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 <2003-03-27> FAQ zu de.rec.sport.budo

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Archive-name: de/sport/budo-faq
Posting-Frequency: monthly
URL: http://www.de-rec-sport-budo.de/budo-faq.html
Copyright: (c) 1998-2003 Roland Jesse 

                          FAQ zu de.rec.sport.budo
           Kampfsport/-kunst, Selbstverteidigung und Meditation.

                       Letzte Änderung: 27. März 2003

                                   Überblick

     Änderungen seit dem letzten Monat
     Verfügbarkeit
     1 Charta
     2 Was bedeutet eigentlich Budo?
     3 Was für Kampfsportarten werden hier denn so vertreten?
          3.1 Aikido
          3.2 Filipino Martial Arts
          3.3 Gojutedo
          3.4 Hapkido
          3.5 Iaidô
          3.6 Jeet Kune Do
          3.7 Jûdô
               3.7.1 Prinzip
               3.7.2 Ziele
               3.7.3 Graduierungen
               3.7.4 Techniken
               3.7.5 Wettkampf
               3.7.6 Stimmt es, dass ein Deutscher maßgeblich an der
                 Entwicklung des Jûdô beteiligt war?
                    Die Geschichte
                    Die Meinung dazu
          3.8 Ju Jutsu
               3.8.1 Was ist der Unterschied zwischen Ju Jutsu und J(i)u
                 Jitsu?
               3.8.2 Wie sehen die Wettkämpfe im Ju Jutsu aus?
          3.9 KarateDo
               3.9.1 Woher kommt eigentlich der Name?
               3.9.2 Wieviel Katas gibt es eigentlich?
               3.9.3 Gibt es einen, der wirklich alle Katas gut kann?
          3.10 Kendô
               3.10.1 Was versteht man darunter?
               3.10.2 Wie entstand es?
               3.10.3 Worin besteht die Ausrüstung?
               3.10.4 Wie lauten die Grundregeln?
               3.10.5 Was ist noch zum Kendô zu sagen?
          3.11 Kobudo
          3.12 Kwon Tae Jitsu
          3.13 Pencak Silat
          3.14 Wing Chun
               3.14.1 Der Ursprung des Wing Chun
     4 Graduierungen
          4.1 Sind die Graduierungund und Gürtelfarben überall gleich?
               Kyu-Grade
               Dan-Grade
          4.2 Gibt es bei KungFu/WuShu eigentlich auch Graduierungen?
     5 Was hat es mit diesen Bruchtests auf sich?
          Die Bruchtestarten
               Standardbruchtest
               Massebruchtest
               Geschwindigkeitsbruchtest
          5.1 Was sind das für Bretter, die immer zerbrochen werden?
     6 Was ist ein Sensei?
     7 Was ist ein Hakama?
     8 Und was ist ein X-Over?
     9 Wo gibt es Informationen über sinnvolles Dehnen?
     10 Regelmäßige Postings in dieser Gruppe
     11 Offline Literatur
          11.1 Welche allgemeine Literatur ist empfehlenswert?
          11.2 Was ist ein gutes Einsteigerbuch zum Jûdô?
          11.3 Was ist ein gutes Einsteigerbuch zu Ju-Jutsu?
          11.4 Und ein Buch zu WT?
          11.5 Ein Buch über Dehnung? Gibt es das auch?
     12 Kampfkunst URLs
          Budo allgemein
          Aikido
          Bujin
          Jûdô
          J(i)u J(i)utsu
          KarateDo
          Kenpokan
          Kobudo Kwai
          Pencak Silat
          Pekiti-Tirsia
          Taekwon Do
          WingTsun
     13 Internet Relay Chat (IRC)
     14 Danksagungen

                       Änderungen seit dem letzten Monat

   12 Kampfkunst URLs:
          Homepage des Kampfkunst-Boards aufgenommen sowie kleine
          Linkkorrekturen veranstaltet.

                                 Verfügbarkeit

   Diese FAQ wird einmal pro Monat in de.rec.sport.budo, de.answers und
   news.answers gepostet. Sie ist weiterhin als HTML, im PDF Format und
   als Postscript auf der Homepage zur Newsgruppe
   (http://www.de-rec-sport-budo.de/) verfügbar.

                                   1 Charta

   Die Gruppe dient zur Diskussion über Budo-Disziplinen und artverwandte
   Sportarten unter Aktiven und Interessierten. Wesentlicher Bestandteil
   der Budo-Disziplinen sind Kampfsportarten bzw. -künste, wie z.B. Jûdô,
   Jiu-Jitsu, ATK, Karate, Taekwon-Do, Aikido und Kung-Fu. Aber auch
   Meditationstechniken und -lehren u.ä. zählen zu den Budo-Disziplinen.

   Artverwandt in diesem Sinne sind Sportarten, die neben dem Kampfaspekt
   auch mentale/philosophische Elemente ähnlich der klassischen Budo-
   Disziplinen oder Techniken aus diesen beinhalten (z.B. Lehren der
   Selbstverteidigung); (Kick-)Boxen, Ringen u.ä. zählen nicht direkt
   hierzu, Artikel zu diesen Themen werden aber geduldet. Sportarten, die
   rein zur Show dienen (Wrestling etc.), sind offtopic.

   Mögliche Themen in dieser Newsgroup (exemplarisch):
     * Terminaustausch von Turnieren, Prüfungen und Lehrgängen,
     * Vorstellung, Diskussion und Kritik von Literatur,
     * Austausch von Bezugsquellen für Kleidung und Utensilien,
     * Berichte und Diskussion über Events und Trainingsmethoden und
     * Bekanntgabe und Diskussion von neuen Reglementierungen.

                        2 Was bedeutet eigentlich Budo?

   Der Begriff Budo umfaßt ein weites Spektrum. Dieses beginnt bei der
   einfachen Betrachtung als "Kampfsport." Aber Budo ist mehr. Budo zu
   praktizieren, bedeutet, die Idee, Philosophie und Prinzipien zu
   verinnerlichen. Hier ist der Weg das Ziel.

   Das Lexikon "Ostasiatische Kampfkünste" definiert Budo als
   "überbegriff für die japanischen Kampfkunstmethoden, die sich unter
   dem Aspekt des Weges (-> DO) aus dem Bujutsu (Technik des Kriegers)
   entwickelten."

           3 Was für Kampfsportarten werden hier denn so vertreten?

3.1 Aikido

   Aikido wurde in der ersten Haelfte des 20. Jahrhunderts von Morihei
   Ueshiba auf Grundlage des Daito-ry Aikijujitsu und japanischer
   Schwertkampfsysteme entwickelt. Die heute bekannteren Formen des
   Aikido entsprechen am ehesten dem, was Ueshiba in ungefähr den 60er
   Jahren praktizierte; aber auch Stile, die auf früheren Stadien
   beruhen, werden noch gepflegt. Ueshiba hat in den frühen Stadien
   seiner Entwicklung diverse Namen für seine Kunst benutzt, die
   Bezeichnung "Aikido" kam erst nach Beendigung des 2. Weltkriegs in
   Gebrauch. Aikido ist eine friedvolle Budo-Disziplin, die im
   technischen Bereich darauf basiert, daß die Bewegung des Angreifers
   vom Verteidiger weitergeführt und in Kreis- und Spiralbahnen umgelenkt
   wird. Das Gleichgewicht des Angreifers wird so gebrochen und er kann
   mit einem kleinen Impuls geworfen oder mit einer Hebeltechnik am Boden
   festgehalten werden. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, den
   Angreifer zu verletzen oder ihm Schmerzen zuzufügen, sondern nur
   darum, den Angriff zu neutralisieren und den Angreifer in seiner
   aggressiven Handlungsweise zu "korrigieren".

   Der Aspekt der Selbstverteidigung tritt im Training zunächst gegenüber
   anderen Inhalten wie Koordination der eigenen Bewegung mit der des
   Angreifers zurück. ähnlich wie beim Laufenlernen kommen zunächst die
   Stadien des Robbens, Krabbelns, etc. bis man sich soweit entwickelt
   und die Prinzipien soweit verinnerlicht hat, daß eine effektive
   Verteidigung möglich ist.

   Neben den waffenlosen Bewegungen gibt es auch Techniken mit den Waffen
   Jo (Stab, ca. 1.20m lang), Tanto (Messer) und Ken (Schwert), die je
   nach Schule oder Stil in unterschiedlichen Phasen der Entwicklung und
   in verschiedenen Formen eingeführt werden.

   Die unterschiedlichen Stile gehen meist auf Schüler des Begründers
   zurück, die zu unterschiedlichen Zeiten bei diesem trainierten und so
   verschiedenen technischen Einflüssen ausgesetzt waren. Nach dem Tode
   Morihei Ueshibas konnten/wollten nicht alle dessen Sohn als neuen
   `Vorgesetzten' akzeptieren und verselbständigten sich zum Teil mit
   eigenen Systemen.

   Neben diesen unterschiedlichen zeitlichen Einflüssen spielt es aber
   auch eine grosse Rolle, dass Morihei unterschiedlichen Schülern
   unterschiedliche Techniken oder unterschiedliche Versionen der
   gleichen Technik beibrachte. Zum Thema die richtige Technik' hier ein
   kleines Zitat von ihm: ,,Die Techniken von heute werden morgen schon
   anders sein. Wenn Aikido wahrhaftig in Deinem Herzen ist, dann - und
   nur dann - wirst Du die Techniken korrekt ausführen.´ (Quelle:
   Stevens, John: Shambhala Guide to Aikido). Bei der Technik handelt es
   sich mehr um eine Form, die von der Persönlichkeit des Schülers
   auszufüllen ist, so dass bei unterschiedlichen Schülern des Begründers
   eben unterschiedliche Ansätze herauskamen, die sich teilweise zu
   eigenen Stilen herauskristallisierten.

   Die bekanntesten Stile sind:

   einfach nur Aikido (Aikikai)
          Der Aikikai ist eigentlich kein Stil sondern der von der
          Familie des Begründers geleitete Aikido-Verband mit Hauptsitz
          in Tokyo.

          Technisch geprägt wurde diese Richtung nach dem Tode von
          Morihei Ueshiba zunächst von Koichi Tohei, der jedoch nach
          einigen Differenzen den Aikikai verließ und seinen eigenen Stil
          (Shin Shin Toitso Aikido) und Verband (Ki no Kenkyukai)
          gründete. Kisshomaru Ueshiba, der Sohn von Morihei, übernahm
          als Doshu (Führer des Weges) die technische Leitung. Nach dem
          Tode Kisshomarus 1999 liegt die Leitung nun in den Händen von
          seinem Sohn Moriteru Ueshiba.

          Neben dem Aikikai gibt es auch einige andere Verbände, die
          diese Art des Aikido betreiben. Diese Ausrichtungen gehen meist
          auf Schüler Moriheis zurück, die in den letzten 10-15 Jahren
          seines Lebens bei ihm trainierten. Diese Richtungen sind mit
          den weichen, fließenden und oft weitläufigen Bewegungen wohl
          diejenigen, mit dem der Begriff Aikido typischerweise
          assoziiert wird.

          In Deutschland findet man diese Richtungen in verschiedenen
          Verbänden wieder, z.B.:

          + Aikikai Deutschland - http://www.aikikai.de/
            Angeschlossen an das Aikikai-Zentraldojo der Familie Ueshiba
            in Tokyo (http://www.aikikai.org/), technisch geleitet von
            Katsuaki Asai.
          + Bund Deutscher Aikido-Schulen
            Verband der kommmerziellen Aikido-Schulen, der sich vom
            Aikikai Deutschland abspaltete, sich aber technisch immer
            noch am Aikikai-Zentraldojo orientiert.
          + Deutscher Aikido-Bund e.V. - http://www.aikido-bund.de/
            Unabhängiger Verband, der von Gerd Wischnewski und Andrè
            Nocquet (beides Schüler von Morihei Ueshiba) technisch
            geprägt wurde.
            Der DAB vertritt das Aikido im Deutschen Sportbund, nachdem
            der Versuch eines Dachverbandes Deutscher Aikido-Verbände
            scheiterte.
          + Freie Deutsche Aikido-Vereinigung
            Verband, der sich an Christian Tissier, Frankreich,
            orientiert. Tissier selbst ist Vertreter des
            Aikikai-Zentraldojo.

   Takemusu (Iwama-ryu)
          Morihiro Saito war langjähriger Schüler von Morihei Ueshiba in
          dessen Dojo in Iwama, das er nach dem Tode Moriheis übernahm.
          Die Ausrichtung Saitos ist als Takemusu oder auch Iwama-ryu
          Aikido bekannt.

          Im Takemusu Aikido werden die Bereiche Aiki-Ken (Arbeit mit dem
          Schwert) und Aiki-Jo (Arbeit mit dem Stab) im Vergleich mit
          anderen Schulen sehr stark betont.

          Die ersten Bewegungen, die man lernt, wirken zunächst statisch,
          die Ausbildung hat aber auch die bekannten flüssigen Bewegungen
          als Ergebnis.

          In Deutschland gibt es verschiedene unabhängige Schulen, in
          denen Iwama-ryu Aikido praktiziert wird.

   Tendo-ryu
          Kenji Shimizu war einer der letzten Schüler von Morihei Ueshiba
          und wurde so geprägt durch die sehr weichen Bewegungen der
          letzten Jahre des Begründers.

          Nach dessen Tod begründete er seinen eigenen Stil, eben
          Tendo-ryu. Tendo bedeutet dabei soviel wie ,,himmlischer Weg''.

          In Deutschland wurde Tendo-ryu zunächst von der Sektion Aikido
          im Deutschen Jûdô-Bund ausgeübt, nachdem die meisten Aikidoka
          diesen verlassen und den Deutschen Aikido-Bund gegründet
          hatten.

          Nachdem der Deutsche Jûdô-Bund sich jedoch entschlossen hatte,
          nur noch Jûdô zu betreuen, wurde ein eigener Verband gegründet,
          der Tendo-ryu Aikido-Verband.

   Tomiki-ryu
          Kenji Tomiki hatte zunächst einige Jahre Jûdô bei Jigoro Kano
          gelernt, bevor er als Schüler zu Morihei Ueshiba kam.

          Später entwickelte Tomiki eine Synthese aus beidem und nannte
          sein System Tomiki-ryu Aikido. Dies ist der einzige mir
          bekannte Stil, in dem auch Wettkämpfe betrieben werden.

          In Deutschland ist dieser Stil nicht vertreten.

   Shin Shin Toitso (Ki-Aikido)
          Nachdem Koichi Tohei den Aikikai verlassen hatte, gründete er
          seinen eigenen Verband, den Ki no Kenkyukai und seinen eigenen
          Stil, das Shin Shin Toitso Aikido (Aikido in Einheit von Körper
          und Geist).

          Dieser Stil konzentriert sich sehr auf die Vorstellung und
          Entwicklung von Ki, der inneren Energie. Die Technik-Ausführung
          ist sehr weich.

          Auch in Deutschland gibt es einige Vereine, die diesen Stil
          betreiben, siehe http://www.ki-aikido.de/.

   Yoshinkan
          Der inzwischen verstorbene Gozo Shioda war in der Vorkriegszeit
          ein langjähriger Schüler Morihei Ueshibas, wollte jedoch dessen
          Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg nicht mitmachen und
          verselbständigte sich mit seinem Stil.

          Dieses `alte Aikido' stellt einen sehr effektiven
          Selbstverteidigungsstil dar und wird z.B. von der Tokyo Riot
          Police (Sondereinsatzkräfte) trainiert.

          In Deutschland gibt es auch einige Schulen, die diesen Stil
          praktizieren.

   Zum Aikido gibt es auch eine Mailingliste in deutscher Sprache.
   Informationen dazu sind im WWW unter
   http://www.aiki.de/foren/aikido-ml/ verfügbar.

   Weiterhin gibt es die AikiMedia-Datenbank mit Aikido-Büchern und
   -Videos in verschiedenen Sprachen unter http://www.aiki.de/media/
   Jeder Besucher kann zu jedem Buch bzw. Video seinen Kommentar in den
   Datenbestand einfügen.

3.2 Filipino Martial Arts

   Kali, Escrima oder Arnis (KEA) sind die heute am häufigsten
   verwendeten Begriffe für eine Kampfkunst, die sich im Laufe der
   Jahrhunderte auf den Phillippinen entwickelt hat.

   Unabhängig vom Namen haben alle Stilrichtungen eine Idee gemeinsam.
   Eine Waffe in der Hand ist nur eine Verlängerung des Arms. Egal, womit
   ein Angriff ausgeführt wird, sei es ein Schwert, ein Stock, ein
   Messer, ein Tritt oder eine Faust, sie alle müssen einem bestimmten
   Winkel folgen.

   Wer diese Kunst betreibt, lernt die Winkel zu erkennen, zu beherrschen
   und sich dagegen zu verteidigen.

   Es wird schnell offensichtlich, daß es einfacher und gefahrloser ist,
   sich mit einer Waffe zu verteidigen. Mit der Verbesserung des Könnens
   kann man diesen Vorteil auch mit immer kürzeren Waffen aufrecht
   erhalten, bis man schließlich ohne Waffe das gleiche Ergebnis erzielt.

   Darum beinhalten die FMA nicht nur den Umgang mit Waffen, sondern auch
   waffenlose Elemente wie Sikaran (Trittechniken), Panantukan
   (Boxtechniken) oder Dumog (Ringen). Zu all diesen Selbstverteidigungs
   bezogenen Aspekten, wird in FMA auch tänzerriche, den
   Körperkoordination fördernde Bewegungen (Carensa -Schattenboxen)
   unterrichtet.

3.3 Gojutedo

   Gojutedo ist ein Kampf- und Fitness-System, das im Saarland entstanden
   ist und seit Anfang 1998 in Saarlouis unterrichtet wird.

   Gojutedo wird in zwei Bereiche unterteilt:

   Fitness-Training:
          Zum Fitness-Training gehören Stretching, Kraft-Training,
          Gojutedo-Aerobic und Ausdauer-Kickboxen (am Sandsack und mit
          Partner).

   Kampf-Training:
          Beim Kampf-Training werden Schläge, Tritte, Würfe und
          Bodentechniken trainiert. Aber nicht nur waffenlose Techniken
          werden trainiert, auch Stock (KAE) und Messerkampf sind ein
          fester Bestandteil des Gojutedo-Trainings.

   Weitere Informationen gibt es auf der Gojute-do Homepage unter
   http://www.gojutedo.de/.

3.4 Hapkido

   Das Ziel von Hapkido ist die Harmonisierung von Körper und Geist,
   wobei dieses Ziel durch koordinierte Bewegungen des gesamten Körpers
   erreicht wird. Es enthält Elemente etlicher anderer Kampfsportarten.
   Die Techniken reichen von Tritten und Stößen über Würfe und
   Hebeltechniken bis zum Stock-, Messer- und Schwertkampf. Hapkido ist
   primär eine Selbstverteidigungs-Sportart.

   Neben der sportlichen Komponente stehen Meditation, Atemübungen und
   die Heilung (z.B. durch Akupunktur oder Akupressur) im Vordergrund.

3.5 Iaidô

   Der Name setzt sich aus den folgenden Silben zusammen:

   ,,i'':
          anwesend sein, sich aufhalten, das ,,sein'' an sich

   ,,ai'':
          passend sein, Harmonie, harmonisieren mit, zusammensein

   ,,dô'':
          `Weg' im Sinne von Lebenseinstellung oder Ziel

   Iaidô bedeutet, im Weg des Schwertes nicht dem Ergebnis Bedeutung zu
   geben, sondern der vollendeten Durchführung.

   Eine wörtliche Übersetzung gibt es nicht, jedoch sagte ein Japaner,
   das Kanji für i-ai könne in diesem Falle mit ,,Der Moment des
   Zusammentreffens (mit dem Gegner) in Vollendung'' umschrieben werden.
   Der Name dieses speziellen Japaners ist leider nicht übermittelt.

   Grob gesagt ist Iaidô der Scheinkampf mit einem plötzlich angreifenden
   imaginären Gegner. Man verharrt in der Ruhe, findet also seine innere
   Leere und meditiert gewissermaßen. Dann wird/werden ein/mehrere
   unsichtbare Angreifer mit dem blitzschnell gezogenen Schwert
   abgewehrt, das Schwert in die Scheide zurückgesteckt und der Kämpfer
   findet zurück zu seiner inneren Ruhe.

   Iaidô ist nicht dazu da, um den Schwertkampf zu lernen, sondern eine
   Art körperlich anspruchsvoller Entspannung, die neben der körperlichen
   Komponente (Beherrschung des Schwertes und der Körperbewegungen beim
   Kampf) auch eine geistige Komponente (,,Leere'', also geistiges
   ,,Loslassen'' und Konzentration) schaffen soll.

   Das Schwert ist eine möglichst genaue Nachbildung mittelalterlicher
   Samuraischwerter (Katanas), die aber nicht geschliffen ist (iaitô,
   ,,tô'' = Schwert, also ,,Schwert für Iaidô'') und mit dem rituellen
   Respekt behandelt wird, der einem Samuraischwert zukommt. Getragen
   wird bei diesem Sport die Hakama (klassischer japanischer
   Reiter-Hosenrock) und Keiko-Gi (ähnlich einer Jûdôjacke), sowie der
   Obi, eine Art gewickelter Gürtel.

3.6 Jeet Kune Do

   Jeet Kune Do ist die Kampfkunst und Philosophie, die Bruce Lee Mitte
   des letzten Jahrhunderts entwickelte. Bruce Lee erfand mit Jeet Kune
   Do (JKD) keinen neuen Kung Fu- oder Karatestil, noch versuchte er alte
   Kampfstile zu erneuern. Seine Idee war es, die Schüler davon zu
   befreien, an Stilen und festgelegten Formen festzuhalten. Im
   Unterschied zu vielen anderen Kampfkünsten gibt es daher keine
   festgelegte Techniken oder Regeln, die dem JKD eine greifbare Form
   geben.

   JKD basiert auf einer Reihe von Konzepten, die stilübergreifend den
   Schüler ermöglichen soll, sich in jeder Lage selbst zu verteidigen.
   Effektivität und Einfachheit sind die leitenden Prinzipien. Nach Lee,
   hängt die Effektivität verschiedener Kampfstile von den jeweiligen
   Umständen und der Kampfdistanz ab. So kann JKD je nach Situation z.B.
   dem Wing Chun, dem Thaiboxen oder dem Jûdô ähneln.

   In JKD-Einheiten lernst Du dich fließend durch alle Kampfdistanzen zu
   bewegen und dabei Techniken und Methoden aus dem Jun Fan Gung Fu sowie
   aus den anderen Kampfkünsten wie z.B. Savate, Thaiboxen, Boxen, Kali
   und Bodenkampf einzusetzen. Neben den verschiedenen Techniken wirst Du
   vor allem Erfahrungen in den unterschiedlichen Kampfkünsten sammeln
   und dabei Deinen eigenen Weg finden.

3.7 Jûdô

   Die Ursprünge des Jûdô liegen im Jiu-Jitsu des alten Japan. Mit 18
   Jahren begann ein gewisser Jigoro Kano (1860-1938) das Studium dieser
   traditionellen und durch die Samurai geprägten Kampfkunst. Jigoro Kano
   suchte aus verschiedenen Jiu-Jitsu-Stilen Techniken zusammen, die sich
   zum sportlichen Zweikampf eigneten. 1882 Gründete er den Kodokan, wo
   er diese entschärfte Version lehrte. Er nannte diese neuen Sport Jûdô
   (,,der sanfte Weg''). Er entwickelte aus der Kampfkunst einen
   Kampfsport, der Schwerpunkte in der Einheit von Körper und Geist,
   Ausbildung und Erziehung haben sollte. Bereits 1887 war fast ganz
   Japan ergriffen von seinem System der Leibeserziehung und des
   Zweikampfes. Seit 1964 ist es sogar eine der Olympischen Sportarten.

  3.7.1 Prinzip

   ,,Siegen durch Nachgeben'' beschreibt das Prinzip des Jûdô, welches
   sich der Kräfte des Gegners zunutze macht. Jûdô erfordert in der Regel
   das Ergreifen des Gegners, deshalb werden Kämpfe immer in der
   Nahdistanz ausgeführt. Schläge und Tritte sind neben anderen Techniken
   aus dem Jûdô entfernt worden, um einen sportlichen Wettstreit ohne
   besondere Schutzausrüstung mit ,,Vollkontakt'' zu ermöglichen.
   Wettkämpfe sind daher konditionell eher anspruchsvoll, wobei
   Verletzungen dennoch seltener vorkommen als in vielen anderen
   Sportarten. Gegenseitige Rücksichtnahme sind ein Teil der Lehre und
   Wettkämpfe sind natürlich keine Pflicht. Sofern eine unbekannte, bzw.
   neue Technik nicht den Prinzipen des Jûdô widerspricht, ist diese auch
   legitim, was eine Weiterentwicklung des Systems ermöglicht.

  3.7.2 Ziele

   Jûdô ist förderlich im Bereich der Körperkoordination, der
   Reaktionsschnelligkeit, der nützlichen Fähigkeit gekonnt zu fallen und
   der körperlichen Fitness. Weiterhin besitzt die Ausübung dieses Sport
   positive soziale Aspekte, wie den Abbau von Berührungsängsten, dem
   Erlernen von Verantwortung gegenüber dem Partner, miteinander und
   voneinander zu Lernen und weiteren charakterbildenden Eigenschaften.
   Jeder übt mit Jedem, auch der Anfänger mit dem Fortgeschrittenen und
   die Frauen mit den Männern. Ein Grund Jûdô auszuüben ist der Spass an
   an der Sache, auch und erst recht als Erwachsener. Die Möglichkeit der
   Selbstverteidigung durch Jûdô ist zwar nur ein Nebenaspekt, der jedoch
   nicht unterschätzt, aber auch nicht überschätzt werden sollte.

  3.7.3 Graduierungen

   Die vorgeschriebene Bekleidung ist der Jûdôgi, bestehend aus einer
   stabilen Hose, einer reissfesten Jacke, beides traditionell in weiß,
   und dem Gürtel. Die Graduierungen, bzw. Gürtelfareben reichen vom
   weißen zum gelben, über den orangen, grünen, blauen, braunen
   (Kyugrade) und mehreren schwarzen bis zum rot-weißen und sogar roten
   Gürtel (Dangrade). Später sind noch drei Zwischengürtel in den kleinen
   Kyugraden eingeführt worden. Das Erreichen des ersten schwarzen
   Gürtels ist etwa nach 5 Jahren möglich, wenn man fleißig trainiert und
   sich dessen auch durch Prüfung würdig erweist. Zur Zeit (2000)
   existieren nur zwei lebende Träger des 10. Dan, welche beide
   ausnahmsweise nicht Japaner sind.

  3.7.4 Techniken

   Jûdô beinhaltet den Stand-, wie auch den Bodenkampf. Neben den
   vielfältigen Würfen (über 90 Techniken, 40 davon gehören zur
   soganennten Gokyo, die Teil des Lehrsystems ist) werden
   Festhaltetechniken am Boden und zahlreiche Hebel-, sowie
   Würgetechniken gelehrt und eingesetzt. Die Hebeltechniken sind
   beschränkt auf den Angriff auf das Ellenbogengelenk sowie die
   Schulter, was bedeutet, daß weder Fuß-, Bein-, Finger- Handgelenk-,
   noch Genickhebel erlaubt sind. Hier wäre eine Verletzung auf
   Wettkampfebene wohl zu schwer auszuschließen. Dennoch sind von den
   erlaubten Hebeltechniken und dessen Varianten (über 30) viele sehr
   effektiv. Die Würgegriffe (über 25), in der Regel mit dem Kragen der
   Jacke ausgeführt, klemmen die Luftröhre ab und unterbrechen
   hauptsächlich die Blutversorgung des Gehirns, was die schnelle Wirkung
   dieser Techniken erklärt. Zum Jûdô gehören auch verschiedene Katas,
   also festgeschriebene Bewegungsabläufe, bei denen es auf die Exaktheit
   der Ausführungen ankommt. Hier werden teilweise auch weiterhin
   Techniken angewandt, die im Wettkampf verboten und eher zu
   Selbstverteidigungszewcken geeignet sind. Dazu gehört auch die Abwehr
   verschiedener Waffen.

  3.7.5 Wettkampf

   Ein Wettkampf geht über effektiv 5, bzw. 4 Minuten und das Ziel ist
   es, den Gegner ausreichend stark oder oft zu werfen oder ihn zur
   Aufgabe, z.B. durch Abklopfen angezeigt, zu zwingen. Kämpfe, die z.B.
   nach einem Wurf am Boden weitergeführt werden, werden nach meist
   relativ kurzer Zeit vom Kampfrichter unterbrochen und im Stand erneut
   freigegeben. Ein starker Wurf des Gegners auf seinen Rücken hat einen
   vollen Punkt (Ippon) als Wertung zur Folge und bedeutet den sofortigen
   Sieg. Für weniger gelungene Würfe gibt es kleinere Wertungen, wie den
   Waza-ari, den Yuko und den Koka, der kleinsten Wertung. Eine hohe
   Wertung ist immer mehr Wert als viele kleine und zwei Waza-ari gelten
   als Ippon. Festhaltetechniken am Boden werden ebenfalls so bewertet,
   je nach Dauer der Ausführung (bis 25 sek. = Ippon). Mögliche ebenso
   verschieden starke Bestrafungen werden dem Nichtbestraften als
   entsprechende Wurfwertung gutgeschrieben. Spätestens am Ende der
   Kampfzeit entscheidet die Höhe der Wertungen über Gewinner und
   Verlierer. Bei Wertungsgleichheit wird durch die unabgesprochene
   Meinung der drei Kampfrichter, die sich jeweils für einen Gewinner
   entscheiden müssen, ein Kämpfer zum Sieger erklärt. Es gelten
   verschiedene Gewichtsklassen für Männer und Frauen in denen gekämpft
   wird.

  3.7.6 Stimmt es, dass ein Deutscher maßgeblich an der Entwicklung des Jûdô
  beteiligt war?

    Die Geschichte

   Der deutsche Medizinprofessor Erwin Baelz war Dozent an der
   kaiserlichen Tokyoer Universität. Da ihm die Faulheit seiner
   japanischen Studenten sorgen machte, suchte er nach einer Methode der
   körperlichen Ertüchtigung. Zum Anfang versuchte er es mit dem Turnen
   (a' la Turnvater Jahn). Dies hatte aber in Japan nicht den erwünschten
   Erfolg. So stieß er auf das Jiu Jitsu. Um die Gesundheit seiner
   Schüler zu schonen, sonderte er hier erst mal alle lebens- und
   gesundheitsgefährdenden Techniken aus. Einer seiner eifrigsten Schüler
   war dann Jigoro Kano. Der Professor konnte sein Lebenswerk nicht ganz
   vollenden. Dies übernahm dann Jigoro Kano.

    Die Meinung dazu

   Vielfach - auch hier in der Newsgruppe - sind Leute allerdings der
   Meinung, dass in der Geschichte nicht viel Wahres enthalten ist und
   sie in das Reich der Urban Legends gehört. Das liegt vor allem daran,
   dass sie ausserhalb Deutschlands nicht sonderlich geläufig ist.
   Bemerkenswert ist weiterhin, dass weder Jigoro Kano, noch Erwin Baelz
   den jeweils anderen in ihren Niederschriften erwähnen. Ein
   verhältnismäßig starker Einfluß von Baelz auf Kano wird dadurch nicht
   gerade wahrscheinlicher.

3.8 Ju Jutsu

   Ju Jutsu ist eine relativ neue Selbstverteidigung. Es wurde 1969 von
   hochgraduierten Dan-Trägern aus dem Jiu Jitsu heraus entwickelt,
   enthält aber auch Elemente aus dem Karate, Jûdô und Aikido.

   Ju Jutsu ist legt einen besonderen Schwerpunkt auf Abwehrtechniken.
   Dieses wird auch durch den Namen zum Ausdruck gebracht. ,,Ju''
   bedeutet nachgeben oder ausweichen, ,,Jutsu'' Kunst oder Kunstgriff.
   Ju Jutsu ist somit definiert als die Kunst, durch Nachgeben bzw.
   Ausweichen mit der Kraft des Angreifers zu siegen.

   Im Ju Jutsu werden Würfe, Schlag- und Bodentechniken eingesetzt.
   Hierbei liegt eine besondere Betonung allerdings auf den Würfen und
   Festhalten. Die Praxistauglichkeit als Selbstverteidigung ist gut
   daran zu erkennen, daß Ju Jutsu zum Pflichtprogramm in der
   Polizeiausbildung in Deutschland gehört.

  3.8.1 Was ist der Unterschied zwischen Ju Jutsu und J(i)u Jitsu?

   Ju Jutsu, Jiu Jitsu und Ju Jitsu sind Namen, die alle die gleichen
   japanischen Schriftzeichen tragen. Es ist auch so, daß es in Japan
   hier keine Unterschiede gibt.

   Eine Unterscheidung gibt es vor allem im deutschsprachigen Raum. So
   sind z.B. im Jiu Jitsu die Begriffe oftmals eingedeutscht.

   Weiterhin gibt es kleinere Unterschiede in den einzelnen
   Prüfungsprogrammen. So sind im Ju Jutsu die Techniken, die zu zeigen
   sind, vorgeschrieben. Beim Jiu Jitsu hingegen ist nur der Angriff
   vorgegeben und die Abwehr kann in gewissen Grenzen vom Prüfling frei
   gewählt werden.

   Vom historischen Standpunkt aus gesehen, ist Jiu Jitsu eine
   eigenständige, alte Kampfsportdisziplin. Später sind aus dieser z.B.
   das Jûdô und das Aikido entwickelt worden.

   Ju Jutsu hingegen ist relativ neu und hat seine Ursprünge im Jûdô,
   Karate und Aikido.

  3.8.2 Wie sehen die Wettkämpfe im Ju Jutsu aus?

   Es gibt drei Kampfsysteme:
    1. Fighting: Halbkontakt (Fuß- und Handschutz); Schlagen, Werfen,
       Hebeln erlaubt
    2. Duo: Techniken werden in Perfektion mit einem festen Partner
       gezeigt. Es kommt einer Show sehr nahe.
    3. Formenwettkampf: Wie bei einer Budogala ist hier alles erlaubt. Es
       werden die Show und die Techniken bewertet.

3.9 KarateDo

   Die Ursprünge des KarateDo reichen in etwa bis in das 5. Jahrhundert
   zurück. Es waren chinesische Mönche, die im Laufe der Zeit aus
   gymnastischen übungen ihre spezielle Kampfkunst zum Zwecke der
   Selbstverteidigung entwickelten.

   Nun, diese Herkunft und die darauf basierende fernöstliche Philosophie
   spiegeln sich auch im heutigen KarateDo noch wieder. Das Wort
   "KarateDo" heißt übersetzt so viel wie "Der Weg der leeren Hand."
   Dies' bedeutet zum einen, daß der Karateka (Karatekämpfer) waffenlos
   ist, sozusagen mit leeren Händen kämpft. Die durch das "Kara"
   bezeichnete Leere bedeutet aber auch, daß der Karateka innerlich
   "leer" ist, d.h. seinen Geist von negativen Gedanken und Gefühlen
   befreit, um in allen sich bietenden Situationen angemessen
   (beherrscht) handeln zu können.

   Der sportliche Aspekt des KarateDo beschränkt sich im wesentlichen auf
   Fuß- und Fauststöße. Diese werden vor dem Auftreffen abgestoppt.
   Dieses erfordert ein erhebliches Maß an Selbstdisziplin und
   Körperbeherrschung, spiegelt aber auch ein gesundes
   Verantwortungsbewußtsein gegenüber dem Partner wider.

   KarateDo stellt somit vielseitige Anforderungen an Körper und Geist.
   Der Karateka trainiert Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und
   Beweglichkeit auf der einen Seite, lernt aber auch einiges über
   Atemübungen und Meditation.

   Es gibt einige grundsätzliche Unterteilungen im KarateDo:

   Kata
          bezeichnet die Abfolge genau festgelegter Angriffs- und

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