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SVFAQ: Wie gruende ich eine Schuelerverbindung?

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Archive-name: de/schule/svfaq
Last-modified: 2002-10-29
Posting-frequency: monthly
URL: http://www.svfaq.de/svfaq/

SVFAQ (Version vom 29.10.02)
============================

   Häufig gestellte Fragen zum Thema: Wie gründe ich eine
   Schülerverbindung?

Freundschaften erhalten, mit einem zeitlosen Konzept, das begeistert!

Schülerverbindungen schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Nicht
jedesmal muß man dazu das Rad neu erfinden, genausowenig muß man alle
Fehler selbst ausprobieren. Hier steht (hoffentlich) alles, was man
wissen muß, damit man mit einer Neugründung Erfolg hat. Viel Spaß beim
Gründen! :)

INHALT
======

 I. Vorbemerkungen
II. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
      1. Allgemeines
      2. Mitgliedschaft
      3. Organisatorisches
      4. Satzung
      5. Gründung
III. Ferienverbindungen
IV. Gründungsaufruf
 V. Selbstdarstellungstext
VI. Verwendete Abkürzungen
VII. Links in die weite Welt
VIII. Literaturhinweise
IX. Impressum, Copyright, GNU GPL, Dank
    

I. VORBEMERKUNGEN
=================

Ähnlich wie bei studentischen Verbindungen gibt es ganz erhebliche
Unterschiede im Selbstverständnis, der Struktur und im Brauchtum.

Grob kann man zwei Typen einteilen:

 1. Verbindungen mit eigener Tradition ohne Bindung zu studentischen
    Verbindungen, vor allem in Franken oder Baden. Dies sind die
    »klassischen« Schülerbünde.
 2. Schülerverbindungen, die in neuerer Zeit gegründet wurden. Häufig
    kam der Anstoß durch Kontakte von Schülern zu Mitgliedern
    studentischer Verbindungen zustande.
    
Manche Bünde sind schulungebunden, d. h. nehmen Mitglieder von
verschiedenen Schulen auf. Manche nehmen nur Schüler einer bestimmten
Schule auf; sie sind quasi eine Art Absolventenvereinigung dieser
Schule.


II. HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN (FAQ)
=================================

1. ALLGEMEINES
==============

 1. FRAGE: Warum sollte ich eine Schülerverbindung gründen wollen?
    ANTWORT: Einige Anhaltspunkte bietet die Seite
    .
 2. FRAGE: Sind Verbindungen nicht irgendwie rechts?
    ANTWORT: Selbst wenn es so wäre, heißt das nicht, daß Deine
    Schülerverbindung auch so sein müßte. Wenn Du zusammen mit Leuten,
    die Du gut kennst, eine Verbindung gründest, dann bestimmt *Ihr*
    einzig und allein, welche Werte und Ziele diese Verbindung
    vertreten soll.
    Unabhängig davon: Was von den verbreiteten Vorurteilen im Hinblick
    auf Verbindungen zu halten ist, kannst Du auf der Seite
     nachlesen.
    Jedenfalls vom Ansatz her sind Verbindungen kein rechtes, sondern
    ein liberales Phänomen.
 3. FRAGE: Wo bekomme ich eine aktuelle Version dieser FAQ?
    ANTWORT: Die FAQ wird monatlich in ,
     und 
    gepostet. Sie ist auch im Web auf der Seite
     verfügbar.
 4. FRAGE: Ich habe eine Frage, die in dieser FAQ nicht beantwortet
    wird. An wen kann ich mich wenden?
    ANTWORT: Du kannst Dich direkt an den Verwalter dieser FAQ wenden:
    . Wenn die Frage von allgemeinem Interesse ist, wird
    sie dann auch in die FAQ aufgenommen.
 5. FRAGE: Fux, Bursch, Alter Herr? Ich verstehe nur Bahnhof. Wo kann
    ich mich schlau machen?
    ANTWORT: Die meisten Begriffe sind hier erklärt:
    .
 6. FRAGE: Wie ist eine Schülerverbindung organisiert?
    ANTWORT: Eine Schülerverbindung besteht typischerweise aus zwei
    organisatorisch getrennten Gruppen: Aktivenverband und
    Altherrenverband. Der Aktivenverband besteht aus denjenigen
    Mitgliedern, die noch zur Schule gehen, den sog. Aktiven. Der
    Altherrenverband besteht aus denjenigen, die die Schule verlassen
    haben, den Alten Herren. Der Kern der Verbindung ist der
    Aktivenverband, der meist als Aktivitas bezeichnet wird. Der
    Aktivenverband regelt alle seine Angelegenheiten in freier
    Selbstverwaltung auf seiner Mitgliederversammlung, dem Convent.
    Die Leitung der Verbindung liegt in den Händen der Chargierten,
    die vom Convent gewählt werden. Neben den Chargierten gibt es noch
    den Fuxmajor, der bei manchen Schülerverbindungen auch zu den
    Chargierten zählt, und für die Betreuung und Ausbildung der Füxe
    -- so heißen die Neumitglieder der Verbindung -- zuständig ist,
    sowie einige andere Amtsträger. Die Chargen und Ämter werden vom
    Convent jeweils meist für ein Semester gewählt.
 7. FRAGE: Gibt es auch Schülerinnen-Verbindungen?
    ANTWORT: Ja. (In Deutschland gibt es offenbar nur zwei: die
    Amazonia Bayreuth und die Sorores Hypatiae Oldenburg. In
    Österreich und der Schweiz gibt es einige mehr.)
 8. FRAGE: Welche Bücher gibt es, die sich mit der Geschichte der
    Schülerverbindungen beschäftigen?
    ANTWORT: Der Klassiker ist /Die Pennalie/ von Oskar Waas (s.
    Literaturhinweise).
 9. FRAGE: Gibt es zur Geschichte der Schülerverbindungen auch
    hilfreiche Quellen im Internet?
    ANTWORT: 
10. FRAGE: Gibt es berühmte Mitglieder von Schülerverbindungen?
    ANTWORT: Müßte man mal nachforschen. »Turnvater« Jahn, Friedrich
    Wilhelm Raiffeisen, Reichskanzler Otto von Bismarck, die
    Komponisten Robert Schumann und Richard Wagner, der
    expressionistische Lyriker Georg Heym, der Kommunist und »rasende
    Reporter« Egon Erwin Kisch, der Schriftsteller Ludwig Thoma, der
    Theologe und »Vater der Bekennenden Kirche« Karl Barth, der »Vater
    des Wirtschaftswunders« Ludwig Erhard, der berühmte Dirigent
    Herbert von Karajan und angeblich auch unser früherer
    Bundespräsident Roman Herzog.
11. FRAGE: Gibt es auch an Realschulen Schülerverbindungen?
    ANTWORT: Geschichtlich gesehen kommen die alten Absolvien (nicht
    Absolventen-Verbindungen!) von solchen Schulen. Die Abiturien
    stammen von den Gymnasien. Viele heutige Gymnasien waren früher
    Realschulen, Handelsschulen usw. -- so gibt es auch heute noch die
    eine oder andere »Real-Absolvia« -- allerdings ist man damals im
    letzten Schuljahr (heutige 10., daher auch die Parallele) als Fux
    aktiv geworden und mit dem Abschluß als »Absolvent« der Absolvia
    beigetreten -- in der Abschlußklasse führte man in der
    Pennälermütze weiß-grün-weiß als Farben, die man heute noch bei
    vielen Absolven-Bünden findet.
12. FRAGE: Gibt es auch Schülerverbindungen im Ausland?
    ANTWORT: Jedenfalls in Österreich, der Schweiz, aber anscheinend
    auch in Frankreich (Lyon) und in Italien (Bozen). Von anderen
    Ländern ist bislang nichts bekannt.
13. FRAGE: Gibt es einen Dachverband der Schülerverbindungen?
    ANTWORT: Es gibt zwar einzelne Verbände, jedoch meines Wissens
    keinen Dachverband. Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts gab
    es aber offenbar eine »Interessengemeinschaft 'Schülerverbindungen
    in Deutschland'« und wohl in der Folge ein »Allgemeines
    Schüler(verbindungs)Kartell« (ADSK), das jedoch spätestens 1988
    scheiterte.
14. FRAGE: Wo bekomme ich die Adressen der bestehenden
    Schülerverbindungen her?
    ANTWORT: Es gibt im Internet ein ständig aktualisiertes
    Adreßverzeichnis unter .
    (Vielleicht gibt es ja schon eine Schülerverbindung bei Dir in der
    Nähe!) In dem verbreiteten Nachschlagewerk /Civis Academicus/ ist
    ein Verzeichnis der Schülerverbindungen in Deutschland, Österreich
    und der Schweiz zu finden (s. Literaturhinweise).
15. FRAGE: Wie finde ich Kontakt zu einer hilfsbereiten
    Studentenverbindung?
    ANTWORT: Die wichtigsten Links findest Du auf dem Cousin-Server,
    , oder beim Open
    Directory Project,  (nach
    »Studentenverbindungen« suchen).
16. FRAGE: Was für Lieder werden bei Schülerverbindungen gesungen?
    ANTWORT: Dieselben wie bei studentischen Verbindungen. Die am
    häufigsten gesungenen Lieder findet man auf der Seite
    . Dort
    gibt es bei den meisten Liedern auch Melodien im MIDI-Format zu
    Mitsingen.
17. FRAGE: Es gibt auch schlagende Schülerverbindungen. Wie laufen bei
    denen die Mensuren ab?
    ANTWORT: Da gibt es vier Arten:
      1. Stockfechten;
      2. Säbelfechten mit stumpfen Säbeln nach Säbelcomment mit
         leichten Abwandlungen. Der Fechtstil ist völlig anders als
         beim Fechten auf akademischen Schläger. Der Oberkörper ist
         dabei frei, und es wird ein Paukhelm getragen. Einen Film (im
         MPEG-Format) von einer solchen Säbelpartie kann man sich auf
         der Seite 
         anschauen.
      3. Rötelmensuren. Dabei wird auf studentischen Schlägercomment
         gefochten, aber mit Paukhelm, der mit weißem Stoff bezogen
         ist. Der Schläger wird dabei mit farbiger Kreide oder
         Lippenstift eingefärbt, so daß ein Treffer auf dem weißen
         Stoff sichtbar wird. Die Treffer werden wohl auch ausgemessen
         und addiert, und ab einer bestimmten Länge gilt der Paukant
         als abgestochen.
      4. In Wien wird auf WKR-Comment gefochten, allerdings mit einer
         Maske, die das gesamte Gesicht schützt.
    Daneben gibt es auch Schülerverbindungen, die zwar grundsätzlich
    nichtschlagend sind, es aber erlauben, später als Student, und
    dann auch nach studentischem Comment, auf das Band der
    Schülerverbindung zu fechten.
18. FRAGE: Wie sieht denn die Nachwuchssituation der bestehenden
    Schülerverbindungen aus?
    ANTWORT: Sie unterliegt über die Jahre hinweg ähnlich großen
    Schwankungen wie bei studentischen Verbindungen; Vertagungen und
    Fusionen hat es immer gegeben. Es sind aber durchaus auch
    Fuxenzahlen in Größenordnungen von zehn, fünfzehn Füxen
    anzutreffen.
    
2. MITGLIEDSCHAFT
=================

 1. FRAGE: Ab welchem Alter kann man Mitglied in einer
    Schülerverbindung werden?
    ANTWORT: Bei manchen Schülerverbindungen kann jeder Schüler des
    Gymnasialzweiges aktiv werden, dann erfolgt die Aufnahme manchmal
    ab der 8., meist aber ab der 10. Klasse, bei den fränkischen
    Schülerverbindungen kann man meist erst als Oberstufenschüler
    aktiv werden, nur in Ausnahmefällen bereits in der 10. Klasse.
 2. FRAGE: Gibt es bei Schülerverbindungen die gleichen Grade, Fux,
    Bursch, Inaktiver, Alter Herr, wie bei akademischen Korporationen?
    ANTWORT: Ja! Fux wird man mit Bandaufnahme, dann aktiver Bursch,
    vor dem Abitur inaktiver Bursch und nach dem Abitur Alter Herr.
    Bei manchen Schülerverbindungen (in Franken) ist der
    Inaktivenstatus unbekannt.
 3. FRAGE: Wovon hängt es ab, wann ein Fux rezipiert (endgültig
    aufgenommen) wird?
    ANTWORT: Die Rezeption findet nach bestandener Burschenprüfung
    statt. Zur Burschenprüfung wird beispielsweise zugelassen, wer ein
    Semester lang Fux war, einmal chargiert hat und an mindestens
    einem Couleurbummel teilgenommen hat. Bei anderen
    Schülerverbindungen muß der Fux einen Vortrag halten, um zur
    Burschenprüfung zugelassen zu werden.
 4. FRAGE: Wenn eine Schülerverbindung den Inaktivenstatus nicht
    kennt, kann man sich dann in der Zeit vor dem Abitur beurlauben
    lassen?
    ANTWORT: Ist theoretisch möglich, kommt aber kaum vor, da der
    zeitliche Aufwand für das Aktivenleben wesentlich geringer als bei
    einer Studentenverbindung ist.
 5. FRAGE: Manche Schülerverbindungen kennen den Conkneipantenstatus.
    Wann wird man denn dort Conkneipant?
    ANTWORT: Wenn man kein "normales Mitglied" werden kann: z. B. an
    einer anderen Schule ist bzw. gewechselt hat, oder erst nach dem
    Abitur dazustößt. Nach einigen Jahren "Bewährung" werden
    Conkneipanten meist ordentliche Mitglieder des Altherrenverbandes.
    Mitglieder von Studentenverbindungen können meist sofort Alte
    Herren werden.
    
3. ORGANISATORISCHES
====================

 1. FRAGE: Gibt es ein "Semesterprogramm" oder heißt das irgendwie
    anders?
    ANTWORT: Ja, dieser Begriff ist durchaus üblich. Das "Semester"
    ist in der Regel das Schulhalbjahr, in Einzelfällen auch das
    Kalenderhalbjahr. Bei Schülerverbindungen, die an einem
    Hochschulort ansässig sind, kann das Semester auch mit dem
    Semester der entsprechenden Hochschule übereinstimmen.
 2. FRAGE: Wie häufig und zu welchen Gelegenheiten werden Kneipen
    geschlagen?
    ANTWORT: Abgesehen von der überall üblichen Semesterantritts- und
    -abschlußkneipe, sind die Unterschiede ähnlich groß wie bei den
    studentischen Verbindungen, d. h. bei manchen gibt es darüber
    hinaus noch sog. "Monatskneipen", die dann häufig unter ein
    bestimmtes Motto gestellt werden.
 3. FRAGE: Gibt es auch Schülerverbindungen, die ein eigenes Haus
    haben?
    ANTWORT: Von Schülerverbindungen, die ein eigenes Haus haben, ist
    bislang nichts bekannt, wohl gibt es angemietete Räume, die dann
    entsprechend eingerichtet sind.
 4. FRAGE: Wohnt man dort dann auch?
    ANTWORT: Nein. Da die Schüler im direkten Einzugsbereich eines
    Gymnasiums wohnen, gibt es auch dafür keinen Bedarf.
 5. FRAGE: Gibt es einen Ferienvertreter?
    ANTWORT: Nein. Im Schuljahr gibt es ja keine "Semesterferien", und
    die Schulferien gehen ja nur über einige Wochen. In den
    Sommerferien ruht der Aktivenbetrieb. Allerdings sind in dieser
    Zeit schon die Chargierten des darauffolgenden Wintersemesters im
    Amt.
 6. FRAGE: Gibt es Veranstaltungen während der Sommerferien?
    ANTWORT: Bei einigen Schülerverbindungen gibt es
    Ferienstammtische.
 7. FRAGE: Haben Schülerverbindungen eigene Bundeszeitungen?
    ANTWORT: Manche schon. Die werden dann aber vom Altherrenverband
    herausgegeben.
    
4. SATZUNG
==========

 1. FRAGE: Ist es notwendig, Konstitution und Comment zu trennen? Kann
    man das nicht zu einem Text zusammenfassen?
    ANTWORT: Ja, es ist notwendig, beides zu trennen. Die Konstitution
    ist vereinsrechtlich die Satzung, der Comment ist eine sog.
    Ordnung. Die Konstitution ist gewissermaßen die
    Geschäftsgrundlage, aufgrund welcher die Mitglieder in die
    Verbindung eintreten. In ihr ist die grundsätzliche Richtung der
    Verbindung vorgegeben, etwa: Männerbund, politische und religiöse
    Neutralität usw. Wer in die Verbindung eintritt, darf darauf
    vertrauen, daß über diese Grundsätze Konsens besteht. Deshalb ist
    die Änderung der Konstitution an hohe Mehrheiten gebunden. Der
    Comment hingegen kann vergleichsweise einfach verändert und
    erweitert werden. Im Comment werden die Vorschriften der
    Konstitution konkretisiert sowie das Brauchtum der Verbindung
    aufgeschrieben. Vor allem bei Hochschulverbindungen ist der
    Comment sogar in verschiedene Regelwerke aufgeteilt, etwa den
    Kneipcomment, den Farbencomment, Gesellschaftscomment usw. Das
    kann man natürlich auch machen.
 2. FRAGE: Sehen die Schülerverbindungen vor, daß ihre Mitglieder nach
    Verlassen der Schule ein Studium aufnehmen?
    ANTWORT: Nein.
 3. FRAGE: Gibt es bei Schülerverbindungen einen Getränkewart?
    ANTWORT: Wenn die Schülerverbindung als Konstante eine Gaststätte
    hat, dann nicht. Wenn sie ihre Kneipen auf dem Haus einer
    studentischen Verbindung schlägt, erstellt der Getränkewart der
    Studentenverbindung eine Rechnung. Hat die Schülerverbindung einen
    angemieteten Raum, ist in der Regel einer der Chargierten
    zuständig.
 4. FRAGE: Wie häufig sind die Fuxenstunden?
    ANTWORT: Gewöhnlich alle zwei Wochen, bei manchen
    Schülerverbindungen auch jede Woche. Die Fuxenstunden werden wohl
    meistens vor Veranstaltungen abgehalten. In den Ferien finden
    keine Fuxenstunden statt.
 5. FRAGE: Wird das Band der Schülerverbindung neben dem Band der
    akademischen Korporation getragen?
    ANTWORT: Möglich ist das. Vom Coburger Convent ist bekannt, daß er
    diese Frage den Conventen seiner Mitgliedsbünde überläßt, von
    anderen Verbänden liegen bislang keine Informationen vor. Im
    Zweifel bestimmen das die Convente beider (aller) betroffenen
    Verbindungen.
 6. FRAGE: Welche Besonderheiten im Brauchtum gibt es bei
    Schülerverbindungen?
    ANTWORT: Das Brauchtum differiert bei den unterschiedlichen
    Schülerbünden ähnlich, wie es bei den studentischen Bünden der
    Fall ist. Allgemein ist zu beobachten, daß bei Schülerverbindungen
    noch Bräuche praktiziert werden, die bei Studentenverbindungen im
    allgemeinen nicht mehr üblich sind (z. B. Biernamen, Fuxentaufe).
    Auch verwenden Schülerverbindungen als Kneipsprache historisch
    bedingt (Lateinschulen) grundsätzlich mehr Latein, als das bei
    studentischen Korporationen üblich ist.
 7. FRAGE: Können die Eltern ihrem Sohn die Mitgliedschaft untersagen?
    ANTWORT: Wenn der Schüler nicht volljährig ist: Ja!
 8. FRAGE: Was kann man tun, um Widerständen der Eltern zu begegnen?
    ANTWORT: Mann sollte versuchen, die Eltern mit Einladungen zu
    Veranstaltungen zu überzeugen. Bewährt hat sich eine jährliche
    "Väterkneipe", zu der der Altherrenverband die Väter der Aktiven
    einlädt.
 9. FRAGE: Wie sehen die Leistungen der Mitglieder von
    Schülerverbindungen im Vergleich zu den Mitschülern aus?
    ANTWORT: Anscheinend nicht besser oder schlechter als bei
    Nichtkorporierten. Allerdings wird von Altherrenseite darauf
    geachtet, daß es keine Negativbeispiele gibt.
10. FRAGE: Wie gehen Schülerverbindungen mit dem Thema Alkohol um?
    ANTWORT: Generell sind alkoholische und nichtalkoholische Getränke
    gleichberechtigt, teilweise ist das sogar satzungsmäßig verankert.
    Vereinzelt ist der Kneipleiter darüber zu informieren (mehr
    nicht!), wenn jemand nichtalkoholische Getränke zu sich nimmt. Das
    "Kohlen" von Bundesbrüdern, die keinen Alkohol trinken, ist
    strengstens untersagt. Aufgrund schlechter Erfahrungen wird
    vereinzelt Autofahren nach einer bestimmten Menge Bieres vom
    Convent mit Strafantrag geahndet. Bei manchen Verbindungen holen
    Alte Herren die Aktiven ab und bringen sie (ca. 22.00 Uhr!) wieder
    nach Hause. Das beruhigt auch die Eltern.
11. FRAGE: In welchen Abständen werden die Convente abgehalten?
    ANTWORT: Üblicherweise wohl monatlich.
12. FRAGE: Welche Funktionen haben der Erstchargierte, Zweitchargierte
    und Drittchargierte?
    ANTWORT: Das wird unterschiedlich gehandhabt: Der Zweitchargierte
    bzw. der Drittchargierte haben entweder die Funktion des
    Kassenwartes oder des Schriftwartes. Dem Erstchargierten obliegt
    die Gesamtverantwortung für die Verbindung. Teilweise ist auch der
    Zweitchargierte der Schriftwart und der Fuxmajor der
    Drittchargierte.
13. FRAGE: Welche Ämter gibt es sonst noch?
    ANTWORT: Beispielsweise Fotowart, Geburtstagswart, Sportwart, und
    natürlich den Fuxmajor.
14. FRAGE: Was macht denn ein Geburtstagswart?
    ANTWORT: Der Geburtstagswart ist dafür zuständig, den Eltern der
    Bundesbrüder, falls gewünscht, im Namen des Bundes zum Geburtstag
    und zu Weihnachten eine Karte zu schicken. Die Idee basierte auf
    der Annahme, daß dadurch die Akzeptanz gegenüber den Aktivitäten
    des Bundes bzw. Sohnes gesteigert werden könnte. Zum Teil durchaus
    erfolgreich.
15. FRAGE: Wie hoch sind die Beiträge, die eine Schülerverbindung
    gewöhnlich erhebt? Für Aktive/Alte Herren?
    ANTWORT: Altherrenbeitrag in der Größenordnung von 10 bis 30 Euro
    pro Jahr, für Aktive 1 bis 2,50 Euro pro Monat.
16. FRAGE: Wo kann ich eine Mustersatzung bekommen?
    ANTWORT: Bei mir, .
17. FRAGE: Besitzen Schülerverbindungen eigene Ehrenordnungen?
    ANTWORT: In Deutschland ist das eher die Ausnahme und offenbar
    besteht daran auch kein Bedarf. Wenn nötig, kann auf das Erlanger
    Ehrenabkommen zurückgegriffen werden. Es ist im Web auf der Seite
     unter "Regelwerke" zu finden.
    
5. GRÜNDUNG
===========

 1. FRAGE: Was kann man tun, um an der Schule bekannt zu werden?
    ANTWORT: Zunächst die üblichen Wege: Flugblätter, Plakate,
    Internet usw. Teilweise ist man mit Partys sehr erfolgreich.
    Eventuell eine eigene Schülerzeitung machen und verbreiten. Eine
    gute Idee sind Aufkleber, die man auf Hefte, Buchumschläge und den
    Terminkalender kleben kann. Auch Pins mit den Farben, die man an
    der Jacke befestigen kann, haben sich bewährt. An einigen Schulen
    haben die Schülerverbindungen auch einen eigenen Schaukasten. Man
    kann versuchen, sich im Rahmen einer Projektwoche positiv
    darzustellen (z. B. Beitrag zur Geschichte, Wartburgfest,
    Hambacher Fest, Vormärz usw.).
 2. FRAGE: Wie stellt man Kontakt zur Schulleitung her?
    ANTWORT: Der Kontakt zur Schulleitung sollte durch ein
    persönliches Gespräch aufgebaut und durch regelmäßige Einladungen
    gepflegt werden, um so zum einen Räumlichkeiten für Convente sowie
    Aushangmöglichkeiten zu erhalten, zum anderen aber auch deshalb,
    damit der Schulleiter von Verbindungsseite über Ziele und
    Grundsätze der Schülerverbindung informiert ist und so im
    Kollegium bei Steitigkeiten fundiert Stellung nehmen kann. Dies
    gilt auch bei eventuellen Schülerzeitungsartikeln. Rückendeckung
    der Schulleitung kann hier sehr hilfreich sein.
 3. FRAGE: Kann auch ein Nichtkorporierter Gründungsbursch einer
    Verbindung sein?
    ANTWORT: Selbstverständlich! Die "klassischen" Schülerverbindungen
    wurden von *Schülern* gegründet, die ja nicht irgendwo aktiv
    gewesen sein konnten. Wohl bestanden Kontakte zu korporierten
    Studenten, von denen man sich das entsprechende Wissen angeeignet
    hat.
 4. FRAGE: In meiner Stadt gab es früher mal eine Schülerverbindung.
    Kann man eine erloschene Schülerverbindung wieder aufmachen?
    ANTWORT: Solange es noch lebende Mitglieder dieser Verbindung
    gibt, kann man das ohne weiteres. Ansonsten ist das eigentlich
    nicht möglich, wenngleich das vereinzelt trotzdem gemacht wurde.
 5. FRAGE: Wie nimmt man die Gründung in Angriff?
    ANTWORT: Zunächst mal braucht man natürlich ein paar Leute. Es ist
    zu überlegen, ob ein Gymnasium ausreicht, um genügend Mitglieder
    zu bekommen, aber an einem muß man zunächst beginnen. Man braucht
    eine Konstante, also mindestens einen Raum, den man für sich
    nutzen kann, zum Beispiel ein Partykeller, notfalls ein
    Hinterzimmer in einer Gaststätte. Jede Verbindung hat mal klein
    angefangen. Irgendwann sollte man sich auch mal Gedanken zum
    Namen, den Farben von Band und Mütze, Wappen, Wahlspruch, Zirkel
    usw. machen.
 6. FRAGE: Wieviele Leute brauchen wir für eine Neugründung?
    ANTWORT: Üblich sind wohl mindestens drei, die dann auch gleich
    die erste Chargenbesetzung bilden.
 7. FRAGE: Welche Kosten entstehen?
    ANTWORT: Es entstehen Kosten für Porto, Kopierkosten für das
    Semesterprogramm, Flugblätter usw. und Couleurartikel, wie Mützen,
    Bänder und Zipfel. Außerdem müssen die Veranstaltungen finanziert
    werden.
 8. FRAGE: Wie finanzieren wir unsere Verbindung?
    Es bietet sich an, bei nahegelegenen studentischen Verbindungen
    anzufragen, ob und inwieweit sie bei der Anlauffinanzierung
    unterstützend wirken können. Ist keine Studentenverbindung in der
    Umgebung, kann man sich erkundigen, ob es in der Nähe einen
    Altherrenstammtisch der akademischen Korporationsverbände gibt.
    Die Adressen erhält man bei den Büros der Korporationsverbände;
    die Adressen findest Du beim CDA,
    , auf dem Cousin-Server,
    , oder beim Open
    Directory Project, . Beim Open Directory
    Project gibt es sogar ein eigenes Verzeichnis für
    Altherrenstammtische, die bereits im Internet vertreten sind.
    Es ist zu empfehlen, die Altherrenstammtische der verschiedenen
    größten Verbände zu kontaktieren, damit die Schülerverbindung
    nicht Gefahr läuft, für ein bestimmtes Verbindungskonzept
    vereinnahmt zu werden. In jedem Fall sollte von Anfang an darauf
    hingewiesen werden, daß die Verbindung ihre Unabhängigkeit von
    studentischen Verbindungen gewahrt wissen will. Es erscheint daher
    sinnvoll, einen separaten Förderverein zu gründen, der die Aufgabe
    hat, die Verbindung zu finanzieren.
 9. FRAGE: Wie soll unsere Verbindung heißen?
    ANTWORT: Verbindungen tragen ganz überwiegend lateinische Namen.
    Häufig sind es lateinische Namen geographischer Gegebenheiten,
    eines Gebirges, eines Flusses, eines Landes bzw. Landstrichs oder
    auch einer Stadt. Auf jeden Fall sollte man darauf achten, daß
    keine Verwechslung mit einer ortsansässigen oder nahegelegenen
    studentischen Verbindung möglich ist. Doppelnamen kommen wiederum
    fast immer erst durch Verschmelzungen zustande.
10. FRAGE: Was ist bei der Wahl der Farben zu beachten?
    ANTWORT: Vor allem muß eine Verwechslung dem Band mit einer
    bereits bestehenden Verbindung in der Umgebung ausgeschlossen
    sein. Bänder sind meistens dreifarbig, d. h. sie bestehen aus drei
    verschiedenfarbigen Streifen. Zwei Farben (z. B. Blau-Weiß-Blau)
    sind insofern problematisch, als ein Fremder nicht erkennen kann,
    ob es sich um das Fuxen- oder das Burschenband handelt. Gleichwohl
    besitzen gerade viele alte Schülerverbindungen ein dreistreifiges
    zweifarbiges Burschenband. Vier und mehr Farben bzw. Streifen
    kommen fast immer nur durch Verschmelzungen mit anderen
    Verbindungen zustande.
    Die Verbindungen haben sich nie so streng an die Regeln der
    Heraldik gehalten, aber man sollte diese Regeln bei der Wahl der
    Farben zumindest kennen. Man unterscheidet Farben (Rot, Grün,
    Blau, Schwarz usw.) und Metalle, Gold (= Gelb) und Silber (=
    Weiß). Allgemein soll ein Band nicht zwei Metalle gleichzeitig
    enthalten, d. h. alle Kombination von Gelb, Weiß, Silber und Gold
    sollten vermieden werden. Üblicherweise sitzt das Metall beim
    Burschenband in der Mitte, denn eine andere Regel lautet, daß
    nicht zwei Farben nebeneinander stehen sollen.
    Das Band ist an den Rändern mit einem eingearbeiteten
    Metallstreifen eingefaßt, der Perkussion, die es in Silber oder
    Gold gibt. Ist die Metallfarbe im Band gelb oder golden, ist auch
    die Perkussion golden; ist die Metallfarbe weiß oder silbern, so
    ist auch die Perkussion silbern.
    Das Fuxenband ist zweifarbig (zwei Farben, die im Burschenband
    enthalten sind). Entweder besteht es aus aus zwei unterschiedlich
    gefärbten Streifen oder aus drei Streifen, wobei die beiden
    äußeren Streifen gleichfarbig sind.
    Ist das zweifarbige Burschenband also beispielsweise rot-weiß-rot,
    könnte das Fuxenband weiß-rot-weiß, rot-weiß oder weiß-rot sein.
    Ist ein dreifarbiges Burschenband etwa grün-weiß-blau, könnte das
    Fuxenband grün-weiß, weiß-blau, grün-weiß-grün, blau-weiß-blau,
    weiß-grün-weiß, weiß-blau-weiß oder auch (nicht optimal, weil zwei
    Farben nicht nebeneinander stehen sollen) grün-blau sein.
    Hat ein dreistreifiges Burschenband aber in den äußeren Streifen
    Metalle, und in der Mitte eine Farbe (wird nicht empfohlen!), kann
    das Fuxenband nur zweifarbig sein, denn der Bursch muß -- nach
    Streifen gezählt -- mehr Farben im Band haben als der Fux, sonst
    gibt es Verwechslungen. Beispiel: Das Burschenband ist
    weiß-rot-weiß, das Fuxenband rot-weiß oder weiß-rot.
    Die Farben der Mütze: Früher wurden an den Schulen Schülermützen
    getragen (beispielsweise zu sehen in der »Feuerzangenbowle« mit
    Heinz Rühmann). Bislang konnte noch nicht geklärt werden, wonach
    sich die Farbgebung der Mützen richtete; deshalb werden die
    verschiedenen dazu aufgestellten Thesen hier ungeprüft
    wiedergegeben: So seien die Mützen der Gymnasiasten rot, die der
    Realschüler grün gewesen. (Und in der Tat haben viele Abiturien
    rote Mützen und Absolvien grüne Mützen.) Bei anderen Schulen sind
    die Schülermützen aber weder rot noch grün, sondern z. B. blau.
    Abgesehen von der Farbe des Tuches gibt es noch Besonderheiten bei
    den Mützenstreifen. Die Mützenstreifen unterschieden sich bei
    wahrscheinlich allen Schulen je nach Jahrgangsstufe. Oder die
    Farben der Schülermütze waren nach Jahrgang unterschiedlich, und
    an den Mützenstreifen war die Schule zu erkennen. Im übrigen war
    es möglicherweise häufig oder sogar immer so, daß die
    dreistreifigen Mützenbänder zweifarbig waren. Das wäre eine
    Erklärung dafür, daß viele Schülerverbindungen dreistreifige
    Farben haben, die nur zweifarbig sind. Möglicherweise gab es auch
    alle hier dargestellten Unterscheidungen, und es existierten von
    Stadt zu Stadt oder Region zu Region unterschiedliche
    Farbgebungssysteme. Die Schülermützen wurden von den Nazis
    abgeschafft.
    Bei der Wahl der Mützenfarbe bietet es sich also an,
    nachzuforschen, wie früher die Schülermützen an Deiner Schule
    aussahen. Das ist sicherlich auch von Bedeutung für die Wahl der
    Farben des Bandes. Gleichwohl muß sich die Mützenfarbe nicht
    notwendigerweise auch im Band wiederfinden, obwohl das im
    Regelfall aus ästhetischen Gründen so gehandhabt wird. Bei den
    Farben des Bandes spielt sicher auch der Name der Verbindung eine
    Rolle. Trägt die Verbindung den latinisierten Namen eines Landes
    oder der Stadt, bieten sich die entsprechenden Landes- bzw.
    Stadtfarben an.
    Listen mit Landes- und Stadtfarben findest Du unter
    .
11. FRAGE: Wie sieht denn so ein Band genau aus, mit Perkussion und
    allem?
    ANTWORT: Du kannst es Dir anschauen unter
    .
12. FRAGE: Ist bei Schülerverbindungen eine bestimmte Mützenform
    üblich?
    ANTWORT: Vorherrschend ist das Tellerformat. Es gibt anscheinend
    auch eine eigene Schülermütze, aber das ist noch nicht
    abschließend geklärt. Am besten von einem der zahlreichen
    Couleurhändler beraten lassen, zum Beispiel bei der Firma Bitter,
    . Für Alte Herren ist auch das Tragen eines
    Cerevis und eines Tönnchens erlaubt.
13. FRAGE: Woran liegt es, daß neugegründete Schülerverbindungen
    häufig nicht lange überleben? Wie kann man dem begegnen?
    ANTWORT: Die kurze Lebensdauer dieser Schülerverbindungen hat wohl
    drei Gründe:
    Zum einen ist die Aktivenzeit recht kurz, so daß es einer höheren
    Beitrittszahl als bei Studentenverbindungen bedarf, welche auch
    noch regelmäßig erfolgen muß, damit ein Aktivenbetrieb aufrecht
    erhalten werden kann. Eine Studentenverbindung kann es sich, wenn
    auch nur schwer, leisten, sechs Semester keinen Fux zu keilen, da
    eine gute Infrastruktur besteht (Freundschaftsbünde, Haus,
    Altherrenschaft, Inaktive), die dann immer noch für neue Füxe als

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