein Narkosemittel in normaler Dosierung, die zweite das eigentliche Gift (häufig T61 oder Eutha77). Die Narkose ist in diesem Fall unbedingt erforderlich, da die Gifte ohne Narkose zu einem qualvollen Ersticken führen würden. Die dritte Methode ist umstritten. Bei dieser wird das Gift direkt in das Herz gespritzt. Wenn es funktioniert, ist das Tier binnen Sekunden gestorben. Jedoch setzt diese Methode große Erfahrung beim TA voraus. In drtk wurde schon mehrfach von Vorfällen berichtet, bei denen der TA das Herz nicht richtig getroffen hatte und die Katze noch unnötige Schmerzen vor ihrem Tod erleiden musste. 4.13.3 Darf ich meine Katze im Garten begraben? Viele Katzenhalter wollen ihr totes Tier nicht einfach beim TA zurücklassen, da dieser es normalerweise in eine Tierkörperbeseitigungsanstalt bringen lässt. Grundsätzlich ist das Begraben des Tieres im eigenen Garten erlaubt, wenn dieser nicht in einem Wasserschutzgebiet liegt. Zusätzlich gilt, dass das Tier mit einer mindestens 50 cm starken Erdschicht bedeckt werden muss. Geregelt wird dies durch den Paragraf 5 des Tierkörperbeseitigungsgesetzes, das in Deutschland bundesweit gültig ist. Wenn man keinen eigenen Garten hat, in dem man sein Tier begraben könnte, dann existiert noch die Möglichkeit, das Tier einäschern zu lassen (TA nach entsprechenden Unternehmen fragen) oder ein Grab auf einem Tierfriedhof zu kaufen. Eine Liste von Tierfriedhöfen, sortiert nach Postleitzahlen, hat Birgit Lötzerich auf http://www.loetzerich.de/Abschied/Tierfriedhofe/tierfriedhofe.html zusammengestellt. 4.13.4 Wo finde ich die Geschichte von der Regenbogenbrücke? Die "Regenbogenbrücke" ist ein kleines Gedicht, welches den Halter eines verstorbenen Tieres in seinem Schmerz etwas trösten möchte. Christel Wysocki hat das englischsprachige Gedicht eines unbekannten Autors ins Deutsche übersetzt und auf http://www.christelw.de/katzen/rainbow/ veröffentlicht. 5 Fortpflanzung 5.1 Sterilisieren oder Kastrieren? Ein populärer Irrtum ist, dass Kater kastriert und Kätzinnen sterilisiert werden. Die beiden Begriffe bezeichnen unterschiedliche Operationen: Bei der Kastration werden die Keimdrüsen (Eierstöcke, Hoden) entfernt. Bei der Sterilisation hingegen bleiben sie erhalten, jedoch werden Ei- oder Samenleiter durchtrennt. Bei Katzen ist die Kastration seit Jahren allgemein üblich. Im Gegensatz zur Sterilisation, bei der lediglich Verhinderung von ungewollten Schwangerschaften im Vordergrund steht, wird bei der Kastration auch in den Hormonhaushalt und damit in das Verhalten des Tieres eingegriffen. Hiermit wird zum einen ein dem Menschen unangenehmes Verhalten unterdrückt (z. B. das Markieren mit Urin), zum anderen wird ernstzunehmenden Gesundheitsschäden wie Krebs vorgebeugt, die z. B. eine Dauerrolligkeit verursachen kann (umfassendere Ausführungen dazu sind unter http://www.odo.in-berlin.de/kastration.html zu finden). 5.2 Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Kastration? Die meisten Tierärzte kastrieren etwa bei Erreichen der Geschlechtsreife oder kurz davor. Aber auch ein früherer Kastrationszeitpunkt ist in der Regel unproblematisch und bietet sich insbesondere bei Freigängern oder Geschwisterhaltung an. Eine Frühkastration erhöht übrigens nicht das Risiko, Harnsteine oder Harnwegserkrankungen zu bekommen. 5.2.1 Kater Mit dem Erreichen der Geschlechtsreife setzt auch das Markieren ein. Der Kater wird dann ca. sechs bis zehn Monate alt sein. Meist fängt vorher der Urin an, streng zu riechen. Daher ist es bei Drinnenkatern auch nicht schwer, diesen Zeitpunkt zu treffen. Hat das Markieren erst angefangen, wird es allerhöchste Zeit. Manchmal behalten kastrierte Kater ein einmal angefangenes Markieren bei. Aber keine Sorge, das muss nicht so sein. 5.2.2 Katze Die Katze sollte spätestens kurz nach der ersten Rolligkeit kastriert werden. Grob wird das so zwischen sechs und zwölf Monaten der Fall sein. Es gibt allerdings auch Spätzünder. Während einer Rolligkeitsphase sollte möglichst keine Kastration durchgeführt werden, da Eierstöcke und Gebärmutter stark durchblutet sind. Ist es unumgänglich, muss auf jeden Fall der Tierarzt von dem Zustand unterrichtet werden, damit er sich darauf einstellen kann. Auch eine trächtige Katze kann noch kastriert werden. In dem Fall (möglichst frühzeitig, wenn die Föten noch klein sind) wird die Gebärmutter komplett entfernt. Das hört sich nicht gut an, ist aber manchmal für die Katze besser. Eventuell ist sie noch zu jung, oder es drohen Missbildungen aufgrund von Inzucht. 5.2.3 Besondere Berücksichtigung von Pärchen Bei Pärchen sollte ebenso wie bei Draußenkatzen darauf geachtet werden, dass eine Kastration frühzeitig passiert, um ungewollten Nachwuchs zu verhindern. Bei einer Kater-Kastration ist zu bedenken, dass der Kater trotz Kastration noch ca. sechs Wochen - in Einzelfällen auch länger - zeugungsfähig sein kann! 5.3 Was spricht für eine Kastration? Es gibt viele Katzen, die in Tierheimen und bei privaten Tierschützern auf ein neues Zuhause warten. Und es gibt viele Katzen, die ungeliebt und allein auf sich gestellt versuchen, durch ihr viel zu kurzes Leben zu kommen. Es muss nicht sein, dass nur, weil jemand gern mal Katzenbabys haben möchte, noch mehr Tiere produziert werden. Kommen wir zu "handfesteren" Gründen: Der unkastrierte Kater... · markiert sein Revier. Und die Duftmarke wirkt auf die Menschen ziemlich penetrant. · kämpft hart um Reviergrenzen und rollige Weibchen. Das hat häufig hohe TA-Rechnungen zur Folge, abgesehen von den schmerzenden Wunden, die sich der Kater mitunter durch diese Kämpfe einhandelt. Dazu kommt ein erhöhtes Risiko, sich durch die Kämpfe mit FeLV (Felines Leukämie Virus, also Leukämie/Leukose) oder FIV (Felines Immunschwäche Virus) zu infizieren. · stromert auf der Suche nach rolligen Weibchen. Die unkastrierte Katze... · wird regelmäßig rollig. So eine Rolligkeit mag ja ganz putzig auf die Menschen wirken. Aber für die Katze ist es Stress. Wird ihre Rolligkeit nicht befriedigt, wird sie schnell wieder rollig. Es droht eine Dauerrolligkeit. Sie isst kaum noch, wird nervös, vernachlässigt ihre Körperpflege. · trägt als Draußenkatze ebenfalls ein erhöhtes FeLV-Risiko durch die Nachstellungen der Kater (insbesondere durch den Nackenbiss des Katers bei der Paarung). · kann krankhafte Veränderungen an der Gebärmutter bekommen (Krebs, dazu siehe auch 5.1). 5.4 Woran erkennt man die Geschlechtsreife? Der Kater beginnt oft damit, sein Revier zu markieren. Das kann leider auch in der Wohnung passieren. Beim Markieren wird Urin mit Duftstoffen (recht penetrant für Menschennasen) meist schräg nach oben gegen eine Fläche (Wand, Schrank, Sofa, Baum, Hausecke. . . ) gespritzt. Der Schwanz ist nach oben abgespreizt, und die Hinterpfoten treteln (oder pumpen). Auch der Urin in der Katzentoilette riecht durch die Duftstoffe streng. Dazu kommt häufig ein typisches Revierverhalten, d. h. es beginnt die Zeit der Katerkämpfe um Revier und Weibchen. Eine Kätzin wird rollig. Dieser Begriff ist durchaus wörtlich zu nehmen. Jeder wird eine rollige Katze erkennen, auch wenn er nicht weiß, wie das im Detail aussieht: Die Katze rollt sich auf dem Boden, streckt das Hinterteil hoch und spreizt dabei den Schwanz ab. Sie bietet sich förmlich an. Dazu kommt ein lautes Gurren und Rufen nach einem potenten Kater, was durchaus schon mal als Lärmbelästigung aufgefasst werden kann. Auch rollige Katzen markieren. Es kommt sogar vor, dass sie in Katermanier gegen Flächen spritzen. Meist sind es aber kleine Pfützen, die der Katzenmensch an unerwünschten Stellen findet. Eine Rolligkeit dauert ca. fünf bis sieben Tage. 5.5 Wie kann ich uns auf die Geburt und die Zeit danach vorbereiten? Für eine Katze sind Trächtigkeit und Geburt ein völlig natürlicher und meistens unkomplizierter Vorgang. Trotzdem sollte man auf ungewöhnliche Anzeichen achten, die andeuten könnten, dass etwas nicht ganz richtig läuft. Im Zweifelsfall ist der TA der richtige Ansprechpartner - vor, während und nach der Geburt. 5.5.1 Unsere Katze ist trächtig. Wie sorgen wir für sie? Handelt es sich um eine Rassekatze, die zu diesem Zweck zum Kater gebracht wurde, ist die Errechnung des Geburtstermines sehr einfach. Die Tragezeit einer Katze beträgt durchschnittlich 62-65 Tage (die Ex- tremwerte sind 58-71 Tage). Schwieriger wird es, wenn die (freilaufende) Katze, die eigentlich demnächst hätte kastriert werden sollen oder eigentlich noch viel zu jung für Derartiges ist, plötzlich ruhiger wird und ein immer dickeres Bäuchlein bekommt. Dann kann man den Wurftag nur ungefähr schätzen. Allerdings kann der TA auch eine trächtige Katze kastrieren (siehe 5.2.2). Während der Trächtigkeit wird die Katze mit dem gewohnten, hoffentlich hochwertigen Futter gefüttert wie immer (sie braucht ebensowenig wie eine Schwangere "für zwei" zu essen). Allerdings ist der erhöhte Kalziumbedarf zu berücksichtigen, ein geeignetes Präparat empfiehlt evtl. der TA. Sollte die Katze während der Trächtigkeit Krankheitsanzeichen zeigen oder gar Blut verlieren, ist sofort der TA aufzusuchen. 5.5.2 Geburt Man sollte auf jeden Fall zu Hause sein, wenn die Katze wirft. Urlaubstage sind entsprechend einzuteilen. Auch bei einer Katze, die schon öfter problemlos geworfen hat, können unerwartete Schwierigkeiten auftreten. Am besten bespricht man sich vorher mit dem TA, um ihn bei Problemen erreichen zu können. Wenn man zum ersten Mal eine Katzengeburt erlebt, ist es am günstigsten, sich des Beistandes einer erfahrenen Person zu versichern und diese mit Versprechungen von Kaffee und Kuchen ins Haus zu locken. Als Wurflager und Kinderstube eignet sich sicher ein entsprechend großer Pappkarton (mit abnehmbarem Deckel und Eingang), aber ein Korb, mit einem Polster und einem selbstgemachten abnehmbaren Himmel sieht als Katzenkinderstube doch hübscher aus. Als Einlage während der Geburt eignen sich am besten Bettnässereinlagen, die man in der Apotheke erhält. Desinfektionsmittel (am besten Sterillium, Apotheke), saubere Tücher (und Küchenrollen) und eine kleine scharfe Schere sollten zur Hand sein. Wichtig ist auch eine Gramm-genaue Waage. Obwohl in Katzenbüchern oft zu lesen ist, dass Katzen die bevorstehende Geburt durch Unruhe oder Einstellen der Futteraufnahme anzeigen, ist das nicht immer so. Ich kenne eine Katze, die sich zehn Minuten vor der Geburt ihres ersten Kindes (insgesamt waren es dann sieben) noch kräftig den Bauch vollgeschlagen hat. Knapp vor dem Geburtstermin wird die Katze nun wirklich unruhig, hechelt und putzt sich vermehrt die Geschlechtsteile. Normalerweise wird das Kätzchen in der Fruchtblase geboren, die die Kätzin sofort aufreißt, um das Kleine trockenzulecken. Die Nachgeburt wird gefressen und dabei die Nabelschnur abgekaut (länger als 2 cm sollte sie nicht sein, damit sie sich nicht um ein Beinchen des Neugeborenen wickeln kann). Hört die Katze nicht auf zu kauen und kommt zu nahe an das Bäuchlein des Kleinen, nimmt man es ihr weg. Wenn sie das Kleine nicht auspackt, Fruchtblase aufreißen, abnabeln (die Nabelschnur möglichst ein wenig massieren vor dem Abschneiden) und, wenn das Kätzchen nicht atmet, ausschütteln (bitte vorher unbedingt zeigen und erklären lassen). Übertragene Kätzchen überleben Sauerstoffmangel nach der Geburt viel schlechter (geringe Herzglykogenreserve), deshalb sollten spätestens am 69. Tag die Kätzchen notfalls durch einen Kaiserschnitt geholt werden. Meist kommen die Jungtiere in Abständen von einer halben bis einer Stunde, es können aber auch Stunden dazwischen sein. Wenn die Kätzin in diesen Pausen keine Wehen hat, verläuft alles normal. Sollte sie aber über längere Zeit (ab ca. 1 Std.) Wehen haben, ohne dass ein Kind erscheint, bitte den TA anrufen! Zu jedem Kätzchen gehört eine Nachgeburt; wenn eine fehlt, TA kontaktieren. Eine im Körper verbliebene Nachgeburt kann schlimme Folgen haben. 5.5.3 Aufzucht Nun ist die Geburt vorbei, das Körbchen mit einer frischen Einlage versehen, im Idealfall trinken alle Kätzchen tretelnd, dabei geschwind ihre Geschwister wegschubsend, und die junge Mutter schnurrt beruhigend. Die Kätzchen sind gewogen und ein Geburts- und Aufzuchtprotokoll angelegt, denn die Kleinen sollen die ersten Wochen täglich zur selben Zeit gewogen werden, damit man sofort sieht, wenn eines nicht zunimmt. Waage, Wurfkorb, Menschenhände - alles wird peinlich sauber gehalten und desinfiziert. Besucher der Wöchnerin schauen mit den Augen, nicht mit den Händen. Ebenso Kinder, die zwar beobachten und die Mama streicheln, jedoch die Kätzchen nicht herausnehmen und herumtragen dürfen. Die Kätzin verliert einige Tage noch ein wenig Blut. Bis das vorbei ist und solange die Nabelschnüre noch nicht abgefallen sind (nach ca. sechs Tagen), wird die Einlage des Wurflagers täglich gewechselt. Bei den geringsten Anzeichen von Erkrankungen von Mutter oder Kindern muss sofort der TA kontaktiert werden. In der ersten Lebenswoche nehmen die Kleinen etwa 1-2 g täglich zu. Mit vier Wochen sollten sie zwischen 350 und 500 g schwer sein, wobei die Mädchen meist leichter sind als die Kater. Mit neun bis zehn Tagen öffnen sie die Augen (sollten sie sich nicht öffnen oder gar die Lider anschwellen, TA kontaktieren). Die Mutter nimmt beim Putzen Kot und Urin auf (dadurch bleibt das Nest sauber und geruchlos für Feinde), solange die Kleinen sich nur von Muttermilch ernähren. Die Mutter sollte weiterhin Kalzium erhalten und ausreichend fressen. Wenn meine Anna nicht fressen wollte, stellte ich ihr das Futter in den Wurfkorb. Da sie es als nicht geeignet für ihre Kinder einstufte, futterte sie sofort das Schüsselchen leer. Ehe die Kleinen vier Wochen alt sind, sollten sie neben dem Wurfkorb ein Kinderklo (flache, kippsichere Schale, kein Klumpstreu, da es gerne gefressen wird) finden. Ich weiß noch, wie so ein kleiner Mann laut jammernd und entsetzt das Würstchen anstarrte, das da plötzlich aus ihm herauskam. Meist wird das Klo gerne benutzt, vor allem zum Spielen. Dafür benutzte eines unserer Katzenkinder hartnäckig die Trocken- futterschale als Klo (hat sie sich aber bald wieder abgewöhnt). Ab etwa vier Wochen verlassen sie ihr Körbchen und beginnen, ihre Umgebung zu erforschen. Da sie aber die Gewohnheit haben, den Menschen auf Schritt und Tritt zu folgen, ist es am besten, ihre Aktivitäten vorerst auf einen Raum zu beschränken, damit man nicht auf sie tritt. Wir haben deshalb in die offene Türe eines Zimmers ein ca. 20 cm hohes Brett geklemmt, über das die Mutter hüpfen konnte, nicht aber die Kin- der, und dadurch verhindert, dass die Kleinen in der Wohnung herumlaufen und sich an den unmöglichsten Stellen zum Schlafen niederlassen. Als Erstfutter eignet sich gutes Katzenfutter (siehe Kapitel 3). Wenn die Mutter nicht mehr so viel säugt, sollte man die Kleinen fünfmal am Tag füttern: abwechselnd Futter und Brei aus Kondensmilch und Hefe- flocken, versetzt mit Kalzium und Vitaminen. Zum Impfplan siehe 4.3. Der Zeitpunkt der ersten Entwurmung richtet sich nach den Lebensumständen der Mutterkatze. Welpen von Freigängerinnen sollten so früh wie möglich, evtl. schon mit zwei Wochen, erstmals entwurmt werden, alle anderen kurz vor den ersten Impfungen. Wenn die Kleinen abgegeben werden sollen, sieht man sich rechtzeitig (d. h. sobald sie geboren sind) nach geeigneten Plätzen um. Ihre neuen Halter dürfen sie zwar besuchen, aber erst mitnehmen, wenn sie zwölf Wochen alt sind. Dass nur der beste Platz mit den nettesten Menschen gut genug ist, versteht sich von selbst. Auch bei Hauskätzchen sollte man sich zumindest die Impfkosten ersetzen lassen. Dieser Beitrag ist für gute künftige Katzeneltern sicher selbstverständlich. 5.6 Mutterloses Junges - was nun? Kommt man in die Verlegenheit, ein mutterloses Kätzchen aufziehen zu wollen oder müssen, gibt es einige Dinge, die unbedingt zu beachten sind. Grundsätzlich allerdings unterscheidet sich die Versorgung eines Katzenbabys nicht sehr von der eines menschlichen Kindes. Als obersten Grundsatz (wie immer bei der Tierhaltung) sollte man wohl nehmen, dass der TA einer deiner besten Freunde ist! Mit dem Kätzchen sollte man sich also schnellstmöglich zu ihm begeben. Erstmal muss das Kleine gründlich untersucht werden und dann mit Sicherheit eine Behandlung gegen Parasiten - innere wie äußere - bekommen. Auch eine Unterstützung des Immunsystems ist in vielen Fällen anzuraten (Baypamun). Hat man das solcherart grundversorgte Kätzchen dann zu Hause, braucht es viel Wärme. Eine schlichte Wärmflasche ist nicht so gut, weil die Wärme nicht gleichbleibend ist und relativ schnell nachlässt. Am besten hat sich eine so genannte "Ferkellampe" bewährt; das ist eine große Rotlichtlampe, die man für wenig Geld z. B. im landwirtschaftlichen Handel bekommt. Diese Lampen können, im Gegensatz zu "normalen" kleinen Rotlichtlampen, auch im Dauereinsatz sein, ohne dass sie schmelzen. Die Ferkellampe wird mit ihrer Kette etwa 60 Zentimeter über dem Kätzchen aufgehängt (Temperatur im Auge behalten!) und spendet tage- oder auch wochenlang gleichbleibende Wärme. Wenn das Kleine ein bisschen größer ist und nicht mehr ganz so viel Wärme benötigt, sollte es allerdings eine Ausweichmöglichkeit haben und sich auch außerhalb des unmittelbaren Strahlbereichs der Lampe hinlegen können. (Übrigens sind diese Ferkellampen auch bei erwachsenen kranken oder angeschlagenen Tieren sehr hilfreich!) Als Aufenthaltsort für das Kätzchen haben sich z. B. große Kaninchenkäfige bewährt. Dort ist es sicher untergebracht, kann am Leben der Familie teilnehmen und hat genügend Platz, sich ein wenig zu bewegen. Auch ein Mini-Katzenklo und später Futter- und Wasserschüsselchen finden darin Platz. Je nachdem, wie alt das Kätzchen ist, benötigt es etwa alle zwei Stunden Milch. Am besten besorgt man sich spezielles Katzenaufzuchtmilchpulver beim TA. Es wird für jede Fütterung frisch mit warmem Wasser angerührt. Wie bei menschlichen Babys ist die richtige Temperatur sehr wichtig! Sehr kleine Katzenwelpen muss man vielleicht erst mit einer kleinen Einwegspritze (ohne Kanüle) füttern, ihnen jeweils ganz wenige Tröpfchen vorsichtig ins Mäulchen träufeln, bis pro Mahlzeit etwa 5-10 ml getrunken wurden. Etwas größere Babys kommen meist mit speziellen Aufzuchtfläschchen (aus dem Tierbedarfshandel) prima zurecht. Vielfach werden auch einfach die kleinen Milchfläschchen benutzt, in denen Liebesperlen angeboten werden. Bei beiden Flaschenarten muss man auf eine angemessene Größe des Schnullerloches achten. Wenn es zu groß ist, verschlucken sich die Kleinen leicht. Man muss natürlich peinlich auf Hygiene achten, immer sauber ausgewaschene Flaschen und Schnuller sind sehr wichtig! Nach der Mahlzeit gilt es, eine weitere, wichtige Aufgabe der Katzenmama zu übernehmen: Die Verdauung des Kätzchens anregen! Dazu muss das Bäuchlein sanft massiert werden, mit kleinen, streichelnden Bewe- gungen, immer nach unten, dem Schwänzchen zu. Nimmt man dazu in warmem Wasser ausgedrückte Wattebäusche, kann man damit gleich prima den abgegebenen Urin und Kot aufnehmen und das Hinterteilchen schön abwaschen. Das Kleine bitte danach gleich wieder trocknen, sonst entzieht die Verdunstungskälte zu viel Körperwärme. Im Alter von etwa drei Wochen ist das Katzenkind dann so weit, langsam mit festerer Nahrung bekannt gemacht zu werden. Eine gute Methode besteht darin, dem Kleinen erstmal seine gewohnte Milch auf einer Untertasse anzubieten. Es wird zunächst hineintapsen, schnuppern und gar nicht wissen, was es damit anstellen soll. Wenn man immer wieder seine Fingerspitze in die Milch taucht und dann zum Ablecken/Absaugen anbietet, wird das Tierchen irgendwann begreifen. Aber bitte nicht von einem Moment zum anderen erwarten, dass das Katzenkind "umsteigt". Es wird sicherlich ein paar Tage dauern, bis es die Fläschchen gar nicht mehr braucht! Hat das Kleine begriffen, worum es geht, kann man anfangen, ganz langsam vermustes Katzenkinder-Dosenfutter unter die Milch zu mischen und den Anteil allmählich zu steigern. Manche Tierchen lernen das sehr schnell und mögen dann auch bald kein Fläschchen mehr. Manche tun sich schwer damit. Evtl. muss man tricksen, indem man dem Katzenkind beispielsweise winzige Bröckchen des Dosenfutters in die Mundwinkel schmiert und darauf wartet, dass es beim Putzen auf den Geschmack kommt. Ein wichtiges, auch in dieser Phase immer wieder benötigtes Utensil ist ein weiches Handtuch. Bei kleinen Kätzchen muss man eigentlich ständig irgendwas abwischen und säubern. Die Erziehung zur Sauberkeit läuft fast von allein. Bis zum Alter von etwa drei Wochen muss man mittels Wattebäuschen und ständigem Wechseln der Unterlagen nachhelfen, aber dann geht es gewöhnlich ganz schnell, dass das Kleine selbstständig das Katzenklo aufsucht: Sowie es mobil genug auf den eigenen Beinchen ist, muss man es ihm eigentlich nur ab und zu zeigen. Wenn man auf seinen gesunden Menschenverstand hört, das Kleine jede Woche dem TA vorstellt und nicht erwartet, dass immer alles nach (Zeit-) Plan geht, ist die Katzenaufzucht eine lohnende und schöne Sache. 5.7 Bekommen kastrierte Kater dickere Köpfe? Nein. Das ist Unsinn. 5.8 Meine Katze ist trotz Kastration rollig Es ist zwar selten, kann aber leider passieren. Wenn neben den Eierstöcken noch versprengtes Eierstockgewebe vorhanden ist, werden weiterhin Hormone produziert, die die Katze rollig werden lassen. Eine erneute Operation ist aus den unter 5.3 genannten Gründen angebracht. Unter Umständen nimmt der TA auch die Gebärmutter heraus. 5.9 Kann ich nicht die Pille geben? Die Pille ist recht umstritten. Für einen kurzen begrenzten Zeitraum ist es sicher kein Problem. Aber zum einen wurde bei manchen Katzen festgestellt, dass die Pille mit der Zeit keine Wirksamkeit mehr zeigt. Und zum anderen können sich bei permanenter Pillengabe hormonabhängige Krebserkrankungen oder Gebärmuttervereiterungen entwickeln. Daher sollte man eine Katze besser kastrieren lassen. 6 Verhalten 6.1 Meine Katze pinkelt nicht ins Klo, was soll ich tun? Wenn eine Katze plötzlich unsauber wird, sollte man zu Ergründung folgenden Fragenkatalog beantworten: · Seit wann tritt das Problem auf? Um den Grund eines möglichen Protestpinkeln herauszufinden, muss man einfach so genau wie möglich die Katze beobachten. · Besuch beim TA. Es könnte z. B. eine Blasenentzündung vorliegen, die Katze gibt dem Klo die Schuld an den Schmerzen beim Wasserlassen und hofft, es sei anderswo angenehmer. · Ist die Katze kastriert? Wird die katze geschlechtsreif kann es zum Markieren des Reviers kommen. Nach der Kastration sollte dieses Problem behoben sein, nur in seltenen Fällen wird trotzdem weiter markiert. Dannl muss man wohl damit leben. · War die Katze vorher Freigänger? Oftmals zeigt eine Katze ihren Unmut über gestrichenen Freigang mit Protestpinkeln an. Abhilfe kann hier fast nur durch erneuten Freigang geleistet werden. Es ist mir aber auch ein Fall bekannt, wo das Füllen des Katzenklos mit ganz profanem Kies das Problem gelöst hat. · Veränderungen im Wohnbereich Katzen sind Gewohnheitstiere, und oftmals hassen sie nichts mehr als Veränderungen in ihrem Revier. Darunter können fallen: Umzug in eine neue Wohnung Kauf neuer Möbel Umstellen der Möbel Umstellen der Katzenmöbel neue(r) Lebensgefährte/-in neues Katzenklo anderer Aufstellort desselben Umstellung der Katzenstreu · Ist ein neuer Spielkamerad eingezogen? Oftmals zeigt eine Katze Abneigung oder Eifersucht gegen einen neuen Kumpel durch Protestpinkeln an. Da hilft eigentlich nur: Augen zu und durch. Wenn es gar nicht geht, muss ein neuer Platz für den Kumpel gefunden werden. · Ist das Katzenklo der Katze sauber genug? Als Abhilfe könnten wirken: Reinigung des Katzenklos mehrmals täglich Aufstellen eines weiteren Klos Verschiedene Streus ausprobieren · Ist das Katzenklo zu sauber? Dagegen hilft Auswaschen nur mit heißem Wasser und evtl. wenig Neutralseife. Keine scharfen Putz- oder Desinfektionsmittel verwenden, die die Katzennase beleidigen. 6.2 Die Katze ist aggressiv Eine Katze kann auf die unter 6.1 genannten Punkte auch mit Aggressivität reagieren. Auch hier gilt: So genau wie möglich beobachten. Es könnte natürlich auch sein, dass sie aus Angst aggressiv reagiert. Dann hilft Geduld, Geduld und noch mal Geduld. Ist die Katze neu eingezogen, muss sie sich natürlich erst an die neue Umgebung, die dort lebenden Tiere und Menschen gewöhnen. Am besten lässt man der Katze erstmal ihre Ruhe. Empfehlung: In gewissen Abstand hinsetzen, die Blickrichtung nicht direkt zur Katze, und mit ruhiger, leiser Stimme irgendwelche Geschichten erzählen, aus einem Buch oder der Zeitung vorlesen. Sobald sich die Katze akklimatisiert hat, siegt i. d. R. ihre Neugier. Weniger Aggressivität denn kindliche Verspieltheit sind die Kampfspiele von jungen Katzen. Auch wenn sie dabei die Hände ihrer Menschen anfallen, deren Beine zerkratzen oder ihnen nachts in die Zehen beißen, das ist nicht bös gemeint, sondern für ihre Entwicklungsphase normales Spielverhalten. Abhilfe schafft hier am ehesten ein kätzischer Spielkamerad - dann wird mit dem gekämpft. Oder feste Zeiten und Ge- wohnheiten für Kampfspiele, zu denen der menschliche Spielkamerad sich mit dicken Lederhandschuhen bewaffnet, die nackten Hände mit einem Handtuch umwickelt oder sie in einer Plüsch-Handpuppe versteckt. Jeder (!) Versuch, die nackte Haut zu attackieren, sollte sofort gestoppt werden: still halten, laut Neinßagen, laut jammern, bis das Tierchen los lässt, und das Spiel umgehend beenden. Notfalls zurückbeißen ein leichtes (!) Zwacken ins Ohr kann wahre Wunder wirken. 6.3 Meine Katze kratzt an Tapeten Das Kratzen an Tapeten und/oder Möbelstücken kann u. U. daran liegen,
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