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Archive-name: de/katzen
Posting-Frequency: monthly
Last-modified: 2002/10/16
URL: http://cryp.to/katzen-faq/

                 Häufig gestellte Fragen über Katzen

                    Peter Simons 

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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wissenwertes rund um die Katze

    2.1. Wie Katzen die Welt erfahren
    2.2. Ältere Katzen
    2.3. Katzen und Gewalt
    2.4. Katze und Sexualität
    2.5. Katzen und Kulturen
    2.6. Kastration
    2.7. Rassen und Zucht

3. Ernährung

    3.1. Vegetarisch?
    3.2. Dosenfutter
    3.3. Trockenfutter
    3.4. Normale Lebensmittel
    3.5. Wenn die Katze zu dick/dünn ist

4. Krankheit

    4.1. Woran erkennt man eine kranke Katze
    4.2. Tierärzte
    4.3. Verabreichung der Medizin
    4.4. Kastration
    4.5. Tollwut
    4.6. Katzenschnupfen
    4.7. Katzenseuche
    4.8. Flöhe
    4.9. Leukose
    4.10. Verstopfung
    4.11. FIP (Bauchfellentzündung)
    4.12. Feline Immundefizienz-Virus (FIV)
    4.13. Niereninsufizienz
    4.14. Durchfall
    4.15. Harngrieß
    4.16. Pseudowut

5. Verhalten

    5.1. Stubenreinheit
    5.2. Kratzen
    5.3. Körpersprache
    5.4. Katzenlaute
    5.5. Schlafen
    5.6. Schmusen
    5.7. Aggressive Katzen
    5.8. Verbote
    5.9. Wenn eine andere Katze einzieht

6. Spielen

    6.1. Der Katzenfernseher
    6.2. Ein Spielgefährte
    6.3. Die Katzenangel
    6.4. Bälle
    6.5. Laserpointer

7. Ich will auch

    7.1. Ein paar Gedanken, bevor man sich entscheidet
    7.2. Wo bekommt man eine Katze?
    7.3. Mit welchen Kosten muß man rechnen?
    7.4. Was brauche ich alles?
    7.5. Die Wohnung

Literatur über Katzen

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1. Einleitung

Bereits kurz nach der Einrichtung der USENET-Gruppe de.rec.tiere.katzen wurde
der Bedarf für eine Zusammenstellung der Antworten auf die häufig gestellten
Fragen deutlich. Die Katze als Haustier erfreut sich derzeit stark zunehmender
Beliebtheit und viele Neu-Dösenöffner stehen teilweise verwundert vor Ihrem
Tier und fragen sich, was das jetzt wieder zu bedeuten hat.

Aber auch langjährige Katzenbesitzer können nicht alles wissen, ich und alle
Autoren dieses Textes eingeschlossen. Katzen, im Gegensatz zu manchen anderen
Tieren, haben einen sehr ausgeprägten Charakter, eine ausdrucksreiche
Körpersprache und viele, viele Eigenarten. Mancher gute Tip, der bei dem einen
durchschlagenden Erfolg hatte, schlägt bei einer anderen Katze in der gleichen
Situation völlig fehl. Deswegen kann dieses Dokument letztendlich auch nur dazu
dienen, einem Katzenhalter Anregungen und Hinweise zu geben.

Niemand kennt die eigene Katze so gut wie man selber. Insofern sollte man sich
lieber auf seinen eigenen Instinkt verlassen, als blind einem Ratschlag zu
folgen. Manchmal sind Katzen einfach so.

Letztendlich noch etwas ,,organisatorisches": Diese FAQ ist nicht streng nach
dem Prinzip Frage-Antwort aufgebaut, wie es fast alle anderen FAQs des USENETs
sind. Der Grund dafür ist, daß meiner Erfahrung nach, ohnehin niemand wirklich
nach seiner wörtlichen Frage sucht, sondern eher nach einem Stichwort, das mit
seinem Problem zu tun hat. Außerdem ist eine solche Text-Organisation nicht
besonders flüssig lesbar, weil sie schwierig zu strukturieren ist.

Stattdessen habe ich den Text wie ein Buch aufgebaut. In den verschiedenen
Kapiteln werden alle Fragen zu einem bestimmten Thema wie ,,Ernährung"
behandelt. Die Kapitel wiederum sind nach Unterpunkten gegliedert. Die FAQ ist
also perfekt von vorne nach hinten lesbar.

Die aktuelle Version dieser FAQ wird regelmäßig in der News-Gruppe
de.rec.tiere.katzen gepostet. Außerdem ist sie im WWW unter der URL
http://cryp.to/katzen-faq/ zu finden.

Über Fragen, Fehlerhinweise und Ergänzungen würde ich mich sehr freuen. Ich bin
unter der Adresse  per E-Mail zu erreichen.

Letztendlich noch ein Hinweis: Diese FAQ ist mitnichten ,,von mir". Ich habe
zwar das Grundgerüst geschrieben und kümmere mich darum, daß der Text aktuell
bleibt, aber weite Teile der FAQ sind von den verschiedensten Lesern der
Newsgruppe de.rec.tiere.katzen geschrieben worden. Teilweise sind diese
Beiträge namentlich gekennzeichnet, teilweise wurden sie einfach in den Text
übernommen. Zwar habe ich am Anfang noch versucht, alle Autoren namentlich zu
erwähnen, aber dieser Versuch ist relativ schnell gescheitert, da die Liste
einfach zu lang werden würde.

Deshalb hier nochmal Kollektiv der Dank an alle Leser der Gruppe
de.rec.tiere.katzen, für Ihre Anregungen, Beiträge und natürlich auch dafür,
daß sie die Newsgruppe zum Leben erweckt haben.

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2. Wissenwertes rund um die Katze

2.1. Wie Katzen die Welt erfahren

2.1.1. Die Augen

Das Leuchten der Augen bei Nacht kommt zustande, weil der Augenhintergrund mit
einer reflektierenden Schicht (tapetum lucidum) ausgekleidet ist, die wie ein
Spiegel hinter der Netzhaut Licht auf die Nervenzellen zurückwirft. Deshalb
können Katzen auch bei ganz geringem Lichteinfall noch sehen, nicht aber bei
völliger Dunkelheit. Zusätzlich kann die Katze den Lichteinfall mit Hilfe der
elliptoiden Schlitzpupillen regulieren. Konzentriert sie den Blick auf ein
Objekt, zieht sie gleichzeitig die Augenlieder zusammen. Die
Lichtempfindlichkeit des Katzenauges ist so groß, daß sie ohne diese
Möglichkeiten ein kleines Tier nur noch als blendendes Lichtbündel sehen würde.
Nachts dagegen öffnen sich die Pupillen so weit, daß von der Iris nur noch ein
ganz schmaler Randstreifen übrigbleibt.

Lange umstritten war, ob Katzen Farben sehen und unterscheiden können. Die
Netzhaut enthält, wie übrigens auch beim Menschen, signifikant mehr Stäbchen,
die nur auf S/W ansprechen, als Zäpfchen, mit denen Farben wahrgenommen werden
können. Heute weiß man, daß Katzen die meisen Farben voneinander unterscheiden
können, nicht aber die feineren Nuancen innerhalb einer Farbe. Das gilt
allerdings nicht für die verschiedenen Grautöne, unter denen sie noch die
subtilsten Abschattierungen herausfinden können. Als dämmerungsaktives Tier ist
es lebenswichtig, sich in einer Grau in Grau getönten Umgebung einwandfrei
zurechtzufinden. Aber auch Rot und Grün, Rot und Blau, Rot und Grau, Grün und
Blau, Grün und Grau, Blau und Grau, Gelb und Blau sowie Gelb und Grau kann die
Katze mit Sicherheit voneinander unterscheiden, Gelb und Rot wahrscheinlich
nicht.

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2.1.2. Gehör

Die Katze kann Töne mit 60.000 bis 65.000 Tonschwingungen/sek und darüber
wahrnehmen. Einige Experten sprechen sogar von 100.000 Schwingungen/sek. Zum
Vergleich: Menschen höhren in jungen Jahren lediglich 20.000 Schwingungen/sek.

Je mehr Schwingungen ein Ton hat, desto höher liegt er. Während die Katze also
mindestens dreimal soviel hohe Töne aufnehmen kann wie wir, ist der Unterschied
bei der Wahrnehmnung tiefer Töne gering. Nach dem 5. Lebensjahr läßt das Gehör
allmählich nach. Domestizerte Katzen werden im Alter häufig taub.

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2.1.3. Geschmack

Wie hoch der Geschmackssinn der Katzen entwickelt ist merkt man spätestens,
wenn man versucht, ihr übers Futter Medikamente zu verabreichen. Sie bemerkt
den Betrug sofort und läßt die "gesalzene Torte" empört stehen. Auf Süßes
scheinen die Geschmacksnerven der Katze nur wenig anzusprechen, wahrscheinlich,
weil sie in der Natur nie Süßes zu sich nehmen. Auf sauere, bittere und salzige
Geschmackskomponenten reagieren Katzen stärker. Ihr Geschmackssinn ist aber
insgesammt nicht so gut ausgebildet, wie der des Menschen.

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2.1.4. Geruch

Der Geruchssinn der Katze ist unserem weit überlegen. Eine Katze beschnuppert
ihr Futter erst einmal ausgiebig. Geht sie dann wieder, entspricht das Futter
nicht ihrem Geschmackt, obwohl sie noch gar nicht probiert hat.

Auf weitere Entfernungen können Katzen den sexuellen Lockduft ihrer Artgenossen
wahrnehmen. Durch Analkontrolle, das Schnuppern am Hinterteil einer anderen
Katze, erfahren sie alles Wissenswerte über deren Stimmung, Absichten und
Gesundheitszustand.

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2.2. Ältere Katzen

Wie alt Katzen werden können, darüber streiten sich die Götter. Allgemein kann
man von rund 15-18 Jahren ausgehen, plus/minus 3 Jahre. Nach meiner Erfahrung
ziehen sich Katzen, wenn sie älter (d.h. ca. 10-12 Jahre) werden, oftmals so
langsam auf ihr Altenteil zurück. Das bedeutet zum einen mal Veränderungen im
täglichen Verhalten: die Katze geht seltener raus, und wenn dann nur noch für
kurze Zeit. Sie hält sich aus Kämpfen mit anderen Katzen raus, schläft
ausgiebiger, ist beim Spielen und Kämpfen mit Menschen nicht mehr so
ausdauernd. Außerdem wird die Katze empfindlicher, ändert ihre Eßgewohnheiten.
Mein Schmidtchen Schleicher hier z.B. hat Milch und Trockenfutter nicht mehr
vertragen, und auch sonst viel häufiger als früher kotzen müssen.

Verhaltensänderungen wie die obigen sind nach meiner Erfahrung in höherem Alter
völlig normal und geben keinen Grund zur Sorge, solange die Katze ansonsten
nach wie vor gesund ist (im dem Sinne daß sie z.B. oft und ausgiebig kackt,
also keine Verdauungsstörungen aufweist, usw).

Insgesamt muß man der Katze aber, wenn sie älter wird, noch mehr Aufmerksamkeit
und Zuwendung schenken, und noch mehr Toleranz und Rücksicht zeigen, wenn sie
z.B. öfter rauskotzt oder sich alleine fühlt. Das hat freilich auch diverse
Implikationen für Leute, die über die `Anschaffung' einer Katze nachdenken: man
darf in keinem Fall vergessen, daß die Katze einen im Zweifelsfall über 18
Jahre begleitet, und eben in höherem Alter ein besonders hohes Maß an Zuwendung
braucht.

Obiges sind meine Erfahrungen hier; ich denke das kann man soweit
verallgemeinern auf einen Großteil der Katzen, aber natürlich gilt: Your
mileage may vary.

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2.3. Katzen und Gewalt

Man hört immer wieder von schrecklicher Tierquälerei. Katzen werden
angeschossen, in Spülmaschinen oder Waschmaschinen gesteckt, usw ... Ich möchte
dies nicht weiter fortführen. Die Gewalt von Menschen an Tieren ist ein sehr
dringliches gesellschaftliches Problem. Die Motivation der Tierquäler bleibt für
mich immer unbegreiflich. Man muß sich immer wieder vor Augen führen: Katzen
sind Lebewesen, die wie wir Menschen auch Freude, Zuneigung und Vertrauen, wie
auch Trauer, Schmerz und Abneigung verspüren.

Besonders gräßlich ist die legale Tierquälerei der Pharma-Industrie. Es gibt
schon lange Alternativen, z.B. Zellversuche an Zellkulturen, dessen Ergebnisse
sich auf Menschen und Tiere übertragen lassen. Diese Versuche sind aber teuer
und aufwendig. Der Gesetzgeber könnte die Forschung auf diesem Gebiet durch
entsprechende Gesetze forcieren, die Pharma-Lobby setzt sich hier aber immer
noch durch. Aus Kostengründen werden daher immer noch Tiere, auch Katzen, als
Versuchstiere mißbraucht. Sollten Sie Ihre Katze abgeben müssen, lassen Sie
sich daher immer schriftlich zusichern, daß das Tier nicht zu Versuchszwecken
mißbraucht wird. Dieses Thema wird auch in dem Roman von A. Pirinçci ,,Felidae"
behandelt.

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2.4. Katze und Sexualität

Für viele ist dies ein Reiz- bzw. Tabuthema und wird kaum in der Literatur
behandelt. An dieser Stelle möchte ich nicht auf die Sodomie eingehen (dieses
würde eher in das Kapitel ,,Katze und Gewalt" passen), sondern auf Phänomene
aus unserem täglichem Leben mit der Katze. Auch das Thema ,,Sex unter Katzen"
kann man in geeigneten Büchern nachlesen.

Jede Zärtlichkeit, egal ob zwischen Menschen oder zwischen Mensch und Tier ist
eine Form der Sexualität. Zentral für uns ist das Streicheln der Tiere. Eine
Theorie sagt, für die Katze ist unsere Hand beim Streicheln eine Art ,,
verlängerte Zunge der Mutterkatze", die auch die erwachsene Katze in ihre
Kindheit zurückversetzt. Daher werden Hauskatzen nie ,,richtig" erwachsen. Auch
für uns Menschen bedeutet das Fühlen des Tieres eine gewisse sexuelle
Befriedigung, die aber nicht mit anderer Arten der Befriedigung in Verbindung
zu bringen ist.

Sex beginnt nicht mit dem Geschlechtsverkehr. Das zusätzliche Schnurren der
Katze beim Streicheln trägt zu einem Wohlbefinden bei, das beruhigend und
aufbauend für Mensch und Tier wirkt. Weiterhin spüren Mensch und Tier die
Körperwärme des Anderen, was ebenfalls wohltuend ist. Der Blickkontakt zwischen
Mensch und Katze, das visuelle Erkennen der Gefühle des Anderen, ist ein
weiteres Merkmal beim Streicheln. Erkennen Sie die Parallelen zur menschlichen
Zweisamkeit ... Trotzdem sollten wir auch beim Streicheln nie vergessen, daß wir
mit einem Tier umgehen! Zuneigung, Zärtlichkeit und Sexualität sollte man beim
Umgang mit Tieren deutlich anders einschätzen als bei der zwischenmenschlichen
Beziehung.

Historisch gesehen ist dieses Thema nicht neu. Schon im Mittelalter wurde die
Katze als etwas ,,Weibisches" angesehen und daher verdammt. In einer von
Männern beherrschten stark religiösen Gesellschaft waren Unabhängigkeit und
Weiblichkeit ketzerisch und verpönt. Auch heute noch wird die Katze mit ,,
Weiblichkeit" in Verbindung gebracht.

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2.5. Katzen und Kulturen

Jede Gesellschaft geht unterschiedlich mit Katzen um. Während im
mitteleuropäischem Mittelalter Katzen verfolgt und malträtiert wurden,
vergötterte die ägyptische Gesellschaft die Katzen. Ironischerweise waren Pest
und andere Krankheiten im alten Ägypten wesentlich seltener als im europäischen
Mittelalter. Klar, Anzahl und Pflege von Katzen standen und stehen im direkten
Zusammenhang zur Ratten- und Mäusepopulation.

Wer schon mal im Mittelmeerraum seinen Urlaub verbracht hat, konnte den Umgang
der dortigen Bevölkerung mit Katzen beobachten. Nicht sehr schön in unseren
Augen war und ist der Umgang mit Tieren. Auf Kreta beispielsweise liefen recht
viele, ziemlich verwahrloste Tiere (Hunde, aber auch Katzen) herum. Touristen
waren meist gnädig und fütterten die Tiere. Leider gibt's auch Zeiten, in denen
Touristen nicht so zahlreich sind, wie in den Sommermonaten. Häufig hört man
von Deutschen, die auf den Balearen oder anderen Inseln überwintern und sich
der Tiere annehmen. Einige sinnvolle Projekte zum Tierschutz laufen auch dort
schon.

Noch mehr als in Mitteleuropa gelten in südlichen Ländern Tiere mehr als
Gebrauchs- und Nutzgegenstand. Man sollte sich aber davor hüten, von oben herab
,,die Südländer" zu diffamieren. Schließlich gehen viele deutsche
Agrarunternehmer auch nicht gerade zimperlich mit Tieren um.

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2.6. Kastration

Stubentiger, egal ob reine Hauskatze oder Katze mit Auslauf, sollten kastriert
werden, außer zur vernünftigen Katzenzucht. Genau wie wir Menschen, leiden
Katzen heutzutage unter dem Problem der Überbevölkerung und man sollte nicht ,,
Papst spielen" und alles der ,,Natur überlassen". Diejenigen, die kategorisch
die Kastration ablehnen, sind eingeladen, mal für einige Tage freiwillig in
einem Tierheim arbeiten, dann sieht man solche Dinge in der Regel etwas
pragmatischer.

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2.7. Rassen und Zucht

Im Gegensatz zu ,,normalen" aus Tierheimen stammenden Katzen weiß man bei
Rassekatzen, was dies für Katzen sind und woher diese stammen. Man kann sogar
sich eine charakterlich passende Katze aussuchen! Wer sich also vor dem Kauf
einer Katze gut informiert, kann normalerweise keinen ,,Fehlkauf" machen. Jeder
muß selbst entscheiden, ob er lieber eine Rassekatze oder eine andere Katze zu
sich holt. Am besten informiert man sich aus der Fachliteratur oder/und besucht
eine Katzenausstellung.

Rassekatzen kosten derzeit von DM 500,-- bis mehrere tausend Mark. Möchte man
zwei Katzen vom Züchter haben, muß selten der doppelte Preis gezahlt werden.
Beispielsweise für zwei Burmesen, die ein Bekannter von mir bekam, mußte er
statt 2 mal DM 800,-- ,,nur" DM 1000,-- bezahlen. Man muß wissen: der Züchter
verdient normalerweise nichts am Verkauf der Tiere. Katzenzucht kann man nicht
mit finanziellem, sonder nur mit ideellem Gewinn betreiben! Dies ist der Grund
dafür, daß man normalerweise Katzen nicht beim Zoohändler kaufen kann.
Katzenzucht ist immer ein Minusgeschäft --- zum Glück!

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3. Ernährung

Über die richtige Ernährung einer Katze gibt es viele verschiedene Meinungen.
Die Werbung verspricht uns, daß eine bestimmte Futtersorte auf jeden Fall
völlig ausreichend wäre, meine Tierärztin hat meinem Marvin damals einen
Speiseplan verschrieben, bei dem ich auch gerne mitgegessen hätte und manche
Leute glauben sogar an eine vegetarische Ernährung.

Der folgende Leitfaden entspringt keinen wissenschaftlichen Erkenntnissen,
sondern nur der Erfahrung, wie ich zwei ziemlich gesunde und schlanke Katzen
hinbekommen habe.

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3.1. Vegetarisch?

Einige wenige Katzenhalter, die sich selber vegetarisch ernähren, haben
versucht, Ihre Katze an diesen Lebenstil zu gewöhnen, und sie mit Gemüse und
eventuell noch Milchprodukten durchzubringen.

Um es kurz zu machen: Katzen sind Fleischfresser. Eine solche Ernährung ist
Tierquälerei. Studierte Ernährungswissenschaftler sind eingeladen, mir eine
Liste mit Proteinen, Eiweißen und Vitaminen zu schicken, die einer vegetarisch
ernährten Katze fehlen. Mir persönlich, reicht jedoch die Begründung, daß es
wider die Natur der Katze ist, völlig aus um sowas abzulehnen. Im Gegensatz zu
uns Menschen neigen Tiere nicht zum Übermäßigen Konsum, sie wissen meist sehr
gut, wieviel Fleisch sie brauchen und wieviel zu viel ist.

Es spricht nichts dagegen, das Futter der Katze mit Gemüsen und anderen
Lebensmitteln zu ergänzen, aber bitte nicht ausschließlich.

Ein Gemüse, daß eine Katze nicht fressen sollte, ist Kohl, da dieser zu Koliken
führen kann.

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3.2. Dosenfutter

Dosenfutter enthält einen Großteil der Stoffe, die eine Katze braucht.
Sicherlich jedoch nicht alle. Eine gute Ernährung kann absolut auf dem
handelsüblichen Dosenfutter basieren, sollte jedoch ergänzt werden. Wichtig ist
es nach meiner Erfahrung, die Dosenfuttermarke regelmäßig zu wechseln. Am
besten die ganze Palette des erhältlichen kaufen und jeden Tag eine andere
Marke füttern.

Es ist ein offenes Geheimnis, daß die Hersteller ihrem Futter Wirkstoffe
beifügen, an die sich die Katze gewöhnt. Der Effekt ist, daß sie nach einiger
Zeit das Futter anderer Hersteller nicht mehr fressen will. Das kann fatal
werden, wenn der Hersteller sein Rezept dann eines Tages mal ändert.
Insbesondere bei dem Futter von Sheba soll diese ,,Abhängigkeit" besonders
stark sein.

Bei der Katze ist der Geschmackssinn wesentlich ausgeprägter als bei uns
Menschen. Wir erkennen, wenn ein Huhn mit Fischmehl gefüttert wurde, dann ist
aber bald mal Schluß. Eine Katze erkennt am Fettgeschmack, mit was der
Fettlieferant gefüttert wurde. Konkret, wenn meine Katzen sprechen könnten, ich
würde ihnen immer ein Stück Fett meines Fleisches geben, und ich wüßte, mit was
das Tier gefüttert wurde.

Die Verwendung von guten Fetten macht das Katzenfutter teurer, als wenn
schlechte Fette oder Salz genommen wird. Marken wie Hill's Science Diet, Iams
oder TechniCal sind unter anderem auch teurer, weil sie gute Fette verwenden.

Desweiteren wies mich Sven Christian Berger darauf hin, daß vielen
Dosenfuttersorten Zucker und/oder andere Süßstoffe beigemischt werden, die das
Futter für die Katzen attraktiver machen sollen. Dies führt dann oft zu
Zahnerkrankungen, beispielsweise Zahnstein, welcher unter Vollnarkose entfernt
werden muß.

Rein vom Gefühl, Optik und der Resonanz meiner Katzen her, würde ich das Futter
von Felix sehr empfehlen. Selber probiert habe ich es nicht, aber meine Katzen
fahren ziemlich drauf ab. Zumindest sind die Felix'schen Produkte mit die
einzigen, bei denen ich die Geschmacksrichtung deutlich am Geruch und am
Aussehen erkennen kann. Bei anderen Herstellern sieht, meiner Meinung nach,
alles gleich aus.

Das Futter von Whiskas macht ebenfalls einen guten Eindruck. Zwar kommt es
nicht bereits klein geschnittenen, appetitlichen Häppchen, wie die anderen
Sorten, aber es ist das einzige Futter, daß meine Katzen auch dann noch
fressen, wenn es mal ein paar Stunden alt ist.

Die anderen Sorten sehen meist ausgesprochen appetitlich aus, weil sie mit viel
Flüssigkeit und in bereits geschnittenen Häppchen kommen. Es empfiehlt sich
aber, eher kleine Portionen auf einmal ins Schälchen zu tun, weil sich das
Futter nach kurzer Zeit verfärbt und hart wird. Liegt es dagegen noch in der
Dose und in der Flüssigkeit, bleibt es länger appetitlich. Ob die
Luft-Empfindlichkeit ein gutes oder ein schlechtes Zeichen ist, kann leider nur
ein Chemiker beurteilen. Meine Katzen bevorzugen klar den unverfärbten Zustand.

Manche Katzenhalter heben angebrochene Dosen im Kühlschrank auf, damit das
Futter länger frisch bleibt. Ich selber kaufe die Dosen lieber direkt in einer
kleineren Fassung, damit es garnicht erst lange stehen muß. Falls Sie Sich aber
für den Kühlschrank entscheiden, stellen Sie den Katzen bitte nicht das kalte
Futter in der Schale hin, sondern lassen Sie es etwas stehen oder erwärmen es
in der Mikrowelle, bis es knapp über Raumtemperatur liegt.

Man sollte das Futter, nachdem es aus der Mikrowelle kommt, allerdings noch
knapp eine Minute stehen lassen, bevor man es der Katze gibt, damit sich die
Wärme gleichmäßig verteilen kann. Oft sind einige Stücke besonders heiß,
während andere noch fast kalt erscheinen. Das kann leicht dazu führen, daß man
sich mit der Temperatur des Futter gründlich verschätzt und die hungrige Katze
dann ein sehr heißes Stück Futter runterschlingt, was ihrem Magen nicht
besonders gut tut.

Als Anmerkung für den Leser, möchte ich hier noch einen Artikel zitieren,
welcher unter dem Titel ,,Macht die Tiernahrung unsere Vierbeiner krank?" im
Vereinsmagazin Nr. 5/96 der Arche 2000 Welt-Tierhilfe e.V. abgedruckt wurde.
Der Autor ist Michael Kruse. Vielen Dank an dieser Stelle an Lars Eilebrecht
für das Abtippen des Textes. Ich habe einige Stellen gekürzt.

    Immer mehr Leute glauben, daß ihre Tiere vom Dosenfutter krank werden. Kaum
    zu glauben, verspricht uns doch die Werbung, daß Katzen ohne Frage Whiskas
    kaufen würden und Hunde sich erst dank Chappi zu einem ganzen Kerl
    entwickeln. Und das Ganze wird dann auch noch von erfolgreichen Züchtern
    empfohlen. Da kann eigentlich nichts schiefgehen, oder? Zumal, man weiß
    doch, was drinsteckt im Hunde- und Katzenfutter. Das steht ja schließlich
    alles auf dem Dosenetikett drauf. Zwar ist diese Fertignahrung nicht gerade
    billig, aber was teuer ist, das muß gut sein für meinen Vierbeiner. So und
    so ähnlich denken viele Tierhalter.

    Archve 2000 hat recherchiert und wollte für Sie herausfinden, ob da
    wirklich drin ist, was draufsteht. Eines steht fest: Herrchen und Frauchen
    kaufen stets die Katze im Sack, dann was wirklich im Tierfutter enthalten
    ist, das wissen nur die Hersteller und der liebe Gott.

    Waldi hat zu fressen und Herrchen keine Fragen zu stellen. Wenn man der
    Werbung Glauben schenkt, dann steckt in den Dosen nur das allerbest von
    Putenfleisch bis Lachs. Die Realität sieht anders aus. Der Lachsanteil
    beträgt beispielsweise in Wirklichkeit nur lächerliche vier Prozent, der
    Rest sind Rohstoffe wie Innereien, Herz, Leber, Speiseröhren. Außerdem hat
    manches davon das Haltbarkeitsdatum oft schon längst überschritten.
    Kühlhausware oder frische Innereien, die direkt von Schlachthöfen kommen,
    werden zu einem Brei zermahlen, teilweise gleich in Dosen abgefüllt
    beziehungsweise an das Tierfutter-Unternehmen geliefert.

    Von all dem weiß der Kunde nichts. Auch das Etikett auf der Dose oder
    Packung hilft oft nicht weiter. Es ist die Kunst der Hersteller und der
    Werbung eine breiige Masse, die obendrein bis zu 80% Wasser enthält, wie
    saftige leckere Fleischstücke aussehen zu lassen.

    Möglich wird das ganze durch ein besonderes Gefrierverfahren. Den Trick mit
    den angeblichen Fleischstücken hat man sich sogar patentieren lassen.
    Patentinhaber ist der amerikanische Konzern Mars. Das Schokoriegel-Imperium
    iist wiederum die Muttergesellschaft der Firma Effem aus Verden. Effem ist
    mit Abstand Deutschalnds größter Hersteller von Heimtiernahrung. Dazu
    später mehr - hier ein Auszug aus der Patenschrift der zeigt, wie sehr die
    Branche ihren Erfindungsreichtum anwendet, um Abfälle in edle Produkte zu
    verwandeln.

    ,,Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
    Nahrungsmittel, daß einen faseriges oder gestreiftes Aussehen besitzt und
    beispielswiese faserförmigem Fleisch ähnelt."

    Weiter unten im Patent wird auch gleich empfohlen, was man ins angeblich so
    hochwertige Tierfutter reinmischt. Hier ein kleiner Auszug:

    ,,Sojamehl, Fleischmehl, getrocknetes Blut, Fischmehl, Knochen. Weitere
    Zusätze können auch sein: synthetische oder natürliche Aminosäuren,
    Harnstoff und Geflügelkot. Ferner kommt proteinhaltiger Klärschlamm aus
    mechanischen, biologischen oder chemischen Kläranlagen als Zusatz in Frage.
    "

    Zu ihrer Beruhigung: Das alles muß nicht zwangsläufig im Tierfutter
    enthalten sein. Geflügelkot zum Beispiel ist inzwischen verboten.

    Nun werden viele Tierhalter einwenden: Aber meinem Vierbeiner schmeckt das
    Dosenfutter doch, ja in manchen Fällen stürzen sich die Tiere geradezu mit
    Heißhunger auf den Freßnapf. Auch für dieses Phänomen gibt es eine
    Erklärung, die manchen Tierfreund erschrecken dürfte. Experten wissen schon
    lange, daß in die Tiernahrung Duft-, Lock- und Aromastoffe gemischt werden.
    Das gibt jedem Produkt einen ganz bestimmten Geschmack, irgendwie werden
    Hund oder Katze geradezu süchtig nach ihrer Lieblingsmarke.

    Das weite Feld der Heimtiernahrung ist ein Milliardenmarkt, und die Branche
    boomt. Wenn's um den gelieten Vierbeiner geht, denkt kaum einer ans Sparen.
    4,7 Millionen Hunde, 5,2 Millionen Katzen und 8 Millionen Vögel leben in
    deutschen Haushalten.

    Rund 2,6 Milliarden Mark geben die Deutschen im Jahr für Heimtiernahrung
    aus. Beim Griff ins Regal wissen die wenigsten, daß fast alle bekannten
    Marken, egal ob sie Whiskas, Kitekat, Frolic oder Chappi heissen, von ein
    und derselben Firma hergestellt werden, nämlich von Effem aus dem
    niedersächsichen Städtschen Verden. Das Unternehmen hat mit über 75 Prozent
    Marktanteil fast schon ein Monopol. Die Nummer zwei der Branche, ,,Latz",
    kommt gerade auf zehn Prozent.

    Wettbewerber haben gegen den Giganten Effem keine Chance. Zumal das
    Unternehmen allein für Werbung im letzten Jahr über 100 Millionen Mark
    ausgegeben hat, mehr als der Gesamtumsatz der meisten Kleinanbieter.

    Kaufen soll die Effem-Tiernahrung jeder, doch keiner soll anscheinend
    erfahren, was wirklich dahinter steckt. Eine Anfrage, ob Arche 2000 mal
    einen Blick hinter die Kulissen machen dürfte, wurde abgewiesen. Interviews
    mit der Geschäftsführung oder Mitarbeitern wurden Arche 2000 untersagt.
    Eine seltsame Öffentlichkeitsscheu für ein Unternehmen, das jährlich über
    1,8 Milliarden Mark Umsatz macht. Tägliche Produktion: vier Millionen Dosen
    Tierfutter. Mitarbeiterzahl 2.000. Und Effem expandiert weiter - man
    profitiert von der Bequemlichkeit vieler Tierhalter, die immer öfter zum
    Dosenfutter greifen.

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3.3. Trockenfutter

Trockenfutter dient allgemein als Zusatz zu der normalen Ernährung. Von der
Ernährung ausschließlich mit Trockenfutter ist abzuraten, weil Trockenfutter
schlecht sättigt und die Katze dann sehr viel frißt und dick wird. Die meisten
Leute empfehlen, die Katze soviel Trockenfutter fressen zu lassen, wie sie
möchte, solange sie immer anderes Futter als Alternative hat.

Das mache ich hier genauso, außer die Katze fährt auf ein bestimmtes
Trockenfutter besonders ab und frißt sehr viel davon. Dann gebe ich Ihr nur
eine kleinere Portion, damit sie nicht so stark zunimmt. Wenn Ihre Katze
besonders viel Trockenfutter frißt, dann achten Sie bitte darauf, daß sie dazu
ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Dosenfutter enthält ausreichend viel
Flüssigkeit, aber Trockfutter offensichtlich nicht.

Sollte Ihre Katze kein Wasser trinken, kann dies daran liegen, daß das Wasser
aus dem Kran einen Nebengeschmack hat. Dagegen hilft es, das Wasser etwas
stehen zu lassen. Auch eventuell vorhandene Spülmittelreste können der Katze
den Appetit verderben -- deshalb besser den Napf nur mit klarem Wasser
ausspülen. Ansonsten variiere ich auch beim Trockenfutter regelmäßig die Marke
und die Geschmacksrichtung.

Einige Hersteller bieten ein spezielles Trockenfutter für kleine Kätzchen an,
das besonders vitaminreich ist. Seien Sie mit sowas besser sparsam, denn die
Katze geht davon auseinander wie ein Hefekloß.

Roby Leemann steuerte desweiteren den folgenden Text per Email bei:

    Wenn es schon Trockenfutter sein muß, dann sollte es hauptsächlich aus
    Fleisch bestehen, und möglichst wenige pflanzliche Elemente beinhalten.

    Fleischfresser erzeugen in der Regel sauren Urin, Pflanzenfresser
    alkalischen oder neutralen. Katzen sind von der Natur als Fleischfresser
    vorgesehen, und sie sind entsprechend ausgestattet. Besonders Kater sind
    gefährdet, wenn sie wegen pflanzlicher Ernährung über längere Zeit keinen
    sauren Urin haben.

    Die handelsüblichen, und billigeren Trockenfutter, wie zum Beispiel
    Brekkies, fördern die Bildung von alkalischem oder neutralem Urin. Ohne den
    Teufel an die Wand zu malen, es kommt nicht sehr oft vor, rate ich von
    diesen ab.

    Das von mir verfütterte (Hill's Science Diet) besteht hauptsächlich aus
    Fleisch, und erzeugt sauren Urin. Das weiß ich nicht nur wegen der Werbung,
    ich habe den Urin im Labor testen lassen, weil mir vor Jahren einmal ein
    Kater wegen Harngrieß gestorben ist.

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3.4. Normale Lebensmittel

Was Ihnen schmeckt, schmeckt Ihrer Katze sehr oft auch! Lassen Sie Ihre Katze
unbedingt von Ihrem normalen Essen probieren und geben Sie ihr davon ab, falls

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